Berufsaussichten Sprachtalente

Berufsaussichten für Sprachtalente

Im Laufe der Schulzeit entdecken viele Menschen ein Talent für bestimmte Fächer und Lerngebiete. Während naturwissenschaftlich Interessierte oder musisch begabte Schüler oft klare Vorstellungen davon haben, was sie später einmal werden möchten, ist für diejenigen, die sich mit Sprache und Fremdsprachen auskennen, mitunter schwerer vorstellbar, wie sie ihre Begabungen später nützlich einbringen können.

Wir stellen hier fünf Berufe vor, die mit Sprachen zu tun haben.

Dolmetscher sind Übersetzer, die gesprochene Inhalte live in eine andere Sprache übertragen. Dabei können sie zum Beispiel bei Vertragsverhandlungen zwischen Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern anwesend sein, um Angebote, Vereinbarungen, spontane Fragen und formale Kommunikation auf höchstem Niveau zu übersetzen.

Auch auf Konferenzen und in internationalen Parlamenten und Gremien, z. B. der EU stellen Dolmetscher sicher, dass komplexe Themen, die Abgeordnete und Redner in ihrer Muttersprache mündlich darstellen auch für diejenigen verständlich sind, die diese Sprache nicht sprechen.

Und selbst wenn z. B. auf Englisch verhandelt wird, können Dolmetscher bei kniffligen Formulierungen Eindeutigkeit herstellen und die Live-Kommunikation gewährleisten. In diesen Beruf findet man entweder über ein Studium oder eine Ausbildung mit staatlicher Prüfung.

Da Fremdsprachenkenntnisse das A und O sind, ist zusätzlicher Unterricht oder ein Auslandsaufenthalt in Vorbereitung auf die Ausbildung oftmals ratsam.

Fachübersetzer

Eine ganz andere Übersetzungsarbeit übernimmt ein Fachübersetzer. Dieser ist oftmals hochspezialisiert und überträgt Fachtexte hoher Komplexität mit möglichst hoher Formulierungs- und Inhaltstreue.

Dabei widmet er sich zum Beispiel wissenschaftlichen Arbeiten, juristischen Dokumenten oder technischen Dokumentationen, bei deren Übersetzung es auf Präzision und Zuverlässigkeit ankommt.

Fachübersetzer werden an spezialisierten Berufsschulen und Hochschulen ausgebildet und legen eine staatliche Prüfung ab, um ihre besonderen Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen. Damit gehören sie zu einem begehrten Expertenkreis, der in Fachagenturen, als Freelancer oder bei Verlagen, seltener auch Industrieunternehmen arbeiten kann.

Neben Klassikern der Ausbildung zum Spanisch Deutsch Übersetzer, sind es vor allem die Sprachen der Migrationsbewegungen, die aktuell im Fokus stehen. Eine Spezialisierung auf kurdische Dialekte, das iranische Persisch oder auch als Paschtu Übersetzer, sollte einem gute Beschäftigungsaussichten bescheren.

Logopäde

Logopädie ist eine Therapierichtung, die sich mit der Behandlung der Sprechfähigkeit von Menschen beschäftigt. Nach Unfällen, Schlaganfällen oder anderen Erkrankungen kann die Erzeugung verständlicher Sprache für viele Patienten ein großes Problem darstellen.

Aber auch Kinder und Jugendliche zeigen mitunter Schwierigkeiten beim Sprechen, denen mittels Logopädie begegnet wird. Neben sprachfunktionellen Störungen werden auch Beeinträchtigungen der Stimme oder beim Schlucken behandelt.

In der Stimm-, Sprach und Sprechtherapie stehen sie neben Sprechwissenschaftlern, Atem-, Sprech- und Stimmlehrern oder Sprachheilpädagogen. Die Ausbildung verläuft an staatlich anerkannten Berufsschulen, kann aber auch an Hochschulen z. B. als duales Studium abgeschlossen werden.

Linguist (Sprachwissenschaftler)

Linguistik ist die akademische Lehre der Sprachen und beschäftigt sich mit den verschiedenen Facetten der Sprache (weniger mit dem physischen Akt des Sprechens), z. B. der (historischen) Entwicklung von Sprachen und der Analyse von Sprachen bezüglich ihrer Grammatik, Syntax und Soziologie.

Auch neurologische Aspekte des Spracherwerbs und Sprachverständnisses gehören zu ihrem Forschungsfeld. Das Studium der Linguistik findet ausschließlich an Hochschulen statt.

Auslandsjournalismus

Weniger direkt ist die Beziehung von Auslandsjournalisten und Korrespondenten im Ausland zur Sprache. Für sie ist die Landessprache fremder Staaten in erster Linie Werkzeug zur Erledigung ihrer journalistischen Recherche und Berichtsarbeit.

Dementsprechend ist die Laufbahn hier weniger von Sprachunterricht und linguistischem Erkenntniserwerb geprägt, sondern startet wie eine herkömmliche journalistische Ausbildung. Diese kann sowohl als Berufsausbildung an einer Journalistenschule als auch als universitäres Studium angegangen werden.

Der Journalismus ist ein Gebiet mit vielen Quereinsteigern aus anderen geisteswissenschaftlichen oder medienbezogenen Feldern. Dennoch müssen journalistische Praxis und Handwerksgrundlagen z. B. bei Volontariaten und Praktika erworben werden.

Wer sich dann für die Auslandsarbeit interessiert, muss entsprechende Sprach- und Landeskenntnisse sammeln und oftmals selbstständiger und unabhängiger arbeiten als Inlandsexperten.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]