Die Ballade – eine Übersicht und 8 wichtige Merkmale

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Die Ballade ist eine lyrische Textform, der du im Deutschunterricht begegnest.

Diese Übersicht zeigt dir mithilfe von 8 Merkmalen alles, was du über die Ballade wissen musst.

Mit den Schritt-für-Schritt Anleitungen erklären dir schnell und einfach, wie Inhaltsangaben geschrieben werden und Gedichte interpretiert werden.

Damit bist auch du bestens für deine Prüfung vorbereitet.

Also leg’ am Besten direkt los!

Die Gedichtform erzählt ein besonderes – oft tragisches – Geschehen.
Dabei werden lyrische, epische und dramatische Elemente verwendet.
Der mehrstrophige Text stellt einzelne Szenen der Handlung dar.

  • Lyrisch: Gedicht mit Strophen, Versen und Reimen
  • Episch: spannende Ereignisse, in denen Figuren vorkommen
  • Dramatisch: dramatische Geschichte, die auf einen Höhepunkt hinausläuft

Die Geschichte der Ballade

Das Wort Ballade kommt von der französischen Textsorte und entstand im 12. Jahrhundert.

  • Im 12. Jahrhundert hatten Balladen noch einen simplen Aufbau, mit sich oft wiederholenden Strophen, zu dem man gut tanzen konnte.
  • Daher wurde es anfangs auch noch Tanzlied genannt.
  • Im 15. Und 16. Jahrhundert entstanden die Volksballaden, die noch sehr dem Tanzlied ähnelten.
  • Die Volksballaden sind auch als volkstümliche Gedichte bekannt.
  • Ende des 18. Jahrhunderts bildete sich eine Form mit komplexerem Aufbau von Balladen.
  • Ab dieser Zeit verstand man unter einer Ballade ein Gedicht mit mehreren Strophen, welches märchenhafte oder historische Themen anspricht.

3 Merkmalselemente der Ballade

Die Ballade enthält meistens eine Mischform aus der Dramatik, Lyrik und Epik. Wir zeigen dir kurz die wichtigsten Merkmale der 3 verschiedenen Elemente.

Lyrische Elemente

  • Haben einen mehrstrophigen Aufbau, bei dem mehrere Verse eine Strophe bilden.
  • Es werden verschiedene Reimformen eingesetzt, bei denen sich häufig die Enden der Zeilen reimen.
  • Eine Ballade enthält oft Stilmittel, wodurch der Satzbau unüblich erscheinen kann.
  • Dadurch wirkt die Ballade atmosphärischer und stimmungsvoller.
  • Sie lassen sich meistens gut vortragen.

Epische Elemente

  • Weisen viele verschiedene epische Merkmale auf und ähneln den Erzählungen.
  • Es gibt oft einen Spannungsbogen, bei denen spannende Geschehnisse und Geschichten erzählt werden.
  • Die Spannung der Geschichte steigt während der Handlung und löst sich am Ende auf.
  • Es gibt sehr oft einen Erzähler, der die Geschichte außerhalb erzählt.

Dramatische Elemente

  • In Balladen handelt es sich meistens um einen Helden, der von bedrohlichen Situationen konfrontiert wird.
  • Die Handlung wird durch die Figuren und Dialoge vorangetrieben.
  • Die Handlung der Geschichte spielt an wenigen Orten.

Die 8 wichtigsten Merkmale

Damit du weißt, was eine Ballade ist und diese auch erkennen kannst, haben wir dir einen Merkzettel zusammengestellt.

Versmaß

Was ist typisch für eine Ballade?

Die Ballade ist also eine Gedichtform. Sie erzählt in mehreren Strophen mit Versen (in Reimform) eine dramatische Geschichte.

Die Handlung ist außergewöhnlich. Sie wird oft mit Dialogen oder direkter Rede in einzelnen Szenen dargestellt. Dabei wird sich an rhetorischen Mitteln bedient. Außerdem wird eine lyrische Stimmung vermittelt.

Goethe Ballade

Johann Wolfgang von Goethe hat übrigens einige der berühmtesten Balladen geschrieben.

Dazu zählen “Erlkönig” und “Der Zauberlehrling”.

Sprachliche Gestaltung der Ballade

Bei der sprachlichen Gestaltung der Ballade ist die Ballade meistens lebendig gestaltet. Balladen enthalten sehr viele Dialoge, wodurch man als Leser den Eindruck hat, den Ort des Geschehens live mitzuerleben. Dadurch baut die Ballade eine gewisse Spannung für den Leser auf.

  • Die Ballade enthält viele Stilmittel, eine der beliebtesten Stilmittel in Balladen sind Personifikationen, Vergleiche und Metaphern.
  • Durch die bildhafte Sprache der Stilmittel stellt der Verfasser bestimmte Stimmungen dar, wie zum Beispiel eine traumhaft schöne Atmosphäre.
  • Bei der Ballade haben die sprachlichen Bilder eine übertragene Bedeutung und sind nicht wörtlich gemeint.

Die Balladenarten

Die Ballade unterscheidet sich zwischen zwei Arten. Der Kunstballade und der Volksballade.

Die Kunstballade

  • Die Kunstballade entstand Ende des 18. Jahrhunderts und ist eine anspruchsvolle Sprache mit schwierigem Aufbau.
  • Die Kunstballade soll eine moralische Botschaft vermitteln und nicht wie bei einer Volksballade einen unterhalten.

Die Volksballade

  • Die Volksballade entstand im Mittelalter und ähnelt sehr den Volksliedern.
  • Volksballaden behandeln Themen, die beim Volk gerade beliebt waren, wie zum Beispiel Sagen über berüchtigte Helden.

Die Unterarten

Soziale-/politische-Balladen

  • Sie behandelt soziale und politische Themen.
  • Sind auch als sozialkritische Balladen bekannt, die soziale Missstände aufweisen.

Ideen-Ballade

  • Zeigt den Helden in einer sittlichen Konfliktlage.
  • Die Ideenballade weist eine handlungsstarke Geschichte auf.

Numinose-Ballade

  • Zeigt mit magischen Kräften den Kampf des Menschen.
  • Die Magie hat einen Schicksals-verändernden Einfluss.

Technik-Ballade

Sie zeigt den Menschen im Kampf mit technischen Errungenschaften, die meistens unkontrollierbar sind.

Exempel-Ballade

  • Ein allgemeiner Gedanke nach historischer Grundlage wird anhand eines Beispiels verdeutlicht.
  • Hierbei dient das historische Umfeld lediglich nur als Hintergrund, um einen Gedanken konkret darzustellen.

Historische-Ballade

  • Sind mündlich überlieferte Volksballaden.
  • Sind lediglich im historischen Kontext und haben geschichtliche Geschehnisse.

Bekannte Balladen

Hier erhältst du nochmal eine kurze Übersicht von den bekanntesten Balladen.

Johann Wolfgang von Goethe: Erlkönig (1782)

Johann Wolfgang von Goethe: Der Schatzgräber (1797)

Johann Wolfgang von Goethe: Der Zauberlehrling (1797)

Friedrich Schiller: Der Handschuh (1797)

Friedrich Schiller: Der Taucher (1797)

Friedrich Schiller: Der Ring des Polykrates (1797)

Friedrich Schiller: Die Bürgschaft (1798)

Heinrich Heine: Belsazar (1827)

Annette von Droste-Hülshoff: Der Knabe im Moor (1842)

Theodor Fontane: Die zwei Raben (1855)

Theodor Fontane: John Maynard (1886)

Falls du es noch nicht wusstest, das Jahr 1797 ist auch als Balladenjahr bekannt. In diesem Jahr sind 12 der bekanntesten Kunstballaden von Schiller und Goethe erschienen.

Eine Inhaltsangabe schreiben – die einzelnen Schritte

In die Inhaltsangabe gehören nur die wichtigsten Informationen. Sie wird mit eigenen Worten sachlich in der Gegenwart geschrieben. Dabei wird die indirekte Rede verwendet.

1. Einleitung
Folgendes musst du in deiner Einleitung benennen:

  • Textsorte (also Ballade)
  • Titel
  • Entstehungszeit des Textes
  • Autor
  • Ort und Zeit der Handlung
  • Hauptperson/Hauptpersonen
  • Ausblick auf die Handlung

Die Einleitung enthält kurz und knapp die wesentlichen Informationen

2. Hauptteil
So gehst du im Hauptteil vor:

  • Ausgangssituation darstellen
    (an welchem Zeit/Ort und in welcher Situation
    beginnt die Geschichte?)
  • Inhalt sachlich wiedergeben
  • Chronologisch in Abschnitten vorgehen
  • Motivation der handelnden Figuren erklären
    (warum handelt die Figur so, was will die Figur
    erreichen?)
  • auch das Ende der Handlung beschreiben

Im Hauptteil werden die wichtigsten Handlungs-
schritte in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben

3. Schluss
Das kannst du zum Schluss noch schreiben:

  • Absichten des Autors
  • sprachliche Besonderheiten und
    Wirkung dieser Besonderheiten
  • Wirkung des gesamten Textes

Der Schluss rundet die Inhaltsangabe ab, ist aber nicht immer notwendig

Falls du noch Fragen zur Inhaltsangabe hast, haben wir auch noch einen separaten Artikel zur Inhaltsangabe mit Tipps und Tricks zum schreiben.

Wie schreibe ich eine Interpretation einer Ballade?

Beim Schreiben der Interpretation versuchst du, die Ballade zu deuten.

Du musst also hinterfragen und verstehen, was es mit den einzelnen Elementen der Ballade auf sich hat. Die Herausforderung besteht also darin, die einzelnen Textelemente zu entschlüsseln.

In der folgenden Anleitung erfährst du, wie du das ganz einfach schrittweise umsetzt.

Interpretation – so geht es richtig

Hier fasst du alle Besonderheiten der einzelnen Bestandteile des Gedichtes auf und schreibst ihnen ihre Bedeutung zu.

1. Einleitung
Beginne mit einer Einleitung, indem du folgendes benennst:

  • Titel
  • Autor
  • Entstehungsjahr
  • Thema der Ballade
  • Intention des Autors
    (zentrale Aussagen)
  • Kontext des Themas
    (vor allem politisch oder geschichtlich)

In der Einleitung werden die inhaltlichen Kriterien benannt

2. Hauptteil
Anschließend wird in folgenden Schritten die eigentliche Interpretation geschrieben:

  • Strophen beschreiben
    (Anzahl, Refrain, Aufbau)
  • Versmaß, Rhythmus, Reimschema
  • verwendete Stilmittel / andere sprachliche
    Besonderheiten benennen
  • Kommen Wörter wiederholt vor? – Warum?
  • Funktion der Dialoge
    (Warum wurde die Information dialogisch vermittelt?)
  • Zusammenspiel von Epik, Lyrik und Dramatik
  • handelnde Personen
    (Charaktereigenschaften; in welchem Verhältnis stehen
    sie untereinander und wie wurde das dargestellt?)
  • Typologie der Ballade
  • Epoche zuordnen

Der Hauptteil behandelt die formalen Kriterien und gibt ihnen eine Bedeutung

3. Schluss
Trage nun noch einmal alles zusammen:

  • gewonnene Erkenntnisse
  • Wirkung der Ballade
  • Bezug zur Gegenwart

Am Schluss wird eine Zusammenfassung geschrieben

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