Moderne Kunst

Postmoderne Literatur – Definition, Intertextualität und 5 wichtige Merkmale

In Deutsch behandelt ihr gerade das Thema Postmoderne Literatur und du möchtest dich für die nächste Stunden gut vorbereiten? Dann findest du hier die passenden Infos dazu!

Hier erfährst du..

  • was Postmoderne Literatur und Intertextualität sind
  • welche Merkmale die Postmoderne ausmachen
  • welche Dichter und bekannten Werke zu der Epoche gehören

Definition der postmodernen Literatur

Die Postmoderne ist eine der jüngsten Literaturepochen. Der Begriff setzt sich aus ,,post’’ (nach) und ,,modern’’ zusammen. Die Postmoderne ist nämlich die Epoche nach der Moderne.

Es gibt in der Postmodernen kein einheitliches Menschen- oder Weltbild. Der Einzelne ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität und will seinen Platz in der Welt finden.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Die Moderne war geprägt von vielen Strukturen und der Vorstellung, dass der Mensch mit Vernunft handelt. Die Postmoderne wollte diese Grundannahmen überwinden. Oft wurden Innovationsstreben der Moderne kritisiert.

Der Anfang der Epoche ist nicht genau datiert. Man spricht ungefähr von der Mitte des 20. Jahrhunderts. Oft werden die Anfänge auch auf das Jahr 1989 datiert – also das Ende des Kalten Krieges. Für viele begann ein neuer Zeitabschnitt: Deutschland wurde wiedervereinigt, der Kommunismus scheiterte und viele Weltansichten änderten sich.

Die Postmoderne gilt, laut dem deutschen Philosoph Markus Gabriel, seit 2011 als beendet.

5 wichtige Merkmale der Postmodernen Literatur

1. Pessimismus und Sinnverlust

Die Autoren waren der Ansicht, dass es für Menschen in der modernen Welt keinen Platz gibt. Der Mensch ist zwar auf der Suche nach seinem Platz, aber findet ihn nicht. Dadurch entstand ein pessimistischer Blick auf die Welt. In den Werken gibt es keine objektive Wahrnehmung auf das Geschehen, sondern alles erscheint sinnlos.

2. Sprachliche Experimente

In der Literatur der Postmodernen gab es viele sprachlichen Experimente. Die Autoren gingen davon aus, dass bereits alles erfunden wurde und es nicht mehr Neues geben wird. Deshalb wurde auf alte Werke zurückgegriffen und versucht, mit neueren Formen zu kombinieren.

3. Zerstörung durch neue Technologien

Der Postmodernismus lehnte Fortschritt, Wissenschaft und Technik ab. Die Autoren waren neuen Technologien gegenüber sehr skeptisch. Technik wurde als Gefahr für die Menschen wahrgenommen. Diese Haltung wurde vor allem nach dem Kalten Krieg entwickelt, da der Fortschritt in Kriegswaffen eine enorme Bedrohung darstellt.

4. Keine heldenhaften Protagonisten

Die Hauptfiguren sind oft gesellschaftliche Außenseiter und der Leser kann sich meistens nicht mit der Hauptfigur identifizieren. Der Protagonist hat negative Charaktereigenschaften, allerdings bleiben diese meist unverändert und die Figuren durchleben keine persönlichen Wandlungen.

5. Erzählweise und Ausdrucksform

In der Literatur der Postmoderne werden sehr viele sprachliche Stilmittel verwendet. Die Ausdrucksweise ist effektvoll und es gibt spannende Formulierungen. Die Geschehnisse teilweise nicht chronologisch erzählt – oft gibt es mehr als einen Erzählstrang. Außerdem gibt es viele Zeitsprünge innerhalb eines Werkes und der Leser muss die Handlung selbst rekonstruieren.

Intertextualität

Definition: Intertextualität bedeutet, dass Bezüge zu historischen Ereignissen oder Verweise auf anderen Werken hergestellt werden.

Die postmodernen Schriftsteller waren der Ansicht, dass bereits alles erfunden wurde. Deswegen griffen sie oft auf alte Werke zurück und kombinierten diese mit den neuen Techniken. Diese können in Form von Zitaten oder literarischen Bezügen hergestellt werden.

Galerie
Galerie https://unsplash.com/photos/e0TiTKIN-w0 Thong Vo

Literatur der Postmodernen

Autoren hatten viele Freiheiten bei ihren Werken, da es keine literarischen Vorgaben mehr gab. Allerdings hatten sie das Gefühl, dass Menschen in der modernen Welt keinen Platz mehr haben. Das wurde auch oft in der Literatur der Postmodernen thematisiert.

Wichtige Autoren und Vertreter

  • Jaques Derrida (1930-2004)
  • Umberto Eco (1932-2016)
  • Patrick Süskind (*1949)
  • Friedrich Dürrenmatt (1921-1990)
  • Daniel Kehlmann (*1975)

7 Bedeutende Werke der Postmodernen

  • Der Name der Rose (1980) von Umberto Eco
  • Der Besuch der alten Dame (1956) von Friedrich Dürrenmatt
  • Das Parfum (1985) von Patrick Süskind
  • Die Vermessung der Welt (2005) von Daniel Kehlmann
  • Der Vorleser (1995) von Bernhard Schlink
  • Corpus Delicti (2009) von Juli Zeh
  • Faserland (1985) von Christian Kracht

FAQ – Postmoderne Literatur

Welche Themen wurden in den Werken behandelt?

In postmodernen Werken wurde oftmals thematisiert, dass die Menschen keinen Platz in der modernen Welt finden und sich von neuen Technologien bedroht fühlen.

Was ist Intertextualität?

Intertextualität bedeutet, dass in einem Werk Bezüge zu anderen Werken oder historischen Ereignissen hergestellt werden.

Welches Menschenbild hat die Postmoderne?

Es gibt kein einheitliches Menschenbild in der Postmoderne. Der Mensch ist auf der Suche nach seinem Platz in der Welt und will seine eigene Identität finden. Die Gesellschaft ist geprägt vom Hedonismus und macht sich keine konkreten Zukunftspläne.

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