Jugendliche in einer Vorlesung

Was ist ein Relativsatz – alles, was Du dazu wissen musst + Übungen

Der Relativsatz – dieses Thema treibt manchmal Schüler wie auch Studenten und Erwachsene zur Weißglut. Doch eigentlich ist es nicht schwer, einen Relativsatz zu bilden und zu verstehen. Hier zeigen wir Dir, wie Du das zügig und simpel hinbekommen kannst.

Im Folgenden siehst Du,…

– … was überhaupt ein Relativsatz ist,
– … wie man diesen bildet,
– … welchen Zusammenhang Relativsätze und -pronomen haben,
– … ob Kommata vor Relativsätzen nötig sind,
– … Beispiele zu Relativsätzen
– … und schließlich Übungen zur eigenen Anwendung.

Was ist ein Relativsatz? – einfach kurz und knapp erklärt

Ein Relativsatz dient als Nebensatz dazu, weitere Informationen zu geben oder eine Sache genauer zu beschreiben, ohne dabei mit einem neuen Satz zu beginnen. Er bezieht sich meist auf ein Substantiv vom Hauptsatz und wird durch Relativpronomen oder Relativadverbien eingeleitet.

Bleistift auf einen Notizbuch

Beachte:
Ein Relativsatz bezieht sich immer auf eine Sache, die im Hauptsatz vorkommt!

Relativsatz bilden – was da alles zu beachten ist

Relativsatz = Einleitendes Relativpronomen/Relativadverb + Nebensatz

Ein Relativsatz wird mit einem einleitenden Relativpronomen (der, die, das, welcher, welche, welches) oder Relativadverb (wenn, womit, wohin, wo etc.) gebildet. Diese beziehen sich auf ein Substantiv oder eine Sache im Hauptsatz. Welche Kriterien Relativpronomen erfüllen müssen, erfährst Du im folgenden Kapitel.

Schreibende Person

Relativpronomen – Erklärung

Relativpronomen müssen genau denselben Genus (maskulin, feminin, neutral) und Numerus (Singular, Plural) wie das Substantiv haben, worauf sie sich im Relativsatz beziehen. Der Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) ist hingegen von der geschilderten Situation im Hauptsatz abhängig.

Mädchen beim Nachdenken

Als Relativpronomen werden “der”, “die”, “das”, “welcher”, “welche” und “welches” genutzt. Um die Sachverhalte im Hauptsatz auf verschiedene Arten vermitteln zu können, müssen Relativpronomen dekliniert, also in verschiedenen Kasus ausgedrückt werden. In den folgenden Tabellen siehst Du dazu eine Übersicht.

Tabelle 1 – Relativpronomen “der”, “die” und “das”:


Maskulin

Feminin

Neutral

Plural

Nominativ

der

die

das

die

Genitiv

dessen

deren

dessen

deren

Dativ

dem

der

dem

denen

Akkusativ

den

die

das

die

Tabelle 2 – Relativpronomen “welcher”, “welche” und “welches”:

Maskulin

Feminin

Neutral

Plural

Nominativ

welcher

welche

welches

welche

Genitiv

            -

            -

            -

            -

Dativ

welchem

welcher

welchem

welchen

Akkusativ

welchen

welche

welches

welche

Beachte:
“Welcher”, “welche” und “welches” haben als Relativpronomen keine eigenen Genitivformen. Bei diesen werden die Genitivformen der Relativpronomen “der”, “die” und “das” verwendet, also “dessen”, “deren” und “dessen”.

Manchmal werden auch die Wörter “wer” oder “was” als Relativpronomen verwendet, was aber eher seltener der Fall ist.

Tabelle 3 – Relativpronomen “wer”, “was”:

Maskulin/Feminin

Neutral

Nominativ

wer

was

Genitiv

wessen

wessen

Dativ

wem

was

Akkusativ

wen

was

Beachte:
Die Relativpronomen “wer” und “was” sind in maskulin und in feminin komplett identisch! Zudem haben sie keine Pluralformen!

Relativadverbien bleiben hingegen im Gegensatz zu Relativpronomen in ihrer Anwendung unverändert.

Relativsatz mit Präposition – ganz einfach zu verstehen

Falls vor dem Substantiv bzw. dem Bezugswort im Relativsatz eine Präposition vorhanden ist, richtet sich der Kasus des Relativpronomens nach dieser Präposition. Die Präposition steht immer vor dem Relativpronomen.

Junge gibt Daumen hoch

Relativsatz Komma – ja oder nein?

Vor jedem Relativsatz muss immer ein Komma hinzugefügt werden, um diesen vom Hauptsatz klar zu trennen. Das Komma kommt immer direkt vor das Relativpronomen oder das Relativadverb, was verwendet wird.

Beachte:
Ein Komma zwischen Haupt- und Relativsatz ist ein MUSS!

Relativsatz Beispiele zum schnellen Nachvollziehen

Um nun alle Regeln, die Du zum Thema “Was ist ein Relativsatz” gelernt hast, einzuprägen und in der Praxis anwenden zu können, siehst Du hier durch einen Klick auf das jeweilige Plus jetzt einige Beispiele. Diese werden Dir dabei helfen, das Thema in Zukunft problemlos zu beherrschen.

Das Mädchen, das/welches/was zur Schule geht, hat einen roten Schulrucksack.

Die Schülerin, deren/wessen Brille beschmutzt ist, hat ihre Hausaufgaben nicht erledigt.

Die Fußballer, denen/welchen die Erschöpfung anzumerken ist, spielen schlechten Fußball.

Die Kinder, die/welche die Eltern gesucht haben, sind in den Park gegangen.

Die Puppe, womit die Kinder im Kindergarten spielen, ist schon sehr alt.

Das Geschäft, in dem sie heute war, befindet sich gleich um die Ecke.


Relativsätze – Übungen zur praktischen Anwendung

Falls Du Deine erlernten Kenntnisse vertiefen möchtest, kannst Du hier anhand dieser Übungen Dein erlerntes Wissen auf die Probe stellen. Mithilfe der Lösungen kannst Du Deine Ergebnisse durch einen Klick auf das jeweilige Plus überprüfen. Weitere Übungen zu Relativsätzen findest du ansonsten im Link.

Übung: Bilde aus den gegebenen zwei Sätzen einen Haupt- und einen Relativsatz!

Die Autos, die/welche eine schwarze Lackierung haben, fahren zu schnell.

Die Fernbedienungen, deren Tasten nicht mehr funktionieren, werden entsorgt.

Der Affe, dem/welchem/wem die Banane geklaut wurde, gehört zu den Schimpansen.

Das Kind, das/welches/was die Eltern zu Schule bringen, geht in die dritte Klasse.

Sein Freund, auf den der Junge ziemlich lange warten musste, hat sich verspätet.


Häufig gestellte Fragen / FAQ

Ein Relativsatz ist als Nebensatz dazu da, eine Sache/ein Substantiv aus dem Hauptsatz genauer zu beschreiben, ohne dabei mit einem neuen Satz starten zu müssen.

Relativsätze folgen direkt hinter dem Hauptsatz. Das Substantiv oder die Sache, worauf sich das Relativpronomen bezieht, befindet sich (meistens) direkt vor dem Relativpronomen.

Einen Relativsatz bildet man mit einem einleitenden Relativpronomen (der, die, das, welcher, welche, welches) oder Relativadverb (wenn, womit, wohin, wo etc.) Diese beziehen sich auf ein Substantiv oder eine Sache im Hauptsatz.

Relativpronomen leiten Relativsätze ein, die als Nebensätze zusätzliche Informationen über eine Sache geben.

Es gibt einerseits die drei Relativpronomen “der”, “die” und “das”. Andererseits werden auch “welcher”, “welche” und “welches” als Relativpronomen verwendet. Auch “wer” und “was” können als Relativpronomen genutzt werden, was jedoch eher selten der Fall ist. Zudem können auch Relativadverbien (wo, woher, womit etc.) Relativsätze einleiten.

Zwischen Haupt- und Relativsatz muss immer ein Komma gesetzt werden.

Hat Dir der Inhalt geholfen? Lass uns gerne einen kurzen Kommentar da, wir würden uns sehr freuen! Ansonsten findest Du weitere hilfreiche Erklärungen zu verschiedenen Themengebieten auf der Homepage des Nachhilfe-Teams.

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