Parasiten sind die Schmarotzer der Natur. Hund denkt an häufige Parasiten: Floh, Zecke, Wurm

Parasiten – Das musst du über die Schmarotzer wissen

Parasiten – nicht nur die Biester selbst können anstrengend sein, das Thema kann auch im Biologieunterricht eine Qual sein.

In diesem Artikel haben wir alles Wichtige für dich gesammelt:

  • Was diese Schmarotzer eigentlich sind
  • Wie der Parasitismus funktioniert
  • Wie man sie anhand von Beispielen einteilen kann
  • Was der Unterschied zur Symbiose ist

Lass uns gleich anfangen!

Meist sind es kleine Lebewesen, die sich von einem größeren Organismus ernähren, den man Wirt nennt. Weil die Parasiten den Wirt ausnutzen, nennt man sie auch Schmarotzer.

Es handelt sich um Tiere und Pflanzen, aber auch Pilze und Bakterien. Sie leben in oder auf ihrem Wirt. Diese kleinen Biester können Krankheiten übertragen und anderweitig Schaden zufügen.

Sie ernähren sich oft von Körperflüssigkeiten wie Blut, Gewebe oder entziehen dem Wirt Nährstoffe.

Viren haben parasitäre Eigenschaften, denn sie sind zur Vermehrung auf ihren Wirt angewiesen. Sie gelten nicht als Lebewesen und gehören daher nicht zu den Parasiten.

Parasitismus – Was macht ein Parasit?

Von Parasiten ausgelöste Krankheiten heißen Parasitosen

Der Parasitismus gehört, ebenso wie die Symbiose, zu den biotischen Umweltfaktoren.

Das heißt die Lebewesen, die an einer Parasit-Wirt-Beziehung beteiligt sind, beeinflussen sich gegenseitig. Dabei nutzt der Parasit seinen Wirt zum eigenen Vorteil aus.

Durch die Schmarotzer ausgelöste Krankheitsbilder nennt man Parasitosen.

Parasitismus Definition

Parasitismus (oder Schmarotzertum) bezeichnet eine Beziehung zwischen Organismen zweier Arten. Der Parasit schadet dabei seinem Wirt, um selbst einen Vorteil zu erlangen. In der Regel wird der Wirt nicht durch den Parasit getötet.

Merke:

  • Positive Auswirkungen für den Parasit
  • Negative Auswirkungen für den Wirt

Eine Form der Antibiose

Wird ein Beziehungspartner geschädigt, während der andere einen Vorteil hat, kann man von Antibiose sprechen. Neben dem Parasitismus kann man dazu auch Räuber-Beute-Beziehungen zählen.

Im weiteren Sinne beschreibt der Begriff Antibiose eine interspezifische Beziehung, in der ein Partner geschädigt wird, während der andere einen großen Nutzen erfährt.

Im engeren Sinne bezieht sich der Ausdruck Antibiose auf die Wachstumshemmung oder das Abtöten von Mikroorganismen durch Stoffwechselprodukte, die Antibiotika.

Wechselbeziehung zwischen Parasit und Wirt

Parasit-Wirt-Beziehungen können sehr eng sein, schließlich braucht der Parasit seinen Wirt zum Leben. Weil sich die Organismen gegenseitig beeinflussen, stehen sie in Wechselwirkung.

Koevolution

Durch die gegenseitige Beeinflussung einer Parasit-Wirt-Beziehung entwickeln sich die Organismen auch zusammen. Das nennt man Koevolution.

Oft spezialisiert sich der Parasit auf eine oder wenige bestimmte Wirtarten. Im Laufe der Evolution passen sich die Organismen immer weiter aufeinander an.

Durch die Koevolution wird ein Gleichgewicht zwischen Parasit und Wirt sichergestellt, sodass die Existenzgrundlage des Parasiten nicht verloren geht.

Übertragung des Parasiten

Es gibt einige Wege einen Parasiten zu bekommen

  • durch verunreinigte Nahrung
  • an kontaminierten Orten
  • als Folgen mangelnder Hygiene
  • durch die Nahrungskette

Die Nahrungskette ist hier besonders interessant. Frisst ein Tier einen anderen infizierten Organismus, wird das Tier selbst zum Wirt.

Frisst ein Tier einen infizierten Wirt, kann es selbst zum Wirt werden.

Manche Parasiten, wie der kleine Leberegel, können sogar ihre Zwischenwirte beeinflussen, sodass sie leichte Beute für den Endwirt werden.

Erst im Endwirt kann sich der Parasit vollständig entwickeln, geschlechtsreif werden und sich geschlechtlich vermehren.

Tod des Wirtes

Echte Parasiten wollen ihren Wirt in der Regel nicht töten, da er ihr Überleben sichert.

Ein Wirt kann in manchen Fällen so stark geschwächt werden, dass der Parasitismus seinen Tod zur Folge hat. Zum Beispiel, wenn er von besonders vielen Schmarotzern gleichzeitig befallen ist.

Bestimmte parasitäre Lebewesen töten ihren Wirt im Laufe ihrer Entwicklung. Man nennt diese Organismen Raubparasiten bzw. Parasitoide (= Parasitenähnliche).

Es handelt sich dabei um Insekten, die ihre eigenen Eier in einem Wirt ablegen (Eier, Larven, Puppen oder ausgewachsen). Die Larven dieser Insekten entwickeln sich dann auf Kosten des Wirtes, bis dieser am Ende ihrer Entwicklung stirbt.

Ein Beispiel sind Schlupfwespenlarven, welche die Eier und Larven ihrer Wirte besiedeln.

Parasiten Arten – die Einteilung

Es gibt eine Vielzahl von Parasiten und sie unterscheiden sich deutlich durch unterschiedliche Anpassungen, ihre Größe, Lebensweise und wie sie mit ihrem Wirt interagieren.

Anpassungsformen:

  • Haft- und Klammerorgane → um Wirt nicht zu verlieren
  • Rückbildung von Organen → Funktion nicht mehr notwendig
  • Große Eizahlen → gesicherte Vermehrung
  • Komplizierte Entwicklungs- und Übertragungswege → um Wirt zu finden
  • Verhaltensmodifikation beim Zwischenwirt → um Endwirt zu erreichen

7 Kriterien genauer erklärt

Nach ihrer Größe unterscheidet man Mikro- und Makroparasiten.

Mikroparasiten
Sind sehr klein und so zahlreich, dass man nicht genau sagen kann, wie viele einen Wirt befallen haben. Oft handelt es sich um krankheitserregende Protozoen.

Makroparasiten
Sind so groß, dass man ihre Anzahl bestimmen kann. Sie sind auf dem Körper ihres Wirtes oder in Körperhohlräumen wie dem Darm zu finden. Beispiele sind Würmer, Zecken und Flöhe.

Man kann die Schmarotzer, die auf ihrem Wirtsorganismus (Außenparasiten) leben von solchen Parasiten abgrenzen, die im Inneren ihres Wirtes (Innenparasiten) leben.

Ektoparasiten
Leben auf dem Wirt. Nur ihre Versorgungsorgane dringen in den Wirt vor. Dort ernähren sie sich von Hautsubstanzen, Blut oder Gewebsflüssigkeit.

Sie übertragen Krankheiten, wie zum Beispiel Malaria durch Stechmücken oder Lyme-Borreliose durch Zecken.

Endoparasiten
Leben im Wirt. Man unterscheidet extrazelluläre Endoparasiten, die außerhalb von Zellen leben und intrazelluläre Endoparasiten, die in die Wirtszellen vordringen.
Von ihnen ausgelöste Krankheiten nennt man Endopatasitosen.

Beispiele sind Bandwürmer (extrazellulär) und Malariaerreger (intrazellulär).

Manche Parasiten brauchen nur gelegentlich einen Wirt, andere sind in ihrer Entwicklung auf einen Wirtsorganismus angewiesen.

Fakultative Parasiten
Werden Gelegenheitsparasiten genannt. Es handelt sich um frei lebende Organismen, die nicht dauerhaft parasitieren. Ihre Entwicklung kann ohne Parasitismus ablaufen.

Obligate Parasiten
Brauchen für ihre Entwicklung zwingend einen Wirt.

Parasiten haben unterschiedlich lange parasitische Lebensphasen.

Temporäre Parasiten
Suchen ihren Wirt nur zeitweise auf. Zum Beispiel für die Nahrungsaufnahme wie Stechmücken.

Stationäre Parasiten
Brauchen als permanente Parasiten ihr ganzes Leben lang einen Wirt oder leben als periodische Parasiten nur in bestimmten Entwicklungsphasen parasitär.

Parasiten sind unterschiedlich spezialisiert. Manche haben nur eine Wirtsart, andere wiederum eine kleine Anzahl verschiedener Wirte bis hin zu wirklich vielen Wirtsarten.

Wirtsspezifität
Monoxene Parasiten haben sich auf eine Wirtsart spezialisiert. Oligoxene Parasiten haben einige wenige Wirtsarten. Polyxene Parasiten können auf viele verschiedene Wirte zurückgreifen.

Wirtswechsel
Wenn die Schmarotzer für ihre Entwicklung nur einen Wirt brauchen, nennt man sie homoxen. Wenn ein Wirtswechsel vollzogen wird oder keine Wirtsspezifität vorliegt, spricht man von heteroxenen Parasiten.

Parasitäre Pflanzen nennt man Phytoparasiten. Durch eine Wirtspflanze erhalten sie lebensnotwendige Ressourcen.

Vollschmarotzer (Holoparasiten)
Pflanzlichen Parasiten, die vollständig auf ihre Wirtspflanze angewiesen sind. Sie können keine eigene Photosynthese betreiben.
Zum Beispiel der Sommerwurz, der auf Nutzpflanzen wächst.

Sommerwurz als parasitierende Pflanze

Halbschmarotzer (Hemiparasiten)
Sind Phytoparasiten, die ihrem Wirt nur Nährstoffe wie Wasser und Mineralien entziehen. Sie können selbst Photosynthese betreiben.
Zum Beispiel die Mistel, die auf Bäumen zu sehen ist.

Werden Leistungen von anderen Lebewesen ausgenutzt, spricht man von Kleptoparasitismus.
Zum Beispiel durch das Stehlen von Nahrung oder die Nutzung von Nistgelegenheiten.

Kuckuck als Brutparasit

Eine besondere Form des Kleptoparasitismus ist der Brutparasitismus. Dabei wird der eigene Nachwuchs von einer anderen Tierart aufgezogen. Dafür sind einige Kuckucksarten bekannt.

Einige Parasitismus Beispiele erklärt

Malariaerreger sind einzellige Parasiten. Der Mensch dient als Zwischenwirt, denn die Stechmücken sind der eigentliche Endwirt. Es entsteht ein Infektionskreislauf.

Sowohl Malariaerreger, als auch Mosquitos sind Parasiten
  • Infizierte Mücke sticht Mensch
  • Abgesonderter Speichel der Mücke enthält Erreger
  • Mensch ist infiziert
  • Erreger können sich durch Teilung vermehren
  • Nicht infizierte Mücke sticht Mensch und nimmt mit dem Blut die weiterentwickelten Malariaerreger auf

Misteln sind ektoparasitische Gewächse. Sie sind an Gehölzen wie Bäumen oder Sträuchern zu finden.

Misteln sind ein gutes Beispiel für parasitäre Pflanzen
  • Misteln verwachsen mit der Wirtspflanze
  • Brauchen keine eigenen Wurzeln
  • Entziehen dem Wirt Wasser und Nährstoffe
  • Betreiben selbst Photosynthese

Zecken sind blutsaugende Ektoparasiten. Als Wirte nutzen sie Wirbeltiere. Durch die vielen Wirtsarten sind sie Krankheitsüberträger.

Zecken parasitieren auf einem Wirt, dem sie Blut absaugen

Das Blutsaugen dient der Nahrungsaufnahme. Der Saugvorgang dieser temporären Parasiten kann je nach Art zwischen 30 Minuten und mehreren Wochen dauern.

Zecken können sich auf der Suche nach einem Wirt aktiv bewegen.

Schlupfwespen gehören zu den Raubparasiten. Insbesondere ihre Larven parasitieren andere Insekten, vor allem Schmetterlinge.

Schlupfwespen sind Parasitoide, das heißt der Wirt stirbt am Ende ihrer Entwicklung
  • Ausgewachsene Schlupfwespen injizieren ihre Eier in die Larven oder Puppen der Wirtsorganismen
  • Aus den Eiern der Schlupfwespen schlüpfen Larven
  • Die parasitoiden Larven ernähren sich von dem Wirtsorganismus
  • Am Ende der Larvenentwicklung stirbt der Wirt

Parasitismus, Symbiose – der simple Unterschied

Symbiose nennt man interspezifische Beziehungen, bei der alle Beteiligten einen Vorteil erlangen. Es ist eine Nutzgemeinschaft mehrerer Lebewesen.

Parasitismus ist eine interspezifische Beziehung, aber nur der Parasit hat einen Vorteil, während der Wirt geschädigt wird.

Vergleich Parasitismus Symbiose. Vorteil für beide bei der Symbiose, Nachteil für den Wirt beim Parasitismus

FAQ – Parasiten

Was bedeutet Parasitismus?

Parasitismus beschreibt die Wechselbeziehung zweier Arten, bei der ein Parasit seinen Wirt schädigt, um einen Vorteil zu erlangen.

Was ist der Unterschied zwischen Symbiose und Parasitismus?

Bei der Symbiose haben beide Partner durch die Beziehung einen Vorteil. Beim Parasitismus hat nur der Parasit einen Vorteil, während der Wirt benachteiligt ist.

Was sind Parasiten im Körper?

Parasiten, die im Körper ihres Wirtes leben, nennt man Endoparasiten. Das sind zum Beispiel Bandwürmer.

Wie gefährlich sind Parasiten?

Parasiten versuchen in der Regel nicht ihren Wirt zu töten. Möglicherweise wird der Wirt aber sehr stark geschwächt oder es können schwere Krankheiten übertragen werden, die zum Tod führen können.

Wie bekommt man einen Parasiten?

Manche Parasiten können sich aktiv zu ihrem Wirt bewegen.

Vor allem Innenparasiten können durch verunreinigte Nahrung aufgenommen werden. Die Übertragung ist durch infizierte Tiere (oder Menschen) möglich.
Besonders in tropischen Ländern kommt man vermehrt mit Parasiten in Kontakt.

Was macht ein Parasit?

Ein Parasit lebt von seinem Wirt. Dazu ernährt er sich direkt vom Gewebe oder den Körperflüssigkeiten des Wirtsorganismus, entzieht ihm wichtige Nährstoffe oder nutzt seine Leistungen aus.

Dadurch wird dem Wirt Schaden zugefügt. Durch den Parasit ausgelöste Krankheiten (Parasitosen) können gefährlich sein.

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