Reptilien Krokodil unter Wasser

Reptilien – Die wichtigsten Infos über Schildkröten, Schlangen und Echsen

Vor mehr als 100 Millionen Jahren dominierte die Klasse der Reptilien mit ihren bekanntesten Vertretern – den Dinosauriern – die Erde. Die heutigen Kriechtiere haben jedoch nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit ihren ausgestorbenen Vorfahren.

In diesem Artikel erklären wir dir, was Schlangen, Schildkröten und Echsen als moderne Reptilien miteinander vereint und woran du die Klasse erkennen kannst. Am Ende dieses Beitrages wartet außerdem ein praktischer Steckbrief zum Lernen auf dich!

Wusstest du schon? Eigentlich gehören auch die Vögel zur Gruppe der Reptilien, da auch sie einen gemeinsamen Vorfahren teilen. Aufgrund unterschiedlicher Merkmale werden sie allerdings nicht zu den Kriechtieren gezählt.

Die Klasse der Reptilien wird durch bestimmte Merkmale definiert. Dazu gehören:

  • eine schuppige und trockene Haut
  • vier Beine und ein Schwanz
  • Atmung über die Lunge
  • das Schlüpfen aus Eiern
  • eine wechselwarme Körpertemperatur

Der Lebensraum von Kriechtieren kann sehr vielfältig sein. Du kannst sie beispielsweise in Wäldern, in den Bergen oder in der Nähe von Gewässern finden. Da sie wechselwarm sind, stehen die Chancen, Reptilien zu entdecken, an sonnigen Tagen besonders gut.

Merkmale von Reptilien – So erkennst du sie

Die äußeren Merkmale von Reptilien bieten eine zuverlässige Möglichkeit, um die Tiere zu erkennen. Im folgenden möchten wir dir die wichtigsten Eigenschaften von Kriechtieren zeigen, die du schon auf den ersten Blick erkennen kannst.

Haut

Reptilien besitzen weder Federn noch Haare, die ihre trockene Haut bedecken. Bei einigen Arten ist die Oberfläche von Hornschuppen bedeckt, die die Tiere vor Gefahren schützen.

Viele Kriechtiere häuten sich regelmäßig. Das bedeutet, dass sie ihre alte Haut abwerfen und erneuern. Vor allem bei Schlangen ist dieser Prozess der Häutung stark ausgeprägt. Mit etwas Glück kannst du die abgeworfenen Häute im Lebensraum von Schlangen selbst finden!

Gliedmaßen

Ein weiteres Merkmal von Reptilien ist, dass sie einen länglichen Körper mit vier Beinen und einem Schwanz besitzen. Allerdings sind diese Extremitäten je nach Art unterschiedlich ausgeprägt.

Bei Schlangen sind die Beine beispielsweise so stark zurückgebildet, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Größe

Die Körpergröße schwankt bei den verschiedenen Arten von Kriechtieren stark. So gibt es Mini-Chamäleons, die weniger als einen halben Zentimeter groß sind. Das Leistenkrokodil hingegen kann eine stattliche Länge von bis zu 6 Metern erreichen!

Kriechtiere: Gliederung und Arten

Weltweit sind heute mehr als 10.000 verschiedene Arten von Kriechtieren bekannt. In Deutschland sind allerdings nur 15 Reptilienarten beheimatet.

Die heute lebenden (rezenten) Reptilien können in vier Gruppen, sogenannte Ordnungen, eingeteilt werden.

Schildkröten erkennst du sofort an dem typischen Knochenpanzer, der fast ein Drittel des Gewichtes einer Schildkröte ausmacht.

Schildkröte Steckbrief

Echsen zeichnen sich durch ihren gestreckten Körper und den langen Schwanz aus. Im Gegensatz zu Schlangen haben Geckos, Warane und Co. stark ausgebildete Gliedmaßen, die sie zur Fortbewegung nutzen.

Echse Reptilien

Krokodile sind riesige echsenartige Tiere, die durch ihren langen und flachen Schwanz stark an das Leben am und im Wasser angepasst sind. Dies ist ihre Art der Anpassung an die ökologische Nische.

Krokodil Steckbrief

Schlangen stellen durch ihre stark zurückgebildeten Gliedmaßen eine Ausnahme bei Reptilien dar. Du erkennst sie an ihrem sehr langen und dünnen Körperbau und der schlängelnden Fortbewegung.

Schlange Steckbrief

Die Fortpflanzung von Reptilien

Im Gegensatz zu Amphibien findet die Fortpflanzung von Reptilien an Land durch eine innere Befruchtung statt. Das Weibchen legt in den meisten Fällen eine Vielzahl von Eiern in Erdhöhlen ab. Dort sind sie besser vor äußeren Einflüssen geschützt.

Wenn sie schlüpfen, sind die jungen Kriechtiere sofort auf sich allein gestellt. An einigen Stränden kannst du sogar beobachten, wie frisch geschlüpfte Schildkröten sich auf den Weg von ihrem Brutnest ins Meer begeben.

Schildkröten schlüpfen

Bei der Fortpflanzung von Reptilien gibt es nur wenige Ausnahmen, bei denen die Weibchen ihre Jungen lebend gebären. Dazu zählen wenige Arten von Eidechsen, sowie Blindschleichen und Kreuzottern.

Die Atmung von Reptilien

Da sie überwiegend an Land leben, findet die Atmung von Reptilien über ihre Lungen statt. Ähnlich wie bei uns Menschen, ist auch die Lunge von Kriechtieren in zwei gekammerte Lungenflügel eingeteilt.

Allerdings ist das Atmungsorgan von Reptilien weniger komplex als das des Menschen. Das erkennst du beispielsweise daran, dass Kriechtiere kein Zwerchfell besitzen. Dadurch können die Tiere nicht husten!

Wechselwarme Tiere – Was heißt das?

Du hast jetzt schon oft gehört, dass Reptilien wechselwarm sind. Doch was bedeutet das eigentlich?

Als wechselwarm (poikilotherm) werden Tiere bezeichnet, deren Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängt.

Reptilien können also nicht, wie wir Menschen, ihre Körpertemperatur selbst regulieren. Damit sind sie zu jeder Zeit den äußeren Temperaturen ausgesetzt. Allerdings laufen die Körperprozesse von Kriechtieren besser ab, je wärmer es draußen ist.

Das bedeutet, dass die Tiere aktiv (durch ihr Verhalten) versuchen, ihre Körpertemperatur zu steigern. Das ist der Grund, weshalb du beispielsweise Eidechsen häufiger an sonnigen Plätzen siehst!

Eidechse in der Sonne

Doch was passiert mit wechselwarmen Tieren, wenn es im Winter besonders kalt ist? Da ihre körpereigenen Prozesse bei Kälte heruntergefahren werden, verfallen die meisten Reptilien ab bestimmten Temperaturen in eine Kältestarre.

Reptilien Beispiele mit praktischen Steckbriefen

Jetzt weißt du bestens darüber Bescheid, was die Gruppe der Kriechtiere miteinander verbindet! Im Folgenden haben wir für dich drei konkrete Reptilien Beispiele zusammengestellt.

Schildkröte Steckbrief

Die Schildkröte (Testudinata)
Arten: aktuell 341 Arten
Größe: 15 bis 250cm
Gewicht: 95g bis 700kg
Alter: bis zu 200 Jahre
Ernährung: Allesfresser
Lebensraum: alle Kontinente, meist in Wassernähe
Besonderheiten: harter Knochenpanzer
Wissenswert: Die älteste bekannte Schildkröte hieß Adwaita und starb 2006 mit einem Alter von 256 Jahren.

Schlange Steckbrief

Die Schlange (Serpentes)
Arten: über 3600 Arten
Größe: 10cm bis 7m
Gewicht: bis zu 200kg
Alter: bis zu 40 Jahre
Ernährung: Raubtiere (Insekten, Eier, kleine Tiere)
Lebensraum: alle Kontinente
Besonderheiten: langer Körper fast ohne Gliedmaßen, regelmäßige Häutung
Wissenswert: Schlangen haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Allerdings nehmen sie Gerüche statt mit der Nase vor allem mit der Zunge auf!

Eidechse Steckbrief

Eidechse (Lacertida)
Arten: aktuell rund 350 Arten
Größe: 10 bis 90cm
Gewicht: 16g bis 5kg
Alter: bis zu 30 Jahre
Ernährung: Insektenfresser
Lebensraum: alle Kontinente, bevorzugen sonnige Orte
Besonderheiten: Durch ihren langen Schwanz und die ausgeprägten Gliedmaßen können sich Eidechsen blitzschnell bewegen.
Wissenswert: Die meisten Eidechsen können bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Dieser wächst nach einiger Zeit wieder nach.

Amphibien und Reptilien – Wo liegt der Unterschied?

Amphibien und Reptilien werden häufig miteinander verwechselt. Kein Wunder, denn beide sind wechselwarme Wirbeltierarten, die sich sogar äußerlich ähnlich sehen.

Die Unterschiede liegen allerdings in der Lebensweise der Tiere. Amphibien sind im Gegensatz zu den Reptilien bei ihrer Fortpflanzung und im frühen Lebensstadium auf das Wasser angewiesen.

Zudem durchlaufen alle Amphibien eine starke Wandlung in ihrem Leben, die Metamorphose. Reptilien hingegen schlüpfen schon in ihrer Endgestalt aus den Eiern.

Bei genauerem Hinsehen erkennst du auch, dass Reptilien eine trockene und von Schuppen bedeckte Haut haben. Die Oberfläche von Amphibien ist hingegen eher feucht und glitschig.

Reptilien Steckbrief zum Lernen

Reptilien Steckbrief

Zum Schluss möchten wir dir noch diesen Reptilien Steckbrief mit auf den Weg geben. Klicke einfach auf den Link und lade dir das Dokument herunter. Dieses kannst du ganz bequem zu Hause ausdrucken und zum Lernen verwenden.

FAQ – offene Fragen zu Reptilien

Was gehört alles zu den Reptilien?

Zu der Gruppe der Reptilien gehören Schildkröten, Echsen, Krokodile und Schlangen. Aufgrund der gemeinsamen Vorfahren sind theoretisch auch Vögel Reptilien. Diese werden aber aufgrund abweichender Merkmale nicht hinzu gezählt.

Was versteht man unter Reptilien?

Reptilien (oder Kriechtiere) sind eine Klasse der Landwirbeltiere, die sich durch einen gemeinsamen Vorfahren und geteilte Merkmale wie eine trockene Schuppenhaut, vier Gliedmaßen, die Lungenatmung und eine wechselwarme Körpertemperatur kennzeichnen.

Warum gehören Schlangen zu den Reptilien?

Auch auf Schlangen treffen alle Merkmale von Reptilien zu. Sie sind wechselwarme Landwirbeltiere, besitzen eine trockene, schuppige Haut, haben (stark zurückgebildete) Gliedmaßen und atmen durch eine Lunge.

Was ist der Unterschied zwischen Amphibien und Reptilien?

Im Gegensatz zu Reptilien durchlaufen Amphibien eine Metamorphose. Außerdem sind sie während der Fortpflanzung und ihrer ersten Lebensstadien auf das Wasser angewiesen.

Wie ist die Körpertemperatur von Reptilien?

Die Körpertemperatur von Reptilien ist wechselwarm. Das bedeutet, dass sie von der Außentemperatur abhängig ist und nicht durch den Körper reguliert werden kann.

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Lernen und hoffen, dass dir dieser Beitrag dabei helfen kann. Stelle uns gern deine offenen Fragen in den Kommentaren oder lasse uns ein Feedback da!

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