Die Romantik Epoche im Überblick – Wichtige Merkmale und Beispiele

Du schreibst bald eine Klausur über die Epoche der Romantik und weißt nicht wo du anfangen sollst zu lernen? Dann bist du hier genau richtig, denn hier erfährst du…

  • … was die Romantik ist und was in der Epoche passiert ist
  • … die 6 wichtigsten Merkmale der Romantik
  • … welche Motive und Symbole epochentypisch sind
  • … welche bekannten Vertreter und Werke es gibt

Lass uns gleich loslegen!

Romantik – Die Definition

Schauen wir uns doch zunächst einmal an, was es mit der Romantik überhaupt auf sich hat.

Die Romantik ist eine literarische Epoche, die sich zeitlich etwa von 1795 bis 1848 einordnen lässt. Sie lässt sich in drei Phasen aufteilen:

Frühromantik (1795/98 – 1804)
Hochromantik (1805 – 1814)
Spätromantik (1815 – 1848)

Zum einen galt die Romantik als Gegenbewegung zu zwei anderen Epochen, die zeitgleich verliefen: Die Weimarer Klassik und die Epoche der Aufklärung.

Übrigens: Falls du mehr über diese beiden Epochen erfahren möchtest, haben wir hier die passenden Artikel für dich!

Weimarer Klassik (Epoche) – Alle wichtigen Infos auf einen Blick!

Aufklärung – alles, was du über die literarische Epoche wissen musst

Die Epoche der Romantik gilt jedoch auch als Gegenbewegung zu den damaligen gesellschaftlichen Entwicklungen. Dazu gehören der technische Fortschritt, der während dieser Zeit stattgefunden hat, und viele gesellschaftliche Umbrüche.

Ein Teil dieser Wandlung war der Einzug von Naturwissenschaften und der Industrialisierung in die Gesellschaft. Menschen wurden durch Maschinen ersetzt und Produktivität und Leistung standen deutlich im Vordergrund.

Diese Realität bzw. Wirklichkeit lehnten die Romantiker ab!

Sie kritisierten den Wandel der Gesellschaft und stellten stattdessen das Individuum in den Vordergrund. Im Fokus waren dabei die subjektive Gefühlswelt eines Menschen, die Hinwendung zur Natur und das Interesse an dem Geheimnisvollen.

Die Romantiker können daher als eher rückschrittlich betrachtet werden. Durch die Ablehnung der “neuen Wirklichkeit” lehnten sie nämlich gleichzeitig auch die Gegenwart ab.

Auf eine gewisse Art und Weise waren die Romantiker aber auch fortschrittlich: Sie nahmen die Änderungen nicht einfach hin, sondern hinterfragten die Industrialisierung und das Streben nach der Nützlichkeit des Menschen.

Doch Achtung: Auch wenn es erstmal so klingt, waren die Romantiker doch nicht ganz gegen den Verstand und die Wissenschaft.

Viel mehr strebten sie danach, den Verstand zu erweitern. Es ging ihnen darum, Wissenschaft, Religion und Dichtung zu vereinen.

Die 8 wichtigsten Merkmale der Romantik

Jetzt wissen wir, was es mit der Epoche der Romantik auf sich hat. Werfen wir also als nächstes einen Blick auf die 8 wichtigsten Merkmale der Epoche!

Abwendung von der kapitalistischen Arbeitswelt

Zur Zeit der Romantik wurden Menschen vor allem nach ihrer Nützlichkeit bewertet. Da im Rahmen der Industrialisierung viele menschliche Arbeiter durch Maschinen ersetzt wurden, lag der Fokus vor allem auf der Produktivität eines Menschen.

Von dieser kapitalistischen und gewinnorientierten Arbeitswelt haben sich die Romantiker abgewandt. Damit ähnelt die Romantik der Epoche des Sturm und Drang.

Naturverbundenheit

Die Natur spielt in der Romantik eine große Rolle. Sie gilt als Gegenstück zur Stadt, dem Feind der Romantiker, und als Erholungsort für die Romantiker.

Im Vordergrund steht aber nicht einfach nur die Beobachtung der Natur. Vielmehr geht es um die Erfassung der Gefühle, die man verspürt, wenn man sich in der Natur aufhält.

Man spricht auch von der Idealisierung der Natur.

Romantik Epoche Natur Wald

Idealisierung des Mittelalters

Ein weiteres Merkmal: In der Epoche der Romantik wurde das Mittelalter idealisiert, das bis dahin eigentlich sehr verhasst war.

Die Romantiker waren jedoch so fasziniert von den Sagen und Mythen des Mittelalters, dass sie dabei sämtliche Missstände ignoriert haben.

Fantasie- und Traumwelten

Um der Realität zu entfliehen, nutzten Romantiker Fantasie- und Traumwelten als Rückzugort.

Anstatt rational zu denken, nutzte sie vor allem ihre Fantasie. Dadurch wurden die Grenzen des Verstands ausgeweitet.

Romantische Ironie

Ein weiteres Merkmal ist die sogenannte romantische Ironie. Das bedeutet, dass sich ein romantisches Werk selbst kritisiert und referenziert.

Das sieht zum Beispiel so aus: Die Charaktere in einem Werk streiten sich über das Werk selbst und kritisieren es dabei. Das heißt sie beziehen sich auf ein Werk, von dem sie selbst Teil sind.

Doch Achtung: Die romantische Ironie ist nicht in jedem Werk der Romantik zu finden. Kannst du dieses Merkmal also nicht finden, heißt das nicht automatisch, dass das Werk nicht romantisch ist.

Fernweh

Die Romantiker waren außerdem sehr weltoffen. Sie verspürten den Drang nach fernen Reisen und das Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit war ihnen sehr wichtig.

Betonung des Individuums

Im Zentrum der Romantik stand die seelische Gefühlswelt des Individuums: Die Gefühle waren wichtiger als der Verstand. Das sogenannte Lyrische Ich beschreibt daher wie es sich fühlt und nicht das, was es sieht.

Das Unheimliche

Epoche Romantik das Unheimliche

Auch Unheimliches ist ein großer Bestandteil und ein wichtiges Merkmal der Romantik.

Daher finden sich in vielen Werken der Romantik unheimliche und düstere Orte aus der Natur. Dazu gehören zum Beispiel Friedhöfe, dunkle Wälder oder Höhlen.

Die Gemeinsamkeit dieser Orte ist es, dass sie etwas Übernatürliches, Mysteriöses und Magisches an sich haben.

Romantik – Die 6 wichtigsten Symbole und Motive

Neben den oben beschriebenen Merkmalen gibt es außerdem auch bestimmte Symbole und Motive, die dir in den Werken der Romantik immer wieder begegnen werden. Schauen wir uns die 6 wichtigsten doch mal an!

Das Motiv blauen Blume

Die blaue Blume gilt als zentrales Symbol der Romantik. Sie steht als Symbol für die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren und verbindet die Natur mit dem Geist des Menschen.

Sie taucht erstmals im Roman “Heinrich von Ofterdingen” von Novalis auf. Dort geht es um den Protagonisten Heinrich, dem im Traum eine blaue Blume erscheint. Er versucht, sie zu erreichen, doch als er sich nährt, verwandelt sich sich.

Darstellung Blaue Blume
Blaue Blume https://unsplash.com/photos/ikgmBELD7PQ Jez Timms

Das Motiv der Sehnsucht

Die damalige politische und soziale Lage hat in vielen Menschen ein Gefühl der Sehnsucht ausgelöst.

Dabei kann es sich um ganz verschiedene Dinge handeln: Die Sehnsucht nach einer idealen Welt, nach der Ferne, dem Unendlichen oder auch die Sehnsucht nach dem Überwinden von Grenzen.

Das Wandermotiv

Die Romantiker waren stark mit der Natur verbunden. Sie waren stets auf der Suche nach sich selbst – eine Suche mit unklarem Ziel – und irrten haltlos herum. Dabei wollten sie sich von allen Normen und Grenzen befreien.

Weitere Aspekte hierbei sind die Selbstverwirklichung und die Suche nach (neuen) Erfahrungen.

Das Schwellenmotiv

Als Schwellenmotiv gelten alle Motive, die die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum markieren. Dazu gehören zum Beispiel die Dämmerung, das Zwielicht, der Mondschein oder einfach der Blick aus dem Fenster oder in die Ferne.

Das Nachtmotiv

Die Nacht gilt in der Romantik als ein faszinierendes und geheimnisvolles Naturerlebnis. Sie stellt die innere Gefühlswelt dar.

Dazu zählen zum Beispiel Schmerz, unerfüllte Liebe, Tod, außergewöhnliche Phänomene und – schon wieder – die Sehnsucht.

Romantik Epoche Nachtmotiv

Das Spiegelmotiv

Der Spiegel gilt als Symbol für die Schnittstelle zwischen Realität und Irrealität. Er beinhaltet außerdem das Interesse an der der Transzendenz, also am Übernatürlichen. Dabei wurden klassische Grenzen gesprengt.

Darüber hinaus ist das Motiv des Spiegels außerdem eine Hinwendung zum Unheimlichen.

Wichtig: Die Motive und Merkmale solltest du dir für deine Klausur merken, damit du sie in die Gedichtanalyse einbauen kannst.

Romantische Gedichte – Beispiele

Da wir nun alles wichtige über die Epoche der Romantik wissen, wollen wir uns als nächstes ein paar Beispiele für romantische Werke ansehen. Im Folgenden findest du eine Liste mit wichtigen Vertretern der Romantik und einigen ihrer Werke.

Im Anschluss daran findest du außerdem ein Beispielgedicht, in dem wir dir einmal alle verwendeten Symbole markiert haben!

Wichtige Vertreter der Romantik

Mondnacht (1835)
Abschied (1810)
Stimmen der Nacht (1841)
Der Abend (1826)

Aus alten Märchen winkt es (1840)
Mein Herz, mein Herz ist traurig (1827)
Deutschland. Ein Wintermärchen (1844)

Geistliche Lieder (1802)
Hymnen an die Nacht (1800)
Heinrich von Oferdingen (1828)

Wenn die Sonne weggegangen (1803)
Der Spinnerin Lied (1802)
Abendständchen (1802)
In der Fremde (1812)

Andacht (1799)
Das Lied eines Jägers (1804)
Franz Sternbalds Wanderungen (1798)

Schon gewusst? Während der Romantik ist übrigens auch eine ganze Menge Schauerliteratur entstanden, die der modernen Horrorliteratur vorausging.

Diese Schauerliteratur, auch “Schwarze Romantik” genannt, zeichnet sich vor allem durch unheimliche Begebenheiten und die Faszination am Bösen aus.

Beispiele für diese Schauerliteratur sind unter anderem Mary Shelleys “Frankenstein or The Modern Prometheus” oder “Der Sandmann” von E. T. A. Hoffmann.

Ein romantisches Gedicht: “Nachts”

“Nachts” – Joseph von Eichendorff

Ich wandre durch die stille Nacht,
Da schleicht der Mond so heimlich sacht.
Oft aus der dunklen Wolkenhülle,
Und hin und her im Tal
Erwacht die Nachtigall,

Dann wieder alles grau und stille.
O wunderbarer Nachtgesang:
Von fern im Land der Ströme Gang,
Leis Schauern in den dunklen Bäumen –
Wirrst die Gedanken mir,
Mein irres Singen hier
Ist wie ein Rufen nur aus Träumen.

Zeile 1: Das Motiv der Nacht
Zeile 2: Das Unheimliche (Der Mond)
Zeile 7: Gefühlsbetonte Injektion
Zeile 8: Fernweh und Wandermotiv
Zeile 10: Betonung des Individuums
Zeile 12: Traumwelt und Sehnsucht

Weiteres Beispiel: “Die Blaue Blume”

Wir haben noch ein zweites romantisches Gedicht für dich: “Die blaue Blume” von Joseph von Eichendorff. Lies dir das Gedicht einfach mal durch und versuche selbst, alle verwendeten Symbole zu finden!

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Zeile 1: Das Motiv der blauen Blume > “Ich suche die blaue Blume”

Zeile 3: Das Traummotiv > “Mir träumt, dass in der Blume”

Zeile 5: Reise und Wanderschaft > “Ich wandre mit meiner Harfe”

Zeile 9: Motiv der Wanderschaft > “Ich wandre schon seit lange”

Zeile 11: Gefühlsbetonte Interjektion > “Doch ach, noch nirgends hab ich”

Übungen: Fragen zur Wiederholung

Zum Schluss haben wir nun noch ein paar Fragen für dich. Teste hier dein Wissen und überprüfe, ob du alles über die Epoche der Romantik weißt!

Results

#1. Wie viele Phasen gibt es in der Epoche der Romantik ?

#2. In welchem Zeitraum erstreckte sich die Epoche der Romantik ?

#3. Was sind typische Schauplätze in der Romantik ?

#4. Was ist ein typisches Merkmal der Romantik?

#5. Was ist ein typisches Symbol der Romantik?

finish

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Hinterlasse uns gerne dein Feedback, wir würden uns sehr darüber freuen! Falls du noch weitere Fragen hast, kannst du sie ebenfalls in den Kommentaren stellen.

Passend zu diesem Thema empfehlen wir dir auch unseren Artikel über Sturm und Drang, sowie über die verschiedenen Stilmittel.

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