Mendelsche Regeln 1 bis 3 mit Bildern einfach erklärt

Du hast wahrscheinlich gerade mit Genetik in Biologie angefangen. Mendelsche Regeln sind dabei ein wichtiges Thema und bilden eine Grundlage darüber, was wir heute über die Vererbung wissen.

Das Ganze bringt allerdings auch eine Menge neuer Fachbegriffe mit sich.

Fachbegriffe Mendelsche Regeln

Nicht verzweifeln! Eigentlich ist es ganz einfach …

Mendelsche Gesetze – Fachbegriffe

Ganz ohne Fachbegriffe kommen wir natürlich nicht aus. Die wichtigsten Fachbegriffe für das Thema Mendelsche Regeln bzw. Mendelsche Gesetze habe ich für dich hier mal in einer Tabelle zusammengefasst:

uniform gleich
Phänotyp Aussehen eines Individuums
Genotyp die genetische Grundlage für den Phänotyp
Parentalgeneration Generation der Eltern
Filialgeneration Tochtergeneration, Nachkommen der Parentalgeneration, werden durchnummeriert (die Nachkommen der 1. Filialgeneration (F1) sind die 2. Filialgeneration (F2))
Gen Abschnitt auf einem Chromosom, dort ist die Information für die Ausbildung eines Merkmals gespeichert
Allel Variante eines Gens
homozygot reinerbig, für ein Gen liegt zwei Mal das gleiche Allel vor
heterozygot mischerbig, für ein Gen liegen zwei verschiedene Allele vor
dominant Eigenschaft eines Allels, dominante Allele setzen sich bei der Vergebung gegen rezessive durch
rezessiv Eigenschaft eines Allels, rezessive Allele können sich bei der Vererbung nicht gegen dominante Allele durchsetzen. Damit ein rezessives Allel vererbt wird müssen beide Allele rezessiv sein
dominant/rezessiver Erbgang Es gibt dominante und rezessive Allel. Dominante Allele setzen sich durch, während rezessiv nur reinerbig ausgeprägt werden
intermediärere Erbgang beide Allele sind gleichgestellt, wenn der Genotyp gemischt ist bildet sich auch im Phänotyp eine Mischform
dihybrider Erbgang betrifft nicht nur ein Merkmal, sondern die Vererbung von zwei Merkmalen
diploid jedes Chromosom liegt zweimal vor
haploid jedes Chromosom liegt nur einmal vor

Wenn du einen Fachbegriff beim Lesen vergisst, klick ihn einfach an und du kommst sofort wieder zur Tabelle mit der Erklärung.

Wichtig: Mendelsche Regeln gelten für diploide Organismen mit haploiden Keimzellen.

Jetzt wo die Fachbegriffe klar sind können wir direkt mit der ersten Mendelschen Regel starten …


1. Mendelsche Regel – so einfach geht’s

Die erste Mendelsche Regel der Vererbung lautet wie folgt:

Kreuzt man zwei Individuen die sich in einem Merkmal unterscheiden, aber jeweils reinerbig (homozygot) sind, dann sind alle Nachkommen uniform.

Da alle Nachkommen gleich bzw. uniform aussehen, spricht man bei der ersten Mendelschen Regel auch von der Uniformitätsregel. Schauen wir uns diese Regel doch mal anhand eines Beispiels an. Hier sehen wir die Vererbung der Fellfarben bei Hunden dargestellt:


Uniformitätsregel

1. Mendelsche Regel - dominant/rezessiver Erbgang

Oben dargestellt ist die Parentalgeneration. Unten sehen wir die erste Filialgeneration, also die direkten Nachkommen der Eltern.

In den Kreisen ist der Phänotyp der Hunde dargestellt. Wir sehen hier ein Elternteil mit braunem Fell und eins mit schwarzem Fell. Direkt darunter im Kasten ist der Genotyp für die Fellfarbe.

Dominante Allele sind dabei mit Großbuchstaben und rezessive mit Kleinbuchstaben markiert. Das Allel für braunes Fell ist somit “A”, das für schwarzes “b”.

In der Filialgeneration sehen wir das braune Fell als einheitlichen Phänotyp für alle Nachkommen. Im Genotyp sehen wir auch warum.

Erklärung:

Da beide Eltern für ihre Fellfarbe homozygot sind, gibt der eine Elternteil immer das dominante Allel “A” weiter. Vom andere Elterteil wird gleichzeitig immer das rezessive Allel “b” vererbt.

Alle Nachkommen in der F1- Generation haben den Genotyp “A b”

Das dominante Allel “A” setzt sich dabei immer gegen das rezessive “b” durch.

Alle Nachkommen in der F1- Generation haben den Phänotyp “braunes Fell”

Das Ganze war natürlich nur ein Beispiel für den dominant/rezessiven Erbgang, bei einem intermediären Erbgang sieht das noch etwas anders aus:

Hier ist keines der Allele dominant, es bildet sich eine Mischform der beiden Merkmale.

1. Mendelsche Regel - Intermediärer Erbgang

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2. Mendelsche Regel – alles was du wissen musst

Statt Homozygot jetzt Heterozygot!

Bei der Vererbung spalten sich die Nachkommen genotypisch und phänotypisch auf. Die 2. Mendelsche Regel heißt daher auch Spaltungsregel

Kreuzt man zwei für das gleiche Merkmal heterozygote Individuen, dann spalten diese sich sowohl im Genotyp als auch im Phänotyp auf:

Verhältnis Phänotyp: 3:1

Verhältnis Genotyp: 1:2:1


Spaltungsregel

2. Mendelsche Regel - dominant/rezessiver Erbgang

Nehmen wir einfach an, die beiden Elternteile in diesem Beispiel sind jetzt zwei Nachkommen aus der ersten Filialgeneration der ersten Mendelschen Regel.

Unsere Parentalgeneration ist jetzt nicht mehr homozygot für das Merkmal Fellfarbe sondern heterozygot!

Für die nächste Generation sehen wir also eine Aufspaltung des Genotyps & Phänotyps:

  • Das dominante Allel “A” setzt sich weiterhin gegen das rezessive “B” durch, daher haben wir drei Hunde mit braunem Fell.
  • Das rezessive Allel “b” kann sich nicht gegen das dominante “A” durchsetzen. Ein Hund mit schwarzem Fell kann daher nur entstehen wenn beide Eltern ihr rezessives Allel “b” vererben. (Passiert nur in ca. 25% der Fällen)

Der Phänotyp ist daher im Verhältnis 3:1

Für den Genotyp ergibt sich das Verhältnis von 1:2:1

Der Intermediäre Erbgang unterscheidet sich auch hier etwas vom dominant/rezessiven:

2. Mendelsche Regel - Intermediärer Erbgang

Sowohl der Genotyp, als auch der Phänotyp hat hier ein Verhältnis von 1:2:1


3. Mendelsche Regel – die simple Erklärung

Soweit alles verstanden? Sehr gut, dann ist die letzte Mendelsche Regel auch kein Problem mehr.

Für die dritte Mendelsche Regel schauen wir uns einen dihybriden Erbgang an.

Bei der Kreuzung von zwei Individuen, die für zwei unterschiedliche Merkmale homozygot sind, werden beide Merkmale unabhängig voneinander vererbt.


Unabhängigkeitsregel

Wie der Name der Regel vermuten lässt geht es um Unabhängigkeit.

Für die Parentalgeneration nehmen wir zwei Elternteile die für jeweils zwei Merkmale homozygot sind. Beide Merkmale werden nun unabhängig voneinander vererbt.

Für die F1- Generation gilt hier die Uniformitätsregel!

Alle Nachkommen sind also heterozygot, weisen aber den gleichen Phänotyp auf.

In der F2- Generation gilt hier die Spaltungsregel!

Hier treten wieder alle Merkmalskombinationen der Parentalgeneration auf, dabei ergeben sich sogar neue homozygote Kombinationen der Merkmale die man bei den Eltern noch nicht gesehen hat.

Das Verhältnis des Phänotyp ist bei einem dominant/rezessiven Erbgang 9:3:3:1

Beim intermediären Erbgang ändert sich das Verhältnis!

Aber Achtung! Damit diese Regel gilt müssen die Merkmale auf unterschiedlichen Chromosomen vererbt werden.


Mendelsche Gesetze – Zusammenfassung

Das war doch gar nicht so schwer oder?

Hier die wichtigsten Punkte nochmal für dich zusammengefasst:

Unsere Übersicht kannst du auch runterladen.


Mendelsche Regeln – Übungen

Hast du es verstanden? Super! Teste dein Wissen jetzt mit diesem Übungsblatt zu den Mendelschen Regeln

Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten in den Lösungen überprüfen.


Mendelsche Regeln & Blutgruppen

Die Mendelschen Regeln gelten fast überall in der Biologie. Vielleicht hast du sogar schon gehört, dass unsere Blutgruppen auch nach den Mendelschen Regeln vererbt werden.

Darstellung Blutgruppen

Das Deutsche Rote Kreuz hat dazu eine tolle Übersicht erstellt

Besuche die Seite und schaue dir die Vererbung von Blutgruppen an!

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Vielleicht sind ja auch unsere Artikel zum monohybriden Erbgang oder der Stammbaumanalyse etwas für dich. Hier findest du außerdem alle Infos zu allopatrischer Artbildung und sympatrischer Artbildung.

Zur Übersicht des Ratgebers für Nebenfächer

2 Kommentare zu „Mendelsche Regeln 1 bis 3 mit Bildern einfach erklärt“

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