Inhaltsangabe

Eine Inhaltsangabe schreiben – Mit diesen Tipps und Tricks gelingt es dir

An der Tatsache, dass du im Deutschunterricht irgendwann eine Inhaltsangabe schreiben musst, führt kein Weg vorbei. Und so geht es nicht nur dir: Früher oder später muss da jeder Schüler einmal durch.

Dabei fällt es vielen schwer, sich auf das Wesentliche eines Textes zu konzentrieren und nur die wichtigsten Merkmale herauszuschreiben. Aber so schwer, wie du jetzt vielleicht denkst, ist das eigentlich gar nicht.

Damit du dir darüber in Zukunft keine Gedanken mehr machen musst, geben wir dir hier die wichtigsten Tipps und Tricks mit an die Hand. So gelingt dir die nächste Inhaltsangabe bestimmt!

Was ist eine Inhaltsangabe?

Schauen wir uns doch zunächst einmal an, was eine Inhaltsangabe überhaupt ist.

Einfach gesagt: Eine Inhaltsangabe gibt die wesentlichen Punkte eines Buches (oder Textauszugs daraus), Films, Dramas oder eines Theaterstücks wieder. Du fasst also den Inhalt zusammen.

Dein Ziel ist hierbei, dass der Leser den Inhalt genauso gut versteht und kennt wie du. Nach dem Lesen sollte er/sie den gleichen Wissensstand haben. Der Leser sollte dich also nicht fragen müssen, worum es genau ging oder den Text selber lesen.

Tipp: Stell dir beim Schreiben vor, dass du den Inhalt einem Freund erzählst. Welche wichtigsten Dinge würdest du erwähnen, damit dein Freund versteht worum es geht?

Merkmale einer Inhaltsanagabe

Natürlich musst du beim Schreiben einer Inhaltsangabe auch das ein oder andere beachten. Werfen wir doch mal einen Blick auf die wichtigsten Merkmale einer Inhaltsangabe! Klicke einfach das Merkmal an, das dich interessiert, um mehr darüber zu erfahren.

Eine Inhaltsangabe solltest du immer möglichst sachlich schreiben. Das heißt, dass du das, was du zusammenfasst, nicht bewertest oder kommentierst. Du gibst wirklich einfach nur den Inhalt wider.

Darüber hinaus solltest du deine eigenen Worte benutzen. In eine Inhaltsangabe gehören keine Zitate!

Ebenfalls wichtig: Verliere dich nicht zu sehr in den Details! Beschränke dich wirklich nur auf das Wichtigste. Es ist zum Beispiel nicht relevant, was die Charaktere tragen oder wie genau sie aussehen.

Achte auch auf die Länge deiner Inhaltsangabe. Sie sollte immer wesentlich kürzer sein als der Text, zu dem du sie schreibst. Wie lang genau hängt aber immer von der Länge des vorliegenden Textes ab.

Dass Zitate in einer Inhaltsangabe nichts zu suchen haben, haben wir oben bereits einmal erwähnt. Doch auch wörtliche bzw. direkte Rede gehört nicht in eine Inhaltsangabe. Wenn du wörtliche Rede wiedergeben musst oder möchtest, musst du sie in indirekte Rede umwandeln.

Beispiel für wörtliche Rede:
Er fragte: “Brauchst du Hilfe?”. Daraufhin sagte sie: “Nein, danke, ich komme alleine zurecht.”

Um die wörtliche Rede zu vermeiden, könntest du zum Beispiel folgendes sagen:
“Auf Nachfrage lehnt sie die Hilfe des Mannes ab.”
“Die Frage, ob sie Hilfe brauche, verneint sie.”

In einer Inhaltsangabe solltest du immer chronologisch vorgehen. Das heißt, dass du die Handlungen und Geschehnisse in der Reihenfolge wiedergibst, in der sie auch im Originaltext stehen.

Dabei helfen dir Sinnabschnitte. Nimm dir einfach einen Sinnabschnitt nach dem anderen vor und spring nicht zwischen ihnen umher.

Eine Inhaltsangabe wird grundsätzlich immer im Präsens geschrieben.

Beispiel:
“Sie gehen in den Park.”
“Sie treffen sich am Flughafen.”

Es kann jedoch auch passieren, dass du etwas beschreiben musst, was in der Vergangenheit geschehen ist. In diesen Fällen darfst du eine Ausnahme machen und das Perfekt verwenden.

Beispiel:
“Er fragt sie, ob sie schon die Nachrichten gesehen hat.”

Beim Schreiben einer Inhaltsangabe musst du auf die Perspektive achten. Texte wie zum Beispiel Kurzgeschichten sind oft in der sogenannten “Ich-Perspektive” geschrieben. In deiner Inhaltsangabe musst du aber die “Er-/Sie-Perspektive” verwenden.

Beispiel:
“Ich laufe durch den Wald.” > “Er/Sie läuft durch den Wald.”
“Ich hebe die Hand.” > “Er/Sie hebt die Hand.”

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Quelle: Unspash . Urheber: grünes Chamäleon

Inhaltsangabe schreiben – Vorgehen und Aufbau

Als nächstes wollen wir uns ansehen, wie genau du eine Inhaltsangabe schreibst. Wir werfen dafür einen Blick auf die Vorbereitung und auf den Aufbau, der aus drei Teilen besteht: Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Legen wir los!

Inhaltsangabe – Die Vorbereitung

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du dich zunächst darauf vorbereiten.

Als allererstes solltest du dir dafür den Text ganz genau durchlesen. Wenn du eine Inhaltsangabe zu einer Filmszene schreiben musst, schaust du sie dir im Voraus an. Das Ganze machst du am besten sogar mehrmals, also zwei- oder dreimal.

Während des Lesens kannst du dir dann gleich wichtige Dinge markieren und dir Notizen machen. Du kannst den Text hier außerdem in Sinnabschnitte aufteilen. Die helfen dir später dabei, beim Schreiben strukturiert vorzugehen.

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Quelle: Pixabay - Urheber: Klimkin

Einleitung

Die Einleitung deiner Inhaltsangabe besteht nur aus ein paar Sätzen. Hier geht es erstmal darum, dass du alle wichtigen Eckpunkte aufschreibst. Das hier solltest du in deine Einleitung schreiben:

Autor
Titel
Textsorte
Handlungsort
Zeitliche Einordnung der Handlung
Charaktere, die im Text vorkommen
Ein kurzer Satz zum Inhalt / Thema des Textes

Hauptteil

Der Hauptteil ist der längste Teil deiner Inhaltsangabe. Du solltest dir hierfür also etwas mehr Zeit lassen als für die Einleitung.

Im Hauptteil beschreibst du, was genau im Text passiert. Du gibst nun also den Inhalt wieder. Denke dabei daran, deine Notizen aus der Vorbereitung zu Rate zu ziehen! Zusammen mit den Sinnabschnitten helfen sie dir dabei, den Hauptteil zu strukturieren.

Tipp: Um im Hauptteil keine wichtigsten Informationen zu vergessen, kannst du dich beim Schreiben an den W-Fragen orientieren!

Wo spielt die Handlung des Textes?
Wer sind die Protagnisten / Hauptcharaktere?
Wann ist die Handlung zeitlich einzuordnen?
Was passiert im Text?
Warum werden genau diese Ereignisse geschildert und was kann das bedeuten?

Schluss

Nach dem Hauptteil kommt schließlich der Schluss. Hier beschreibst du noch einmal kurz, was du bereits im Hauptteil geschrieben hast. Achte aber darauf, dass du diesen Teil nicht zu lang werden lässt: Zwei oder drei Sätze reichen aus!

Dann schreibst du auf, was dir aufgefallen ist. Du formulierst also sozusagen ein kleines Fazit zum Text.

Hilfreiche Formulierungen für deine Inhaltsangabe

Jetzt kennst du die Theorie, weißt aber immer noch nicht genau, was du schreiben sollst? Wir haben hier ein paar hilfreiche Formulierungen für dich, die du in deiner Inhaltsangabe verwenden kannst!

Hinweis: Wir haben hier zur Veranschaulichung das Beispiel “Hänsel und Gretel” gewählt. In deiner Inhaltsangabe musst du die entsprechenden Daten natürlich ersetzen.

1. Informationen wie den Autor, den Titel, die Textart und das Erscheinungsjahr kannst du in einen einzigen Satz packen:
Das MärchenHänsel und Gretel” wurde erstmals im Jahr 1812 von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm herausgegeben.”

2. Danach beschreibst du in zwei oder drei Sätzen, was im Text passiert:
“Es handelt von den Geschwistern Hänsel und Gretel, die von ihrem Vater im Wald ausgesetzt werden. Bei dem Versuch, zurück nach Hause zu finden, stoßen sie auf ein Haus aus Pfefferkuchen und werden von der Hexe hineingelockt. Sie schaffen es jedoch, die Hexe mit einer List zu täuschen und finden schließlich wieder nach Hause zurück.”

“Die Hauptfigur(en) heißt / heißen / ist / sind…”
Beispiel: “Die Hauptfiguren sind die Geschwister Hänsel und Gretel.”

Achte darauf, wörtliche Rede in indirekte Rede zu übersetzen:
> Die Stiefmutter sagte: “Wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.” (direkt)
> Die Stiefmutter gibt den Kindern die Aufgabe, sie und den Vater zum Holz holen in den Wald zu begleiten. (indirekt)

Nutze deine eigenen Worte:
Original: “Gretel nahm das Brot unter die Schürze, weil Hänsel die Steine in der Tasche hatte.”
In eigenen Worten: “Weil Hänsel schon die Steine trägt, steckt Gretel das Brot ein.”

Im Schluss ziehst du ein Fazit. Das heißt, dass du den Text hier bewerten darfst. Achte aber auf die Aufgabenstellung: Nicht immer wollen deine Lehrer, dass du einen Schluss schreibst.

  • “Das Märchen soll zeigen, dass…”
  • “Das Märchen übermittelt die Botschaft, dass…”

Checkliste

Zum Schluss haben wir nun noch eine Checkliste für dich. Du kannst sie benutzen, um zu überprüfen, ob du an alle wichtigen Punkte gedacht hast. Fahre dazu einfach mit deiner Maus über das Bild!

Mit diesen Punkten kannst du noch einmal überprüfen, ob du an alles gedacht hast:

  1. Übersichtlicher Aufbau
  2. Präsens oder Perfekt
  3. Nur die wichtigsten Informationen für das Verständnis.
  4. Verzichte auf Details.
  5. Keine Zitate
  6. Vermeide direkte Rede. Indirekte Rede so gut es geht vermeiden
  7. Achte auf einen logischen, chronologischen und inhaltlichen Aufbau
  8. Vermeide Wiederholungen.

Inhaltsangabe schreiben – Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Inhaltsangabe?

Eine Inhaltsangabe bietet dem Leser einen Überblick über die wichtigsten Inhalte des Textes. Du als Verfasser solltest also darauf achten, dass der Leser deiner Inhaltsangabe das gleiche Wissen hat wie du- ohne den Text gelesen zu haben.
Im Deutschunterricht wird eine Inhaltsangabe über narrative Texte geschrieben. Das können Kurzgeschichten oder Novellen sein. Denkbar können auch Theaterstücke oder Filme sein.

Wie schreibt man eine gute Inhaltsangabe?

Damit dir eine gute Inhaltsangabe gelingt, ist es wichtig, dass du dich an die Regeln hälst. Wenn du alle Punkte berücksichtigst, die beim Verfassen einer Inhaltsangabe wichtig sind, dann kann nichts schief gehen.
Achte darauf, dass dein Aufbau übersichtlich und chronologisch ist. Das macht das lesen der Inhaltsangabe sehr viel einfacher. Verwende das Präsens oder das Perfekt. Achte darauf, dass du nur die wichtigsten Informationen aufschreibst. Dabei solltest du darauf achten, dass du keine Wiederholungen einbaust. Details brauchst du nicht aufzuschreiben. Ebenso wie Zitate oder direkte Rede. Auch solltest du indirekte Rede so gut es geht vermeiden.

Was sind die Merkmale einer Inhaltsangabe?

Eine Inhaltsangabe ist sehr faktenorientiert. Damit ist gemeint, dass du dich nur auf die wichtigen Inhalte deines Textes konzentrieren sollst.
Beim Schreiben deiner Inhaltsangabe verwendest du einen sachlichen Schreibstil. Dabei solltest du darauf achten, dass du nur die wichtigsten Inhalte aufführst.
Besonders ist wichtig, dass du keine Zitate und wörtliche Rede verwendest.
Außerdem solltest du beim Schreiben darauf achten, dass du keinen Spannungsbogen aufbaust.

Hat eine Inhaltsangabe einen Schluss?

Bei einer Inhaltsangabe ist es besonders wichtig, dass du einen Schluss verfasst. Denn dort kannst du deine eigene Meinung zu dem Text unterbringen und noch einmal kurz zusammenfassen, worum es ging. Du kannst dort zum Beispiel aufschreiben, was dir dort gefallen hat, was dir aufgefallen ist und was das bedeuten kann.

Hat dir der Artikel weitergeholfen? Wenn du noch Fragen hast, schreib gerne einen Kommentar und lass es uns wissen.

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