Realismus Kunst

Realismus (Kunst) – Die Epoche der Kunst (1855-1990) einfach erklärt

Du hast bestimmt im Deutsch Unterricht schon von Realismus gehört. Wenn es um Kunst geht, denkst du an Fotorealismus, aber nicht direkt an die Epoche des Realismus.

Was ist den nun der Unterschied zwischen Fotorealismus und der Kunstströmung Realismus?

Im Folgenden erfährst du alles, was du über die Kunstepoche wissen musst!

Die Realismus Epoche

Die Epoche des Realismus beginnt in der Kunst später als in der Literatur. Wir sprechen vom Beginn der Kunstepoche in dem Zeitraum um 1850. Sie endete um den Zeitraum 1900.

Die Kunstströmung Realismus verbreitete sich über die ganze Welt. Jedoch fand sie ihren Ursprung in Europa. Um genau zu sein in Frankreich.

Um den Gedankengang Künstler des Realismus zu verstehen, musst du den geschichtlichen Hintergrund kennen. Zu der Zeit, in der der Realismus entstand, gab es in Europa mehrere Revolutionen.

Eben jene in Frankreich und Deutschland sind ausschlaggebend für die Entstehung dieser Kunstrichtung.

Gustave Courbets ‘Die Steineklopfer’ (1849)

Wie du siehst, hat die Kunst der Epoche des Realismus hat nichts mit Fotorealismus zu tun.

Die Revolutionen waren eine Reaktion auf Verlangsamung der positiven wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen für normale Bürger.

Diese Veränderungen waren eine Konsequenz der Industrialisierung Englands und der Französische Revolution in 1789. Die Monarchie verlor an politischer Macht, die nun den einfachen Bürgern und Arbeitern zu Teil würde.

Der Wiener Kongress (1814/15) und die Einführung des Metternichen Systems, das dem Adel wieder mehr Macht zusprach, hinderte den Fortschritt, den sich das einfache Volk wünschte.

Natürlich waren nicht alle Revolutionen erfolgreich. Hast du schon mal von der gescheiterten Märzrevolution in Deutschland gehört?

Jedoch war auch noch dem Scheitern der Revolution nicht alles verloren. Die deutsche Bevölkerung erlebte einen kurzweiligen wirtschaftlichen Aufschwung.

In Folge dessen und in Folge der anderen europäischen Revolutionen verbreitete sich die Industrialisierung immer weiter. Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland hatte einen großen Einfluss auf die Motive, die du besonders in den Arbeiten von Adolph Menzel sehen kannst.

Diese Stilrichtung des Realismus wird als bürgerlicher Realismus bezeichnet.

Realismus leicht erklärt

Da du nun den geschichtlichen Hintergrund des Realismus kennst, können wir damit anfangen, die Kunst an sich besser zu verstehen. Du solltest dir immer merken, die Kunst einer Epoche ist eine Reflexion des Zeitgeists ihrer Künstler.

Das heißt, wenn du verstehst, wie sie gelebt haben, verstehst du, warum sie sich in ihrer Kunst so ausdrückten, wie du es heute siehst.

Um Realismus in der Kunst zu verstehen, sollten wir zuerst mit dem Namen anfangen. Vielleicht hat es dich etwas verwirrt, dass gerade die Kunstrichtung mit dem Namen Realismus überhaupt nichts mit Fotorealismus zu tun hat.

Die Stilrichtung des Realismus ist politisch motiviert. Es geht zu keiner Zeit um eine naturgetreue Darstellung von Mensch, Tier oder Landschaft, sondern der Hauptfokus liegt darin, ungeschönt eben diese Motive darzustellen.

Die Kunst des Realismus spiegelt ungeschönt die Lebensrealität des einfachen Volkes und des Bürgertums wieder. Sie verzichtet dabei ganz auf die strikten akademischen Regeln der bildenden Kunst und den Idealismus der Romantik.

Während der Weltausstellung in Paris in 1855 stellte Gustave Courbet seine Werke in einem Pavillon mit dem Namen ‘Le Réalisme’ (Der Realismus) aus. Er selbst erhielt die Inspiration für den Titel von seinem Freund Champfleury, einem Französischen Schriftsteller, der bereits in den 1840s den Begriff Realismus nutzte, um seine eigenen Werke zu beschreiben.

Neben dem Realismus gab es zu der Zeit natürlich auch andere Stilrichtungen in der Kunst. Besonders die Romantik und der Klassismus sind hier von Interesse.

Warum? Weil du den Realismus als eine Gegenbewegung zu eben diesen zwei Stilrichtungen verstehen kannst.

Realismus vs Romantik 

In der Romantik ging es darum, besonders die Natur verherrlicht darzustellen. Vielleicht hast du schon mal vom Begriff “the Sublime” im Englisch Unterricht gehört.

Dieser Begriff kommt aus der Romantik, im Deutschen ist es Erhabenheit im Bezug auf die überwältigende Schönheit der Natur.

Um das Gefühl von Erhabenheit zu erzeugen, haben Künstler der Romantik oft Stilmittel benutzt, die der Realismus strikt ablehnt. Obwohl Realismus eine Art Gegenbewegung zur Romantik ist, ähneln sich besonders die Motive des frühen Realismus und der Romantik sehr.

Das Erhabene bedeutet nicht gleich das Schöne. Jedoch schließen sie sich nicht aus.

Beide Kunstrichtungen stellen das Leben vor der Industrialisierung da. Jedoch widmet sich der Realismus auch dem ‘Hässlichen’ zu.

Dabei ist das ‘Hässliche’ nicht Kunst, die schockiert oder dir Angst machen soll – dafür solltest du dir Gemälde der Schauerromantik ansehen – sondern widmet sie sich Motiven, die sonst nicht gemalt wurden.

Das bedeutet eben das ehrliche und in den Augen Courbets manchmal elende Leben einfacher Leute.

Realismus vs Klassismus

Auf der anderen Seite steht der Klassizismus, du kennst ihn vielleicht besser unter den Begriffen Rokoko und Barock. Inspiriert von der Kunst der Antike, besonders Römischer und Griechischer Kunst, folgt diese Stilrichtung strikten Regeln.

Die Komposition von Gemälden und Darstellung von Körpern hat festgelegte Regeln.

Das römische Schönheitsideal für das männliche Glied war durch das Verlangen nach einem möglichst kleinen Phallus ausgezeichnet. Ein großes Glied war ein Attribut, das die Römer ihren Feinden, den Germanen zusprachen.

Ein kleiner Phallus stand für den zivilisierten Mann, während ein großeres Glied als barbarisch angesehen würde. Jetzt verstehst du die Darstellung von Michelangelos David etwas besser.

Spätere Werke des Realismus wandten sich Motiven zu, die dann doch die Industrialisierung darstellen. Sowie die Auswirkungen, die jene auf die Städte und Landschaften hatte.

Jedoch solltest du dir merken, dass der Spätrealismus der Vorläufer zu den Kunstrichtungen des Impressionismus und des Expressionismus ist.

Den Künstlern des Realismus wird ein gewisser Grad von Authentizität zugesprochen. Du gehst davon aus, dass sie ohne Verherrlichung das Leben ihrer Zeitgenossen darstellen.

Natürlich lässt sich ein gewisser Grad von Stilisierung in der Kunst nicht vermeiden. Jedoch stellen diese Künstler tatsächlich zum größtenteils Aspekte des alltäglichen Lebens dar, die so noch nie gezeigt wurden.

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Adolph Menzels 'Eisenwalzwerk' (1875)

Themen Realismus – Diese Merkmale der Stilrichtung musst du kennen

Du weißt jetzt, welcher historischer Hintergrund den Realismus in der Kunst ausmacht. Dazu hast du ein grobes Bild dazu, was den Realismus ausmacht.

Jetzt bekommst du eine Merkliste aller Elemente, die die Kunst des Realismus ausmachen.

Motive

Das bürgerliche Leben, die Natur, der Industrialismus: besonders sein Einfluss auf die Städte. Auch die Darstellung von Landschaften außerhalb der Stadt, jedoch ohne Idealisierungen.

Die Darstellungen religiöser Aktivitäten haben keinen Fokus auf religiöse Ikonografie, sondern die Menschen, die an den Ritualen teilhaben.

Farbgebung

Oft dunkle, erdige Töne, natürlich ist die Farbgebung vom Motiv abhängig. Die Farben entsprachen denen, wie sie im echten Leben existieren.

Licht und Schatten wurden so imitiert, wie sie in der Natur erscheinen.

Pinselführung

Die Pinselführung ist nicht fein, die Pinselstriche sind in vielen Werken deutlich sichtbar.

Der Realismus ist der Vorreiter des Impressionismus und Expressionismus, was man besonders in der Pinselführung der Künstler erkennen kann.

Wenn du Werke des Realismus mit Werken des Klassismus vergleichst, wirst du bemerken, wie stark die Pinselstriche der Künstler des Realismus hervorstechen.

Funktion

Die Kunst soll einen dokumentierenden Charakter haben. Die Werke sollen die Menschen darstellen, wie sie wirklich lebten. Dasselbe gilt für Landschaftsmalerei.

Anstelle von Idealisierung soll sie das echte, oft harte Leben auf dem Land vor der Industrialisierung darstellen und dokumentieren. Dazu kommt das eben diese Absicht dazu führt, dass viele Werke des Realismus sozialkritisch sind.

Realismus Frankreich – Die Vorlage

Französischer Realismus ist als der Wegbereiter für das weltweite Kunstphänomen besonders wichtig. Deswegen erfährst du hier noch etwas mehr über ihn.

Wie bereits erwähnt, ist Kunst immer stark vom Zeitgeist und historischen Hintergrund seiner Entstehungszeit geprägt. Das bedeutet auch, das dieselbe Kunstrichtung sich in verschiedenen Ländern anders entwickelt.

Der französische Realismus ist die Gegenbewegung zur Romantik und besonders des Klassismus. In der 1789 Revolution haben sich die einfachen Bürger gegen den Adel gewandt. Das Bürgertum ist nun im Fokus und an der Spitze der politischen Macht.

‘Ein Begräbnis in Ornans’ von Courbet dokumentiert das Begräbnis seines eigenen Großonekls. In Ornans wurde es begeistert aufgenommen.

Von dem Publikum in Paris jedoch nicht, weil sie es für geschmacklos hielten, eben jene bürgerliche Schicht darzustellen, von der eine neue Revolution ausgehen könnte.

Jedoch bedeutete das nicht, dass sich auch in der Kunst viel veränderte. Paris behauste zu dieser Zeit immer noch die reichen Bürger, die von den ersten Vorreitern der Industrialisierung profitieren und sich Kunst widmeten, die sich ‘Schönheit’ widmete.

Dieser Umstand spiegelt sich besonders in Courbets Frühwerk wieder, da er zunächst als ein Künstler der Romantik bekannt wurde.

Gustave Courbets Frühwerk 'Selbstbildniss mit schwarzem Hund' (1842)

Er änderte seine Stilrichtung nachdem der Pariser Saloon in 1848 zehn Bilder ausstellte, die von der Kritik gelobt wurden. Diese zehn Bilder sind die Grundlage für Courbets Zuwendung zum Realismus.

Sein wohl bekanntestes Werk, “Ein Begräbnis in Ornans” folgte in 1855 in seinem bereits erwähnten Pavillon ‘Le Réalisme’ während der Pariser Weltausstellung.

Französischer Realismus hat einen besonderen Fokus auf die härte des Lebens der einfachen Bürger auf dem Land vor der Industrielaiseriung. Die Arbeiter und das einfachen Folk, sowie ihre Lebensumstände, rücken zum ersten Mal in den Fokus der Kunst.

Um dir den französischen Realismus noch etwas näher zu bringen, haben wir ein Gemälde Courbets für dich analysiert.

Bildanalyse – Gustave Courbet “Ein Begräbnis in Ornans”

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Gustave Courbet's 'Ein Begräbnis in Ornans' (1849-1850)

Das Gemälde, das du hier siehst, ist Gustave Courbets “Ein Begräbnis in Ornans”. Das Gemälde wurde in den Jahren 1849–1850 von Courbet realisiert und fertiggestellt. Es misst 315 cm × 668 cm und wurde mit Öl auf einer Leinwand festgehalten. Du kannst es heute im Musée d’Orsay in Paris betrachten.

Das Gemälde folgt keiner Kompositionsregel, nicht wie Gemälde der Ikonografie oder der Romantik.

Obwohl ein Moment auf der Beerdigung Courbets Großonkels dargestellt wird, kannst du sehen das sein Grab nur im unteren Bildrand zu sehen ist, wie bereits erwähnt, stehen hier die Trauernden im Vordergrund.

Motive

Normalerweise stehen Religion und religiöse Themen im Vordergrund der Gemälde, die sich mit eben jenen beschäftigen. Jedoch steht in Courbets Gemälde das Ritual der Beerdigung und die trauernde Gemeinde im Vordergrund.

Diese Darstellungen des Alltags ist typisch für den Realismus, nicht die Inszenierung einer Szene steht im Vordergrund, sondern die Dokumentation des Alltags einfacher Bürger.

Es wurde so von manchen Kritikern als “banal” bezeichnet, den Grund dafür kannst du sehen, wenn du auf den eingekreisten Messdiener achtest, der eher gelangweilt aussieht.

Es gab besondere Kritik für Courbets Gemälde, da die religiösen Aspekte nicht im Vordergrund stehen.

Und hast du schon den lieben Hund bemerkt, der sich in die Trauergemeinschaft geschlichen hat?

Die Frauen zeigen sehr deutlich und ungeschönt ihre Emotionen, die Männer hingegen zeigen sich eher bedeckt und trauern im Stillen. Das ist wichtig, weil es wieder zeigt, wie die Menschen in den Vordergrund rücken.

Wenn du dir das Gemälde genau anschaust, kannst du im oberen linken Bildrand sehen, dass das Kreuz eingekreist ist, warum?

Weil es wichtig ist zu verstehen, dass religiöse Symbole sonst nicht als so klein und unwichtig dargestellt werden. In diesem Gemälde erscheint es eher als ein Werkzeug des in eben jenem Moment genutzt wird, als etwas, das Aussagekraft hat.

Farbgebung 

Die Farben sind sehr gedeckt, es ist sehr stimmungsvoll, jedoch geht man davon aus, dass Künstler des Realismus wirklich das wiedergeben, was sie an diesem Tag bzw. in diesen Moment gesehen haben.

Achte auf die Farben im Hintergrund fällt dir etwas auf? Wenn du bereits den Stil der Romantik kennst, dann ja, wenn nicht, dann lass mich es kurz erklären:

Da der Realismus eine Gegenbewegung zur Romantik ist, die sich sehr darauf fokussiert, besonders die Natur als verherrlicht dazustellen, verzichtet der Realismus ganz auf Stilmittel, die die Natur stark verändert darstellen würde.

Zum Beispiel werden Wolken besonders voluminös dargestellt oder die Farben von Blättern besonders grün; alles, was die Natur verherrlicht, ist charakteristisch für die Romantik.

Funktion

Courbet hält in diesem Gemälde einen Moment im Leben und Alltag seiner Familie, Freunde und Bekannten in Ornans fest. Das Motiv wird weder verherrlicht noch dramatisiert.

Realismus Deutschland – Die Adaption

Da du nun ein klares Bild des französischen Realismus hast, fragst du dich vielleicht, wie sich deutscher Realismus von ihm unterscheidet. Um deutschen Realismus zu verstehen, fangen wir am besten mit seinen verschiedenen Strömungen an.

Adolph Menzel (1815 – 1905) ist wohl der bekannteste Vertreter des deutschen Realismus. Er wurde besonders bekannt für seine Darstellungen historischer Szenen, wie zum Beispiel der Arbeit im Eisenwalzwerk.

Andere Künstler wie Ludwig Knaus (1829 – 1910) und Franz von Defregger (1835 – 1921) sind in ihre Motivwahl den Schriftstellern des bürgerlichen Realismus näher. Also einer Darstellung des bürgerlichen Lebens nach der bürgerlichen Revolution.

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Franz Defregger - Erstürmung des Roten Turmes zu München durch den Schmied von Kochel am Weihnachtsmorgen 1705 (1881)

Dabei ist es wichtig zu beachten, das obwohl es ein realistischer Stil ist, idealisiert er. Wie in der Literatur, sollen bürgerliche Werte wie Fleiß betont werden.

Eben jener Fleiß wird belohnt, Faulheit wird abgestraft. Es wird das Leben auf dem Land dargestellt, aber immer im Bezug auf die wirtschaftlichen Veränderungen die mit der Industrialisierung kammen.

Besonders die Veröffentlichung von Marx und Engels kommunistischen Manifest beeinflusste spätere Motive und Darstellung des deutschen Realismus. Die politische Strömung des Kommunismus und seiner Ideale wurden in der Kunst widergespiegelt.

Franz Defreggers "Das letzte Aufgebot" (1874)

Das Bürgertum und seine neue politische Macht rücken immer mehr in den Vordergrund in der Kunst. Was natürlich nicht von allen positiv aufgenommen wurde.

Schiller stand realistischer Kunst kritisch gegenüber. Er war der Auffassung, dass besonders Stile des Klassizismus die Schönheit der Kunst (und damit des Lebens) widerspiegeln. Wenn man diese Ideale ablehnt, würde die Kunst an Sinn verliert.

Wie sich die Nähe zum Bürgertum und die Grundlage für den Impressionismus sowie den Expressionismus besonders im deutschen Realismus zeigt, möchten wir dir in der folgenden Bildanalyse näher bringen

Bildanalyse – Adolph Menzel ‘Das Balkonzimmer’

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Adolph Menzel "Das Balkonzimmer" (1845)

Hier kannst du Adolph Menzels Gemälde “Das Balkonzimmer” sehen. Es entstand in 1845 und gilt heute als eines seiner bekanntesten Werke. Es misst 58 cm × 47 cm und wurde von Menzel mit Öl auf eine Leinwand gemalt. Heute kannst du das Gemälde in der Alten Nationalgalerie in Berlin sehen.

Motive 

Spätere Werke des Realismus gelten als Grundlage für den Impressionismus und den Expressionismus, die ihm folgten.

Im Motiv hat Menzel nicht den Bezug zum bürgerlichen Leben verloren, wenn du dir die Wohnung genau ansiehst, kannst du sehen, das sie nicht prunkvoll dekoriert ist, es handelst sich um ein einfaches Zimmer.

Pinselführung

Im Vergleich zu frühen Werken des Realismus sowie ‘Ein Begräbnis in Ornans’ und auch Menzels eigenen Werken kannst du eine Veränderung in der Pinselführung erkennen, die Striche werden gröber.

Farbgebung und Darstellung

Besonders in Menzels Spätwerk kann man erste Elemente des Impressionismus erkennen: Achte besonders auf die Darstellung von Licht, Menzel hat genau beobachtet, wie sich das Licht im Raum verhalten hat.

Das Zusammenspiel von Licht und Schatten ist besonders interessant, da Menzel genau verstand, wie er sie malerisch festhalten kann.

Funktion

Detailreiche und realitätsgetreue Darstellung von Gegenständen rückt in den Hintergrund, viel mehr geht es um die Darstellung eines Moments und der Emotion, die eben jener im Künstler auslöst.

Impressionismus und Expressionismus widmen sich diesem Grundgedanken völlig, deswegen ist der späte Realismus ihr Vorreiter.

Fazit

Der Realismus ist eine Stilrichtung der Kunst, die sich um dem Leben der einfachen Bürger zuwandte. Sie spiegelt die Lebensrealität der Menschen wieder, die während einer Zeit lebten, die von Revolutionen und Industrialisierung geprägt war, wieder.

Sie verzichtet völlig auf strenge akademische Regeln und Idealisierung ihrer Motive. Deswegen handelt es sich bei ihr um einen eher dokumentierenden, sozial kritischen Kunststil.

Was ist Realismus (Kunst) ?

Realismus in der Kunst bezieht sich nicht auf Fotorealismus, sondern auf die Kunst Epoche von 1850-1900.

Was sind die Motive des Realismus?

Zu den Motiven des Realismus zählen:

  • Die Darstellung des Lebens einfacher Bürger auf dem Land vor der Industrialisierung
  • Die Auswirkung der Industrialisierung auf Städte und das Land
  • Sozialkritische Darstellungen, zum Beispiel Gemälde, die Bürgerrevolutionen darstellen
  • Das Leben der Menschen, das sich mit der Industrialisierung veränderte

Was war revolutionär am Realismus?

Der Realismus war der erste Kunststil, der komplett auf Verherrlichung von Motiven verzichtet (im Gegensatz zur Romantik) und die strikten akademischen Regeln der bildenden Kunst ablehnt (im Gegensatz zum Klassismus). 

Es ist der erste Kunststil, der sich dem einfachen Volk und dem “Hässlichen” zuwendet.

Welche Künstler sind für den Realismus besonders wichtig?

Gustave Courbet, da der Franzose als Begründer der Kunstrichtung gilt.

Adolph Menzel, der Deutsche, zählt zu den bekanntesten und wichtigesten Künstlern des Realismus.

Möchtest du mehr über Realismus in der Literatur wissen? Hier kannst du mehr über ihn erfahren Realismus (1848-1890) – Die Epoche und ihre Merkmale im Überblick.

Hier kannst du mehr über die Literatur der Romantik erfahren, da besonders Schiller ein lauter Kritiker des Realismus in der Kunst war Die Romantik Epoche im Überblick – Wichtige Merkmale und Beispiele.

Und nicht zu vergessen, eine Einführung in die Epoche des Barock, die Teil des Klassismus war  Barock Epoche zusammengefasst – Literatur, Musik, Kunst und mehr!

Konnten wir dir dabei helfen, die Kunst des Realismus besser zu verstehen? Hinterlass uns einen Kommentar und lass es uns wissen!


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