Sarkasmus und Ironie – Wie man beide Konzepte versteht (mit Beispielen)

Sarkasmus und Ironie sind zwei sprachliche Mittel, die auch im Alltag häufig verwendet werden. Allerdings kennen die meisten Menschen nicht den Unterschied zwischen den beiden Konzepten.

“Das war doch nur ironisch gemeint!” ist ein Satz, den du bestimmt auch schon einmal zu hören bekommen hast. Doch war das jetzt wirklich Ironie? Oder hat dich dein Gegenüber geradeheraus beleidigt?

Wenn du dir auch nicht sicher bist, wie Sarkasmus und Ironie voneinander abzugrenzen sind und wie du sie im Alltag erkennst, dann bist du hier genau richtig!

Ironie – Was das Konzept auszeichnet

Grundsätzlich könnte man Ironie als eine leicht erkennbare Falschaussage bezeichnen. Doch was ist damit gemeint?

Wenn jemand etwas ironisches sagt, trifft die Person eine Aussage, die dem Gegenteil von dem entspricht, was sie eigentlich sagen will. Dabei vertraut diese Person darauf, dass ihr Gegenüber genau weiß, dass es sich um eine Falschaussage handelt.

Beispielsweise kann das sprachliche Mittel auftreten, wenn sich zwei Schulfreunde unterhalten, die beide absolute Sportmuffel sind. Person A sagt dann so etwas wie:

“Ich freue mich ja sooo auf den Sportunterricht nachher”.

Dabei geht A davon aus, dass Person B weiß, dass sie sich in Wirklichkeit nicht auf den Sportunterricht freut. Oft wird die Aussage zusätzlich durch eine bestimmte Betonung oder Mimik und Gestik hervorgehoben, um die Ironie hervorzuheben.

Ironie Definition – die 4 wichtigsten Merkmale

Behalte die folgende Ironie Definition im Hinterkopf! Denn damit fällt es dir später leichter, die Unterschiede zum Sarkasmus zu erkennen.

Ironie ist ein rhetorisches Mittel, mit dem der Sprecher eine Aussage tätigt, die den eigenen Überzeugungen widerspricht. Sie ist dabei an ein Publikum gerichtet, das die wahren Einstellungen des Sprechers kennt und deshalb in der Lage ist, die Falschaussage zu entlarven.

Du kannst Ironie am besten an den folgenden Merkmalen erkennen:

  1. Die getätigte Aussage widerspricht eigenen Einstellungen.
  2. Der Sprecher teilt den gleichen Wissensstand mit dem Empfänger.
  3. Der Sender will, dass seine Falschaussage enttarnt wird.
  4. Die Aussage ist an die Situation und das Publikum angepasst.

Ironie Beispiel – 3 praktische Anwendungsbeispiele

Ironie hat verschiedene Wirkungen.

Beispielsweise wird sie häufig dazu verwendet, eine Situation aufzulockern. Oftmals wird sie als ein indirektes humorvolles Element genutzt.

Beispiel: Person A bekleckert sich beim Essen mit Tomatensoße und ruiniert sich damit ein T-Shirt. Person B sagt (humorvoll):

“Das steht dir ja super!”

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Ironie ist, eigene Bewertungen oder Kritik zu nennen. Diese wird durch das sprachliche Mittel nur subtil und indirekt ausgesprochen.

Beispiel: Person A fährt mit dem Fahrrad hinter Person B, die sehr langsam fährt. Um B auf das schleichende Tempo hinzuweisen, fragt A:

“Gehts noch langsamer?”

Ironie eignet sich außerdem gut, um Beziehungen zwischen Personen zu stärken. Da für die Encodierung (=das Verstehen der eigentlichen Bedeutung) ein gemeinsamer Wissensstand vorausgesetzt wird, schafft dies eine Verbundenheit.

Ironische Aussagen werden daher oft als “Insider” verwendet, die beispielsweise nur bestimmte Personen in einer Gruppe verstehen sollen.

Beispiel: Im Matheunterricht fragt Person A Person B nach Hilfe. Person B antwortet mit:

“Na da bin ich ja genau der richtige Ansprechpartner!”,

was er aber als ironische Aussage meint.

Diese Aussage bringt seinen besten Freund zum Lachen, allerdings nicht Person A. Denn nur der beste Freund von B versteht die Ironie in diesem Satz.

Sarkasmus – So erkennt man ihn sofort

Kommen wir nun zum zweiten Konzept – dem Sarkasmus. Im Gegensatz zur Ironie ist der Sarkasmus ein Mittel der Rhetorik, das darauf abzielt, den Gegenüber zu verhöhnen oder zu verletzen.

Er wird also immer mit einer schädigenden Absicht benutzt!

Das Stilmittel wird häufig in Verbindung mit Ironie eingesetzt, um eine (passiv) aggressive Aussage zu verschlüsseln. Beide Konzepte können also gleichzeitig auftreten, bedeuten aber nicht dasselbe!

Sarkasmus Definition – Was bedeutet Sarkasmus?

Das Wort “Sarkasmus” kommt von dem altgriechischem “sarkasmós”, was mit verhöhnen oder auch zerfleischen übersetzt werden kann. Auch darin spiegeln sich also die verletzenden Hintergedanken wider.

Eine Sarkasmus Definition kann folgendermaßen lauten:

Sarkasmus ist ein Stilmittel, mit dem eine Person direkt oder indirekt durch angreifende Aussagen verletzt oder verhöhnt werden soll.

Wird er direkt verwendet, so wird mit einer Aussage offen eine Kritik oder Beleidigung ausgesprochen. Wird Sarkasmus hingegen indirekt benutzt, kommt häufig das Stilmittel der Ironie zum Einsatz, indem der Hohn verschlüsselt übermittelt wird.

Übrigens: Sarkasmus wird auch häufig in satirischen Texten verwendet, um Kritik an Personen oder der Politik zu üben.

Obwohl Sarkasmus negative Aussagen übermitteln soll, muss er nicht immer schlecht sein!

Er ist beispielsweise auch ein beliebtes Mittel des Humors. Oft gilt er zudem als Zeichen von Intelligenz, da insbesondere bei indirektem Sarkasmus ein Wissensstand vorausgesetzt wird, um ihn zu verstehen.

Allerdings solltest du vorsichtig sein, wenn du ihn selbst gebrauchen willst. Zwar können gute Freunde meist über sarkastische Aussagen lachen, aber du weißt nie, wie deine Worte bei anderen Menschen ankommen.

Sarkasmus Beispiel – 3 Anwendungen aus Alltagssituationen

Direkter Sarkasmus – Beispiel 1:

Zwei Freundinnen gehen zusammen shoppen. Eine der beiden probiert eine Hose an, die sie allerdings nicht zu machen kann, da sie eine Nummer zu klein ist. Ihre Freundin sagt daraufhin:

“Dachtest du wirklich, dass du da rein passt?”

Dieser sarkastische Kommentar spielt darauf an, dass das Mädchen mit der Hose breitere Hüften als ihre Freundin hat und kann daher als Spott/Hohn interpretiert werden.

Indirekter Sarkasmus – Beispiel 2:

Ein Schüler arbeitet im Unterricht sehr langsam, da er sich zu sehr ablenken lässt und sich nicht auf seine Aufgabe konzentriert. Der Lehrer kommentiert dieses Verhalten mit dem Spruch:

“Mach bloß nicht zu viel!”

Da er mit dieser Aussage eigentlich das Gegenteil meint, wird hier Ironie genutzt. Zusätzlich dazu verspottet der Lehrer den Schüler, indem er auf seine Faulheit aufmerksam macht. Hier treten also Ironie und Sarkasmus gleichzeitig auf.

Sarkasmus in der Literatur – Beispiel 3

Ein bekannter Satz von dem griechischen Philosophen Sokrates lautet:

“Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen.”

Auch dieses Beispiel kann als Kritik interpretiert werden. In literarischen Werken wird Sarkasmus meist sparsam und indirekt verwendet, da er sonst schnell unseriös wirken kann.

In der Literatur wird Sarkasmus häufig zur Kritik an der Politik oder der Gesellschaft genutzt. Wenn du mehr über die moderne Form von Verhöhnung in der Öffentlichkeit wissen willst, schaue dir doch mal diesen Artikel zu Satire an!

Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus – 5 Tipps, wie du ihn erkennst

Hast du verstanden, wann Ironie oder Sarkasmus verwendet wird?

Zum Schluss wollen wir dir die wichtigsten Kernaussagen unseres Artikels noch einmal zusammenfassen, damit dir die Unterschiede auf einen Blick klar werden.

  1. In einer ironischen Aussage wird das Gegenteil von dem ausgesprochen, was man eigentlich denkt. Dabei geht der Sprecher davon aus, dass das Publikum die Botschaft entschlüsseln kann.
  2. Sarkasmus wird verwendet, um eine verletzende oder spöttische Aussage zu treffen.
  3. Sarkasmus kann direkt oder indirekt (verschlüsselt) formuliert werden.
  4. Indirekter Sarkasmus tritt meistens in Verbindung mit Ironie auf.
  5. Beide Konzepte können demnach gemeinsam in einem Satz auftreten, funktionieren aber auch unabhängig voneinander.

Merke: Ironie ist die Art etwas zu sagen, während sich Sarkasmus auf den Inhalt bzw. die Absicht der Aussage bezieht!

FAQ – häufige Fragen zu Ironie und Sarkasmus

Was ist der Unterschied zwischen Ironie Sarkasmus und Zynismus?

Ironie ist die absichtliche Formulierung gegenteiliger Aussagen, Sarkasmus wird hingegen verwendet, um Menschen zu verletzen oder sich über etwas lustig zu machen.

Zynismus bezeichnet die kritische philosophische Grundeinstellung einer Person, unabhängig von sprachlichen Mitteln wie Ironie und Sarkasmus. Erfahre mehr darüber in diesem Artikel zu Zynismus!

Was ist Sarkasmus?

Sarkasmus ist ein rhetorisches Mittel, das verletzenden Spott oder Hohn beschreibt.

Sarkasmus und Ironie - Wie erkennt man sie schriftlich?

Da in der schriftlichen Kommunikation weder Betonungen, noch Mimik und Gestik genutzt werden können, gibt es hier andere Signale, die auf Sarkasmus und Ironie hinweisen können.

Beispiele dafür sind Anführungszeichen “…” oder Zwinkersmileys 😉
Meistens wird das sprachliche Mittel allerdings durch den Kontext sichtbar.

Sarkasmus vs Ironie - Was sollte man eher verwenden?

Da beide Konzepte für unterschiedliche Zwecke gebraucht werden, können wir hier keine klare Empfehlung aussprechen.

Allerdings solltest du Sarkasmus möglichst sparsam und bedacht anwenden, da dieser schnell verletzend für andere Personen sein kann.

Für was benutzt man Ironie?

Ironie wird häufig als ein humorvolles, auflockerndes Element genutzt. Sie dient dazu, angespannte Situationen zu entschärfen, kann die Bindung zwischen Personen stärken oder kann genutzt werden, um indirekte Kritik auszuüben.

Wie kann man sarkastisch sein?

Bevor du sarkastische Kommentare machst, solltest du dir überlegen, wer dein Publikum ist. Bei guten Freunden kann es lustig sein, sich gegenseitig mit Sarkasmus zu necken oder so seine Meinung zu äußern.

In literarischen Texten solltest du allerdings vorsichtig sein und sarkastische Elemente intelligent verpacken. So kannst du indirekte Kritik äußern. Achte aber darauf, dass deine Aussage dadurch nicht zu unprofessionell und spöttisch klingt!

Was bedeutet Ironie?

Das Wort Ironie kommt vom altgriechischen eirōneía, was mit “Vortäuschung” oder “Verstellung” übersetzt werden kann. Darin spiegelt sich wider, dass der Sprecher eine Aussage tätigt, die er eigentlich nicht so meint – er täuscht also etwas vor.

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