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Märchen für Kinder: Die 7 beliebtesten Märchen für Jungen und Mädchen

Märchen sind die perfekte Gelegenheit, um mit Kindern zusammen auf Abenteuer zu gehen. Allerdings treten bei vielen Eltern heutzutage vermehrt Zweifel und Fragen gegenüber Märchen auf.

In unserem Artikel erfahren Sie

  • … warum Märchen für Kinder wichtig sind
  • … was Kinder aus Märchen lernen und
  • … ab welchem Alter Märchen für Kinder gut sind
  • … die beliebtesten Märchen der Kinder

Märchen dienen der Orientierung

Typisch für Märchen ist: das Gute siegt immer über das Böse. Es gibt gute Feen und böse Hexen, Könige und Diener sowie Gold und Pech.

Kinder brauchen eine solche überschaubare Ordnung, da sie im jungen Alter die Welt in schwarz-weiß erleben.

Deshalb wissen Kinder von alleine auch nicht, was „Gut“ und was „Böse“ ist. Märchen helfen Kindern dabei, eine klare Differenzierung zu machen.

Außerdem entsprechen die Bilder in den Märchen der Weltsicht von Kindern zwischen drei und sieben Jahren.

Sie wundern sich also nicht, warum Tiere im Märchen reden können oder wenn ein Mensch sich in einen Stein verwandelt. Allerdings lernen sie auch, dass solche Geschehnisse nur in der Fantasie passieren.

Mit diesen klaren Botschaften, wird dem Kind eine positive und lebensbejahende Grundeinstellung vermittelt. Oft denken Eltern, dass ihre Kinder nicht alles aus den Märchen verstehen und die Moral auch nicht erkennen, doch Kinder können solche Botschaften über ihr Gefühl verstehen.

Im Märchen sind Kinder ihre eigenen Helden

Kindern lernen außerdem durch die klaren Strukturen in Märchen bestimmte Werte für ihr eigenes Leben.

Märchen sind meist einfach gestrickt. Es gibt gute und böse Gestalten, am Ende siegt stets das Gute und das Böse wird seiner gerechten Strafe zugeführt.

Kinder identifizieren sich selber mit den Helden der Erzählung, weshalb sie auch immer von Märchen beeindruckt sind. Dadurch ziehen Kinder Vergleiche zu selbst erlebten Situationen und übernehmen die Verhaltensweisen zum Teil in das tägliche Leben.

Mit Hilfe von Märchenhelden lernen Kinder: Auch wenn es mal schwierig wird, kannst du deine Ängste überwinden und Herausforderungen bewältigen. Und dabei wird dir immer jemand helfen, solltest du Hilfe brauchen. Selbst wenn dir alles total ausweglos erscheint, kommt es zu einem guten Ende.

Das nimmt den Kindern die Angst und lässt sie auf ihre eigene Kraft vertrauen.

Sind Märchen für Kinder überhaupt verständlich?

Die altertümlichen Redewendungen in klassischen Märchen passen nicht mehr allzu gut in unsere Zeit. Allerdings ist diese antiquierte Sprache gut so, auch wenn Kinder nicht jedes Wort verstehen können.

Die altertümliche Sprache fördert die Vorstellungskraft der Kleinen und, ganz wichtig, signalisiert jüngeren Kindern: Was hier passiert, existiert nicht in der Wirklichkeit, sondern nur in der Märchenwelt.

Märchen bereichern den Wortschatz von Kindern, beflügeln die Fantasie und wirken sich positiv auf die geistige und seelische Entwicklung eines Kindes aus.

Das Lesen und Zuhören von Märchen ist eine gute Möglichkeit, um die Schulfähigkeit von Kinder zu fördern. Hier können Sie mehr zum Thema Schulfähigkeit lesen.

Märchen stärken emotionale Bindungen

Egal ob gemütlich auf dem Sofa oder im Bett zur abendlichen Gute-Nacht-Geschichte.

Beim Vorlesen von Märchen, wie auch beim Geschichten Vorlesen, entsteht ein ganz besonderer Kontakt zwischen Erzähler und Kind.

Beide tauchen in das Geschehen ein, es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl und für die Kinder auch das Gefühl von Geborgenheit und Harmonie.

Das stärkt nicht nur die individuelle Entwicklung des Kindes, sondern auch die Beziehung zu den Eltern.

Sind Märchen heute noch zeitgemäß?

Die Frage ob Märchen heutzutage noch zeitgemäß sind lässt sich ganz einfach beantworten- Ja.

Viele Eltern haben Angst, dass Märchen ihren Kindern eine weltfremde Sicht der Realität vermitteln. Aber genau das Gegenteil ist hier der Fall. Durch Märchen lernen Kinder vereinfacht menschliche Charaktereigenschaften kennen. Ihnen wird gezeigt, was Stärken und Schwächen sind und wie Schwächen und Ängste überwunden werden können.

Im Märchen geht es außerdem um Konflikte zwischen Gut und Böse und deren Lösungen. Durch die Klarheit in der Einteilung von Gut und Böse lernen Kinder, wie sie ihr eigenes Umfeld beurteilen sollen und entwickeln so ihre eigene Moral.

Somit vermitteln Märchen traditionelle Werte, die nie ungültig werden. Diese Werte wird das Kind immer an seine eigenen Erfahrungen anpassen, sodass sie stets aktuell bleiben.

Sind Märchen für Kinder zu grausam?

Inzwischen gibt es auch viele Eltern, die befürchten, Märchen wären zu grausam für ihre Kinder. Immerhin wird die Großmutter von einem Wolf gefressen, eine Hexe im Ofen verbrannt oder eine Frau muss in glühend heißen Schuhen tanzen, bis sie tot umfällt.

Klare Unterteilung von Gut und Böse

Für Kinder ist das ausgeprägte Schwarz-Weiß-Denken, die klare Unterteilung in Gut und Böse im Märchen von großer Wichtigkeit. Kinder brauchen nämlich klare Verhältnisse, damit sie sich orientieren können und um zu entscheiden, was gut und was schlecht ist.

Erst später sind sie in der Lage zu erkennen, dass es verschiedene Möglichkeiten auf der Skala zwischen Gut und Böse gibt.

Der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim hat sich bereits in den 1970er mit dem Thema befasst, ob Märchen Kindern Angst machen. Seine Erkenntnisse decken sich mit denen der modernen Entwicklungspsychologie.

Kinder empfinden die Grausamkeiten in Märchen nicht wortwörtlich sondern symbolisch. Wenn die Hexe also im Ofen verbrannt wird, sehen Kinder keine wirkliche Person, sondern eher die Vernichtung des Bösen.

Dadurch lernen Kinder, dass das Böse besiegt werden kann und wieder Ordnung hergestellt wird.

Märchen für Kinder – Reflektion der eigenen Ängste

Kleine Kinder können ihre Ängste noch nicht in Worte fassen. Dunkle Gestalten wie eine Hexe oder ein Wolf symbolisieren für Kinder ihre eigenen Ängste und helfen ihnen dabei diese zu verarbeiten.

Während Eltern die Bestrafungen in Märchen zu grausam finden, haben Kindergartenkinder hiermit keine Probleme, da sie es nur für gerecht empfinden, wenn die „Bösen“ bestraft werden.

Die Angst, die Kinder möglicherweise verspüren, hält zudem nicht lange an. Wie beispielsweise im Märchen Hänsel und Gretel.

Wenn sich ein Kind mit diesem Märchen identifiziert, verspürt es besonders an der Stelle Angst, wo die Kinder fast von der Hexe gefressen werden. Die böse Gestalt ist also die Hexe. Wird die Hexe am Ende im Backofen verbrannt, befreien sich Kinder von der bösen Gestalt und auch von der Angst. Somit verfliegt die Angst am Ende des Märchens wieder.

Ab welchem Alter sind Märchen gut für Kinder?

Schon ganz kleine Kinder lieben Märchen. Wenn ein Kind eine längere Zeit zuhören kann, kann es sich auch Märchen anhören und nachverfolgen.

Für Kleinkinder gibt es auch viele Märchen als „abgespeckte“ Version und mit illustrierten Bildern. Die Märchen sind dann für das junge Alter, kürzer und vereinfacht. Inzwischen gibt es auch viele altersgerechte Versionen, mit milderen Bestrafungen.

Wichtig dabei ist, dass Sie als Eltern beim Vorlesen auf Ihr Kind achten.

Wenn Ihr Kind gelangweilt oder überfordert ist, werden Sie es schnell merken. Entweder fängt es an zu kaspern, geht weg oder schläft ein. In diesem Fall sollten Sie mit dem Märchen erzählen einfach noch ein wenig warten.

Mit 3 Jahren beginnt die magische Welt

Die meisten Kinder sind erst mit 4 Jahren in der Lage, eine Weile stillzusitzen und sich auf ein Märchen zu konzentrieren.

Das typische „Märchenalter“ beginnt mit etwa 3 Jahren. Im Alter von drei bis sechs Jahren sind Kinder ganz in einer sogenannten magischen Weltsicht verhaftet.

Da ein Kind in diesem Alter noch keinen Zugang zur naturwissenschaftlich-technischen Weltsicht der Erwachsenen hat, können viele Dinge und Naturereignisse nur durch geheimnisvolle und magische Kräfte verständlich gemacht werden

Für Anfänger sollten es dabei kurze Märchen sein mit nur wenigen Personen wie etwa „Der süße Brei“ oder „Die Sterntaler“.

Später folgen dann die beliebten Klassiker wie Rotkäppchen, Der Wolf und die sieben Geißlein, Hänsel und Gretel etc..

Die beliebtesten Märchen der Kinder

Märchen sind für Kinder etwas Besonderes. Sie merken sich ihre Favoriten und lernen daraus. Wenn Sie Grundschulkinder fragen: “Wie viele Märchen kennst du ?” können Kinder meistens spontan 5 Märchen aufzählen und erklären.

Die Favoriten von vielen Kindern sind zum Beispiel Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und Aschenputtel.

Welche Märchen bei Kindern besonders gut ankommen, hängt vom jeweiligen Geschlecht Ihres Kindes ab.

Jungs bevorzugen für gewöhnlich Märchen mit männlichen Protagonisten wie die sieben Zwerge, der Froschkönig oder Tiere, die eine besondere Rolle spielen.

Mädchen bevorzugen hingegen Märchen in denen sich weibliche Figuren durchsetzen und ihr Ziel erreichen.

Die beliebtesten Märchen der Kinder

Mädchen

Jungen

1.

Aschenputtel

Hänsel und Gretel

2.

Schneewittchen

Der gestiefelte Kater

3.

Dornröschen

Schneewittchen

4.

Hänsel und Gretel

Rotkäppchen,

Die Bremer Stadtmusikanten

5.

Rotkäppchen

Froschkönig

6.

Rapunzel

Tischlein deck Dich

7.

Frau Holle

Hans im Glück

Die Moral der Märchen

Hier haben wir eine kleine Auswahl der beliebtesten Kindermärchen rausgesucht. Generell hat jedes Märchen seine eigene Moral und hilft Kindern dabei, wichtige Lektionen im Leben zu lernen.

Wir haben eine große Auswahl an relevanten Themen für Eltern. Hier sind Tipps für den Elternsprechtag oder wie Sie Ihren Kindern bei Konzentrationsschwächen helfen können.

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