Aristotelisches Drama – alles Wichtige zum Thema!

Das aristotelische Drama spielt eine wichtige Rolle im Deutschunterricht, obwohl es schon auf das antike Griechenland zurückgeht. Was alte griechische Philosophen sich vor Ewigkeiten ausgedacht haben, kann doch nur schwer zu verstehen sein, oder?

Nicht unbedingt – wir erklären dir ganz easy alles zu:

  • den drei aristotelischen Einheiten,
  • der Katharsis,
  • der Kausalität,
  • und dem Aufbau des geschlossenen Dramas.

Aristotelisches Drama – was ist das eigentlich?

Das aristotelische Drama verdankt seinen Namen dem griechischen Philosophen Aristoteles. Aristoteles hat in seiner Poetik beschrieben, was für ihn die Dichtkunst ausmacht.

Poetik ist ein Buch über die Dichtkunst, welches Aristoteles ca. 335 v.Chr. geschrieben hat. Man kann sagen, dass diese Schrift die Basis der sich später entwickelnden Dramentheorie ist.

Poetik: Buch über die Dichtkunst von Aristoteles.

Aristoteles stellt in dem Buch dar, dass alle Formen der Dichtung Nachahmungen sind. Er denkt, dass jeder Mensch mit einem Trieb zur Nachahmung geboren wird. Diesen Nachahmungstrieb nennt er Mimesis. Durch die Nachahmung ist der Mensch nach Aristoteles erst fähig, neues zu erlernen.

Mimesis: Der menschliche Trieb zur Nachahmung und die Freude an dieser.

Das aristotelische Drama wird auch geschlossenes Drama genannt. Das kannst du dir leicht merken, weil es in seiner Form ganz klaren Merkmalen folgt, von denen es nicht abweicht. Es ist also in seiner Form geschlossen.

Jetzt schauen wir uns diese Merkmale an!

Geschlossenes Drama – die drei aristotelischen Einheiten

Eines der wichtigsten Merkmale des geschlossenen Dramas sind die drei aristotelischen Einheiten. Die Einheit der Zeit, die Einheit des Raums und die Einheit der Handlung sollen im aristotelischen Drama eingehalten werden.

Geschlossenes Drama

die Einheit der Zeit,

Es gibt keine Zeitsprünge und die Handlung soll innerhalb von 24 Stunden beginnen und enden.

die Einheit des Raums,

Es gibt keine Ortswechsel und die ganze Handlung findet an einem Ort statt. Das liegt daran, dass es im Theater keine Möglichkeiten gab, das Bühnenbild ständig zu ändern. Unterbrechungen des Dramas hätten der Nachahmung geschadet.

und die Einheit der Handlung.

Im aristotelischen Drama gibt es eine klare Reihenfolge der Szenen. Die Szenen können nicht getauscht werden und Anfang und Ende sind klar definiert.

Kausalität Definition

Die Kausalität hängt mit der Einheit der Zeit zusammen. Jede Szene baut auf der vorhergehenden Szene auf und würde an einer anderen Stelle des Dramas keinen Sinn ergeben. Das heißt, es besteht immer ein Zusammenhang zwischen den Handlungen zwei aufeinanderfolgender Szenen. Der Fachbegriff dafür ist Kausalität.

Tragödie – die wichtigste Dramenform für Aristoteles

Die Tragödie ist eine Art der Gattung des Dramas. In Aristoteles Poetik spielt sie die größte Rolle. In der Tragödie sollen Personen auftreten, die einen besseren Charakter haben als es im realen Leben möglich ist.

Diese Personen und vor Allem die Heldin oder der Held sollen edle Handlungen vollbringen. Eine Tragödie ist in gehobener und formeller Sprache geschrieben. Das Ziel der Tragödie ist eine Reinigung der Seele der Zuschauerinnen und Zuschauer. Diese Reinigung nennt man Katharsis.

Katharsis Definition

Die Tragödie soll in ihrer Nachahmung so gut gestaltet sein, dass sie in den Zuschauern Schaudern (griechisch: phobos) und Jammern (griechisch: eleos) auslöst. Wenn die Zuschauerinnen diese Emotionen rauslassen, reinigt das nach Aristoteles ihre Seele. Der Fachbegriff dafür ist Katharsis.

Aristotelisches Drama Aufbau – die 5 Akte

Das Pyramidenmodell zeigt, wie ein geschlossenes Drama aufgebaut ist. Es wurde aber nicht von Aristoteles, sondern von Gustav Freytag entworfen. Trotzdem baut es auf den Theorien der Poetik auf.

Aristotelisches Drama Aufbau - Pyramidenmodell geschlossenes Drama
  • 1. Akt: Exposition: die handelnden Personen des Dramas werden vorgestellt und ein Konflikt kündigt sich an.
  • 2.Akt: Erregendes Moment: die Handlung steigt und verschärft sich mit dem erregenden Moment.
  • 3. Akt: Peripetie: Der Höhepunkt der Handlung wird erreicht.
  • 4. Akt: Retardierendes Moment: Nach dem Höhepunkt fällt die Handlung ab. Das retardierende Moment verzögert die Handlung und baut Spannung vor der folgenden Katastrophe auf.
  • 5. Akt: Entweder kommt es hier zur großen Katastrophe (z.B. Tod des Helden), oder zu einer Lösung des Konflikts (z.B. Versöhnung).

Schau dir doch ein Beispiel für ein geschlossenes Drama an.

Aristotelisches Drama Merkmale

hier haben wir die wichtigsten Merkmale nochmal kurz und knackig für dich zusammengefasst.

  • Dichtung ist für Aristoteles immer Nachahmung
  • Ziel der Nachahmung ist die Katharsis
  • Einheit der Zeit – keine Zeitsprünge – Kausalität
  • Drama in 5 Akten
  • Einheit des Raums – keine Ortswechsel
  • gehobener Sprachstil
  • Einheit der Handlung – nur eine Haupthandlung

Offenes Drama – 6 Unterschiede zum geschlossenen Drama

Das offene Drama ist eine Dramenform, die sich stark vom geschlossenen Drama unterscheidet. Hier zeigen wir dir nur einige Unterschiede auf. Möchtest du mehr über das offene Drama erfahren?

Offenes Drama 

häufige Ortswechsel

viele Personen

wechselnde Sprachstile

Zeitsprünge

Haupthandlung und Nebenhandlungen

Geschlossenes Drama

keine Ortswechsel

wenige Personen

gehobener Sprachstil

keine Zeitsprünge

nur eine Haupthandlung und keine Nebenhandlungen

Aristotelisches Drama – häufig gestellte Fragen

Was gibt es für Dramen?

Im klassischen Drama kommen die Tragödie und die Komödie vor.

Was ist eine Katastrophe im Drama?

Ein geschlossenes Drama endet mit der Katastrophe. Das kann entweder eine wirkliche Katastrophe, wie z.B. der Tod des Helden, oder eine Lösung aller Probleme sein.

Was ist die zentrale Aussage der aristotelischen Dramentheorie?

Nach Aristoteles ist Lyrik immer Nachahmung. Das Ziel dieser Nachahmung ist es, im Zuschauer Jammern und Schaudern auszulösen und damit seine Seele zu reinigen.

Welche formalen Elemente sind typisch für die Form des geschlossenen Dramas?

  • Aufbau in 5 Akten : Exposition, erregendes Moment, Peripetie, retardierendes Moment, Katastrophe
  • Einhaltung der drei Einheiten: Einheit der Zeit, Einheit des Raums, Einheit der Handlung

Was ist das klassische Theater?

Das klassische Theater ist ein anderer Ausdruck für das aristotelische Theater.

Was ist ein aristotelisches Drama?

Ein aristotelisches Drama ist ein Theaterstück in geschlossener Form.

Was ist die Katharsis?

Aristoteles nennt die Reinigung der Seele, die durch ein Drama hervorgerufen werden soll, Katharsis.

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