Soziale Marktwirtschaft – Übersicht und die 4 wichtigsten Merkmale

In der letzten Vorlesung ging es um die soziale Marktwirtschaft und du verstehst nicht, was das überhaupt sein soll?

Kein Thema! Wir erklären es dir so, dass du für das nächste mal gut vorbereitet bist!

Du erfährst in diesem Artikel…

  • was die soziale Marktwirtschaft ist
  • die wichtigsten Merkmale 
  • die Vor- und Nachteile der sozialen Marktwirtschaft
  • die Unterschiede zwischen freier, sozialer und Planwirtschaft

Definition: Was ist Soziale Marktwirtschaft?

Die soziale Marktwirtschaft ist eine Wirtschaftsordnung. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde die soziale Marktwirtschaft von Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard in Deutschland entwickelt. Mittlerweile haben viele andere europäische Länder diese Wirtschaftsordnung (abgewandelt) übernommen.

Die Ziele der sozialen Marktwirtschaft sind in Deutschland als magisches Sechseck formuliert.

Dieses verbindet die wichtigsten wirtschaftspoltischen Ziele. Das magische Sechseck ist eine Erweiterung des magischen Vierecks.

Die Ziele des magischen Vierecks sind:

  • Vollbeschäftigung
  • ein stabiles Preisniveau
  • stetiges Wirtschaftswachstum
  • außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Da das magische Viereck aber nicht mehr so zeitgemäß ist, wurden noch zwei zusätzliche Ziele formuliert und bilden das magische Sechseck:

  • Umweltschutz
  • Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung

Die soziale Marktwirtschaft ist kein abgeschlossenes System. Es kann in Zukunft auch weiterhin durchaus verändert werden.

Merkmale der Sozialen Marktwirtschaft

1. Rechtliche Rahmenbedingung

  • Besitz von Privateigentum
  • Preisbestimmung durch Angebot und Nachfrage
  • Freie Berufswahl

2. Sicherung des Wettbewerbs

  • Gesetze sichern und fördern den Markt
  • Verhinderung von Kartellbildung und Monopolen

3. Soziale Abicherung

  • Absicherungen durch Renten-, Unfall- und Krankenversicherung
  • Sozial geschwächte Personen bekommen zur finanziellen Unterstützung Sozialleistungen
  • Unterstützung schwacher Regionen

4. Konjunkturelle Sicherung

  • Konjunkturschwankungen werden minimiert, damit Wirtschaftswachstum gleichmäßig steigt
  • Zinssteuerung durch unabhängige Notenbank

Vor- und Nachteile

  • Soziale Sicherheit durch Rechtsstaatlichkeit und Sozialleistungen
  • Umweltschutzgesetze
  • Hoher Lebensstandard und gut ausgebaute Infrastruktur
  • Schutz von sozial Schwachen
  • Selbstverwirklichungsmöglichkeiten – jeder seinen Beruf frei wählen darf
  • Niedrige Preise aufgrund der hohen Konkurrenz
  • Keine Monopolstellungen und Kartellabsprachen
  • Hohe Abgabenlast des arbeitenden Bevölkerungsanteil, weswegen der Anreiz besteht, auszuwandern
  • Staatsverschuldung, aufgrund von Subventionen und hohen Personalkosten
  • Freiheiten werden durch den Staat eingeschränkt im Sinne des Allgemeinwohls

Freie Marktwirtschaft Definition

Adam Smith war der Begründer der freien Marktwirtschaft. In dieser Wirtschaftsordnung gibt es kaum Einschränkungen – Konsumenten und Unternehmen dürfen Entscheidungen über Beruf, Produktion und Privateigentum frei treffen. Welche Produkte in welcher Menge und zu welchem Preis produziert werden ergibt sich aus Angebot und Nachfrage.

Die soziale Marktwirtschaft ist eine Weiterentwicklung der freien Marktwirtschaft.

Soziale Marktwirtschaft vs. freie Marktwirtschaft

Eingriff des Staates

In der freien Marktwirtschaft gibt es keine staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft. Der Staat sorgt lediglich dafür, dass es ein funktionierendes Rechtssystem und Infrastruktur gibt. Dadurch, dass der Staat nicht in den Wettbewerb eingrifft, kann es allerdings zu Monopolstellungen, erhöhter Arbeitslosigkeit oder fehlender sozialer Gerechtigkeit kommen.

Das ist in der sozialen Marktwirtschaft etwas anders geregelt. Der Staat greift, wenn notwendig, in das Marktgeschehen ein und kann verschiedene Gesetze erlassen. Damit wird die Bildung eines Monopols verhindert. Der Staat versucht außerdem, ein Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt herzustellen.

Freiheiten des Individuums

In der freien Marktwirtschaft sind Individuen nicht eingeschränkt. Sie können selbst entscheiden zwischen Beruf und Privateigentum. Ihnen liegt eine große Auswahl an Gütern vor. Allerdings besteht eine Unsicherheit, da Individuen keine sozialen Absicherungen wie z.B. Renten- oder Krankenversicherungen haben.

In der sozialen Marktwirtschaft gibt es ähnlich viele Freiheiten. Allerdings gibt es weniger Unsicherheiten aufgrund der sozialen Absicherungen.

Technologischer Fortschritt

Die freie Marktwirtschaft setzt durch den freien Wettbewerb Anreize für Unternehmen, ihre Produkte zu verbessern. Die Unternehmen verhalten sich allgemein sehr wirtschaftlich, was zur Folge hat, dass das Gesamtvermögen des Landes erhöht wird.

In der sozialen Marktwirtschaft gibt es zwar auch Produktinnovation, allerdings nicht so viel wie in der freien Marktwirtschaft. Der Konkurrenzdruck auf dem freien Wettbewerbsmarkt ist nämlich höher als der, bei der sozialen Marktwirtschaft.

Schiffe
Schiffe https://unsplash.com/photos/SInhLTQouEk Dominik Lückmann

Planwirtschaft Definition

Die Planwirtschaft ist eine Wirtschaftsordnung, die zentral von der Regierung gesteuert wird. Das bedeutet, die Güterverteilung wird von der Regierung geplant bzw. organisiert. Der Sozialismus, begründet von Karl Marx und Friedrich Engels, gilt als Grundidee der Planwirtschaft.

Die Planwirtschaft wird auch Zentralverwaltungswirtschaft genannt.

Soziale Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft

Eingriff des Staates

In der Planwirtschaft gibt es keine Gewinnmaximierung oder einen eigenen Besitz. Der Staat gibt vor, was und wie viel konsumiert werden kann zu welchem Preis. Der Staat greift sehr stark in das Marktgeschehen ein.

In der sozialen Marktwirtschaft werden sozial schwächere Bürger vom Staat unterstützt. Ansonsten können Marktteilnehmer frei handeln. Der Eingriff des Staates fällt also im Verhältnis relativ gering aus.

Freiheiten des Individuums

Die Planwirtschaft sieht vor, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Es gibt keine Möglichkeiten, seinen Beruf frei zu wählen. Außerdem gibt es keinen Privatbesitz, weswegen es kaum Freiheiten gibt.

Das Konzept der sozialen Marktwirtschaft ist sehr darauf bedacht, dass den Bürgern viele Freiheiten überlassen werden. Sie können den Beruf frei auswählen, bestimmen welche Produkte sie konsumieren und werden finanziell und sozial abgesichert.

Technologischer Fortschritt

In der Planwirtschaft gibt es keinen Wettbewerb. Da der Staat den Konsum der Bürger bestimmt und die Preise für die Unternehmen festlegt, ist Innovation für Unternehmen unakttraktiv, da es ihnen keinen Vorteil verschafft. Das führt zu einem Mangel von technologischem Fortschritt.

In der sozialen Marktwirtschaft spielt technologischer Fortschritt eine große Rolle. Es gibt einen Wettbewerb und führt zu Konkurrenz zwischen den Unternehmen. Das wiederum setzt Anreize für Unternehemen, ihre Produkte zu verbessern. Diese Innovation erzeugt technologischen Fortschritt und ist der wichtigste Faktor für Wirtschaftswachstum.

Skyline
Hochhäuser https://unsplash.com/photos/xyPxcqh8Tt8 Vlad Busuioc

FAQ – Soziale Marktwirtschaft

Wer hat das Konzept der sozialen Marktwirtschaft entwickelt?

Die soziale Marktwirtschaft ist eine Erweiterung der freien Marktwirtschaft und wurde nach dem 2. Weltkrieg von Alfred-Armack Müller und Ludwig Erhard entworfen.

Welche Freiheiten haben Individuen?

Die Individuen haben viele Freiheiten und können über ihren Konsum, Privatbesitz und Beruf selbst bestimmen.

Wann greift der Staat ein?

Der Staat greift nur dann in das Marktgeschehen ein, wenn es im Sinne des Allgemeinwohls ist. Beispielsweise verhindert der Staat das Bilden von Monopolen und Kartellabsprachen.

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