Stilmittel Buchstabenwürfel

Stilmittel – mit Beschreibung, Wirkung und Beispielen

Stilmittel sind fester Bestandteil im Deutschunterricht. In allen möglichen literarischen Gattungen, aber auch in der mündlichen Sprache kommen bestimmte sprachliche Mittel zum Einsatz.

Damit du zukünftig spielend leicht die bestimmten sprachlichen Gestaltungsformen erkennen und auch selbst anwenden kannst, stellen wir hier die 10 wichtigsten Stilmittel mit ihrer Beschreibung, Wirkung und Beispielen vor.

Zusätzlich lernst du 5 außergewöhnliche Stilmittel kennen und kannst dir am Ende des Artikels eine vollständige Stilmittel-Liste herunterladen!

Lass uns direkt einsteigen!

Was sind sprachliche Mittel?

Stilmittel (auch sprachliche bzw. rhetorische Mittel genannt) sind Bestandteil verschiedenster literarischer Texte.

Ob Anekdote, Parabel, Ballade oder Kurzgeschichte, die sprachliche Gestaltung ist äußerst vielfältig. So lassen sich Stilmittel in Epik, Dramatik, Lyrik, aber auch in politischen Reden, journalistischen Texten, der Werbung bzw. sogar in der Alltagssprache finden.

Am häufigsten wirst du sicherlich die Gedicht– und Sachtextanalyse als Aufgabe in der Schule bekommen. Aber auch der selbstständige Einsatz in Essays oder Rezensionen kann gefordert sein.

Es gibt bestimmte Arten von Stilmitteln. Veränderungen innerhalb der Sätze, Teilsätze oder Satzglieder durch Hinzufügung, Auslassung und Umstellung werden Figuren genannt.

Veränderungen auf der Sinnebene, also dem Austausch/Übertragung bestimmter Ausdrücke, werden Tropen genannt.

Stilmittel Wirkung lesender Junge

Rhetorische Mittel Wirkung

Die Wirkung der rhetorischen Mittel ist vielfältig. Deswegen wirst du zu jedem Stilmittel auch eine extra Erklärung finden.

Allerdings solltest du dich bei den Stilmitteln nicht auf eine ganz bestimmte Wirkung festlegen. Je nach Kontext und Art des Textes können auch andere Wirkungen entstehen.

Frage dich grundsätzlich immer: Wie wirkt das Stilmittel auf mich?

Allgemein verleihen die rhetorischen Mittel den Texten (oder Reden) mehr Ausdruck, machen sie lebendiger und emotionaler oder auch unterhaltsamer.

Das wird damit erreicht, dass Gefühle transportiert und Bilder in den Köpfen der Leser (oder Zuhörer) erzeugt werden. Dadurch wird die Aussage- und Überzeugungskraft verstärkt und die Freude und Aufmerksamkeit gesteigert.

Die wichtigsten rhetorischen Mittel

Rhetorische Frage

Scheinfrage, die keine Antwort erwartet bzw. diese schon selbst enthält.

Die rhetorische Frage fragt nicht nach Informationen, vielmehr will sie den Gegenüber beeinflussen. So wird das Stilmittel als Behauptung eingesetzt und nimmt die Aussage vorweg. Damit werden Aussagen Nachdruck verliehen und bestimmte Emotionen ausgedrückt.

“Habe ich das nicht gesagt?” → Aussage: “Das habe ich dir doch gesagt!”

“Machen wir nicht alle mal Fehler?” → Aussage: “Wir machen alle mal Fehler.”

Ellipse

Es werden einzelne Wörter oder ganze Satzteile ausgelassen.

Die Sprache klingt mündlicher und hinterlässt einen lockeren Eindruck. Der Telegrammstil vermittelt die wichtigsten Informationen und erhöht die Dringlichkeit.

“Je schneller (wir handeln), desto besser (ist es für uns alle).”

Übertreibung (Hyperbel)

Starke Übertreibung (vergrößernd, verkleinernd).

Einer Aussage wird Nachdruck verliehen. Die Sprache wirkt besonders lebendig, emotional und expressiv. In Streitgesprächen können mit einer Übertreibung bspw. Vorwürfe und Kritik ausgedrückt werden.

“ein Meer von Tränen”, “ein Mund wie ein Scheunentor”, “todmüde”, “Schneckentempo” oder “das habe ich dir schon hundertmal erzählt.”

Aufzählung (Enumeratio)

Aufzählung verschiedener Wörter oder Wortgruppen; syndetisch = zwei Wörter oder Wortgruppen mit genau einer Konjunktion, asyndetisch = mind. drei Teile ohne Konjunktionen, polysyndetisch = mind. 3 Teile mit gleicher Konjunktion

Die Wörter werden verstärkt, da der Fokus nicht durch zusätzliche Elemente abgelenkt wird. Außerdem kann eine entschleunigende Dehnung des Textes oder der Rede stattfinden.

“Ich und du”Syndeton, “Ich, du, er, sie”Asyndeton, “Ich und du und er und sie”Polysyndeton

Synästhesie

Es werden mehrere Sinneseindrücke miteinander vermischt. Das können bspw. das Sehen, Hören, Riechen und Fühlen sein.

Die Wörter werden erlebbarer und die Aussagen verstärkt.

“bitterer Schmerz” (Schmecken und Fühlen), “knallhart” (Hören und Fühlen), “quietschbunt” (Hören und Sehen)

Inversion

Die übliche Wortfolge ist umgestellt. Meist ist die Wortstellung von Subjekt und Prädikat umgekehrt.

Das Wort an ungewohnter Stelle wird besonders betont.

“Er stand weinend vor mir.” → Weinend stand er vor mir.”

Vergleich

Direkte Gegenüberstellung von Sachverhalten, Gegenständen oder Bildern. Es entsteht ein analoges Gegenbild mit ausgesprochener oder unausgesprochener Gemeinsamkeit.

Die Anschaulichkeit, Vorstellung oder Bedeutung von Begriffen wird erhöht.

“stark wie ein Löwe”, “er rannte, als sei der Teufel hinter ihm her” → d.h. meist Einsatz von den vergleichenden Worten: “wie” und “als”

Akkumulation

Worthäufung, bei der anstelle eines Oberbegriffs bestimmte Unterbegriffe aneinander gereiht werden. Der Oberbegriff muss nicht genannt werden.

Die Sprache wird bildhafter sowie lebendiger und bezieht den Leser mit ein, indem er sich zu den genannten Begriffen ein eigenes Bild zusammenbaut.

Gestirne → “Sonne, Mond und Sterne”, Glück: → “Nenn´s Glück! Herz! Liebe! Gott!” (Goethe Faust I)

Wiederholung (Repetitio)

Mehrmaliges Benennen des gleichen Wortes entweder direkt hintereinander oder innerhalb eines Verses, einer Strophe oder eines Textabschnitts. Anapher = Wiederholung am Beginn; Epipher = Wiederholung am Ende.

Die entsprechenden Wörter werden verstärkt und hervorgehoben.

Walle! walle manche Strecke…” (Goethe Zauberlehrling) → Anapher, “Er will alles, kann alles, tut alles.”Epipher

Metapher

Wörter oder Wortgruppen werden durch einen bildhaften Ausdruck aus einer anderen Begriffswelt ersetzt.

Dadurch, dass eine Metapher nicht immer eindeutig ist und interpretiert werden muss, wird der Leser aktiv mit einbezogen. Außerdem wirkt die Sprache sehr bildhaft und lebendig.

“Schmetterlinge im Bauch” → für das Verliebtsein, “Adleraugen” → für sehr gutes Sehvermögen

ausgefallene Stilmittel

Zusatz: 5 ausgefallene Stilmittel, mit denen du die Lehrer überzeugen kannst

Zusätzlich zu den wichstigsten Stilmitteln haben wir dir 5 besondere Stilmittel aufgelistet, mit denen du bei deinem Deutschlehrer ordentlich punkten kannst.

Verwendung:
Doppelte Verneinung von Aussagen oder Verneinung des Gegenteils.

Wirkung:
Der etwas verschachtelte Ausdruck beansprucht die Aufmerksamkeit der Leser. Außerdem können bestimmte Aussagen vorsichtiger ausgedrückt bzw. abgeschwächt werden (oft auch Untertreibung oder Ironie).

Beispiel:
“Ich habe keine Angst davor, keine Rente zu bekommen” statt “Ich bin mir sicher, dass ich eine Rente bekomme.”
“Der ist nicht klein.” statt “Der ist sehr groß.”, “ Das ist nicht übel.” statt “Das ist sehr gut.”

Verwendung:
Eigennamen werden mit Eigenschaften oder charakteristischen Adjektiven beschrieben. Sonderform der Periphrase (Umschreibung eines Wortes durch seine Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen).

Wirkung:
Bringt Abwechslung in den Text und kann aufwertende oder abwertende Assoziationen erzeugen.

Beispiel:
“der Allmächtige” oder “Schöpfer der Welt” für Gott

Verwendung:
Wörter oder Satzglieder werden parallel überkreuzt, sodass ein spiegelbildlicher Satzbau entsteht. Dabei müssen sich die Wörter nicht wiederholen, auch strukturell ähnliche Begriffe sind möglich.

Wirkung:
Durch die überkreuzende Wiederholung werden Aussagen bekräftigt und bei unterschiedlichen Wörtern entsteht eine verstärkende Wirkung der Gegenüberstellung zum Vorschein.

Beispiel:
“Ich liebe die Sprache, die Sprache liebe ich.” oder “Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben.”

Verwendung:
Es wird ein Zusammenhang wider Erwarten gebildet, der häufig überspitzt und absurd ist. Das Paradoxon gehört als besondere Art des Oxymorons zu den Antithesen.

Allerdings grenzt sich das Paradoxon dadurch ab, dass meist nur auf dem ersten Blick ein Widerspruch besteht und sich eine tieferen Bedeutung verbirgt (= Scheinwiderspruch).

Wirkung:
Dadurch, dass erst eine tiefgreifende Interpretation die eigentliche Aussage entschlüsselt, regt das Paradoxon zum Nachdenken an.

Beispiel:
“Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor.” oder “Weniger ist mehr.”

Verwendung:
In der Wortkombination haben beide Wörter (der gleichen oder unterschiedlicher Wortarten) die gleiche Bedeutung.

Wirkung:
Tautologien haben eine verstärkende Wirkung.

Beispiel:
“weißer Schimmel”, “alter Greis”, “la-Ola-Welle”, “Testversuch”

Sprachliche Mittel Liste – vollständig

Hier haben wir dir noch einmal alle vorgestellten wichtigen und ausgefallenen Stilmittel zusammengestellt. Außerdem haben wir weitere relevante sprachliche Mittel ergänzt.

Name

Beschreibung

Beispiel

Akkumulation

Worthäufung zu Oberbegriff

Gestirne: "Sonne, Mond und Sterne."

Allegorie

Bild für abstrakten Begriff

"Justitia" für Gerechtigkeit

Alliteration

gleiche Anfangsbuchstaben

"veni, vidi, vici"

Antithese

gegensätzliche Verbindung zweier Aussagen

"Ich schlafe am Tag, in der Nacht wache ich."

Antonomasie

Umschreibung von Eigennamen

"Schöpfer der Welt" statt Gott

Chiasmus

parallele Überkreuzung (spiegelbildlich)

"Ich liebe die Sprache, die Sprache liebe ich."

Ellipse

Auslassung Wörter oder Satzteile

"Je schneller (wir handeln), desto besser (ist es für uns alle)."

Enumeratio

Aufzählung

“Ich und du” → Syndeton, “Ich, du, er, sie” → Asyndeton, “Ich und du und er und sie” → Polysyndeton

Euphemismus

beschönigende Umschreibung

"dritte Zähne" für künstliches Gebiss

Hyperbel

Übertreibung

"ein Meer von Tränen"

Inversion

umgestellte Wortfolge

“Er stand weinend vor mir.” → “Weinend stand er vor mir.”

Ironie

Etwas durch das Gegenteil bezeichnen

“Gib ruhig noch mehr Geld aus, wir haben es ja.”

Klimax

Steigerung auf Höhepunkt

“Sie ist schön, strahlend, blendend schön.”

Litotes

doppelte Verneinung oder Vermeinung des Gegenteils

“Das ist nicht übel.” statt “Das ist sehr gut.”

Metapher

bildhafte Übertragung

“Schmetterlinge im Bauch” → für das Verliebtsein

Oxymoron

sich widersprechende Begriffe

"zwangloser Zwang"

Paradoxon

Zusammenhang wider Erwarten (Scheinwiderspruch)

“Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor.”

Parallelismus

Nebeneinanderstellung ähnlicher (Teil-) Sätze

“Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee.”

Periphrase

Umschreibung von Wörtern

“in Tränen ausbrechen” statt “anfangen zu weinen”

Personifikation

Vermenschlichung von Dingen

"Die Sonne lacht."

Repetitio

Wiederholung

“Walle! walle manche Strecke…” → Anapher, “Er will alles, kann alles, tut alles.” → Epipher

Rhetorische Frage

Scheinfrage

"Habe ich das nicht gesagt?"

Synästhesie

Verbindung mehrerer Sinneseindrücke

"bitterer Schmerz" (Schmecken und Fühlen)

Tautologie

Verbindung von Wörtern gleicher Aussagen

"alter Greis"

Vergleich

direkte Gegenüberstellung

"stark wie ein Löwe"

Stilmittel-Liste Download

FAQ Stilmittel

Welche sprachlichen Mittel gibt es?

Es gibt Stilmittel der Hinzufügung, der Auslassung, der Umstellung oder des Austauschs bzw. der Übertragung von Bedeutungen.

Welche Wirkung haben Stilmittel?

Stilmittel bewirken, dass die Texte lebendiger wirken, Bilder in den Köpfen der Leser entstehen und damit bestimmte Aussagen und Gefühle transportiert werden können. Die Wirkungen unterscheiden sich dabei teilweise zwischen den einzelnen Stilmitteln.

Was sind Stilmittel in einem Gedicht?

In der Lyrik können grundsätzlich alle Stilmittel verwendet werden. Besonders häufig kommen Metaphern, Alliterationen, Wiederholungen und Personifikationen vor.

Warum sind sprachliche Mittel wichtig?

Stilmittel sind wichtig, um die Sprache ansprechend zu gestalten und bestimmten Aussagen Ausdruck zu verleihen.

Na, alles verstanden?

Falls du noch Fragen hast oder falls wir ein wichtiges Stilmittel vergessen haben, lass uns einen Kommentar da!

Ansonsten klick dich gerne mal bei unseren weiteren Lerntipps durch.

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