Satzglieder im Überblick – Wie du diese ganz einfach bestimmen kannst

Im Deutschunterricht nehmt ihr gerade die Satzglieder durch und du benötigst noch Hilfe? Kein Problem!

Quelle: canva.com
Quelle: canva.com

Satzglieder sind in der deutschen Sprache alle Bestandteile eines vollständigen Satzes. Ein Satzglied kann dabei aus mehreren Wörtern bestehen. Dies kannst du daran erkennen, dass der Satz weiterhin grammatikalisch richtig bleibt, wenn du die Satzglieder umstelltst.

#Satzglied 1 – Das Subjekt

Das erste Glied eine Satzes, das wir dir erklären möchten, ist das Subjekt. Das Subjekt in einem Satz ist meist der sogenannte Täter, der etwas in einem Satz tut. Grundsätzlich kann das Subjekt aus mehreren Wörtern bestehen. Zum Beispiel aus einem Nomen (Namenwort) und einem Artikel (Begleiter).
Ein Beispiel dafür wäre: Die Mutter/ der Vater/ die Hunde/ das Schloss / ..

Nach dem Subjekt fragst du mit den folgenden Fragewörtern: Wer oder Was?

Satz: Die Mutter ruft.
Frage nach dem Subjekt:
Wer oder was ruft?
Antwort:
Die Mutter.

Was sind nochmal Artikel?

Eine kleine Erinnerung für dich.

Als Artikel (Wortart) bezeichnet man als sogenannte Begleiter. Es gibt die bestimmten Artikel wie der, die, das und die unbestimmten Artikel ein und eine.

Wann spricht man von einem bestimmten Artikel?

  • wenn man von etwas Bestimmten spricht
  • wenn etwas bereits erwähnt wurde oder es als bekannt vorausgesetzt wird

Zum Beispiel: Leo ist der Hund von Lara.
Erklärung: Lara besitzt nur einen Hund. Deswegen ist es auch DER Hund. Hätte Lara aber mehrere Hunde und das wäre uns bekannt, müssten wir sagen: Leo ist ein Hund von Lara.

Wann spricht man von einem unbestimmten Artikel?

  • wenn man von etwas spricht, das nicht näher bestimmt ist
  • wenn etwas zum ersten Mal erwähnt wird

Zum Beispiel: Anna ist eine Freundin vonm Lena.
Erklärung: Lena hat mehrere Freundinnen. Deswegen ist Anna eine von mehreren Freundinnen.

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Weitere Wortarten kannst du wiederholen unter: https://www.nachhilfe-team.net/lernen-leicht-gemacht/wortarten-uebersicht/

#Satzglied 2 – Das Prädikat (Verb)

Das Prädikat (auch Verb oder Tuwort genannt) beschreibt einen Vorgang. Also etwas, das jemand tut. Jedes Prädikat benötigt dabei ein dazugehöriges Nomen, also jemanden, der das tut, was das Prädikat beschreibt:

Satz: Timo schläft.
Frage nach dem Prädikat: Was tut Timo?
Antwort: Er schläft.

Das Prädikat steht dabei im Zentrum des Satzes immer an zweiter Stelle. Bedenke jedoch, dass ein Prädikat auch ein- oder mehrteilig sein kann. Damit ändert sich die Stelle des Prädikats, wie es zum Beispiel bei einem Fragesatz der Fall sein könnte.

Aussagesatz: Mia wird heute laufen.
Zweiteiliges Prädikat: wird laufen.
Erklärung: Dieses zweiteilige Prädikat bildet in diesem Aussagesatz das zweite und das letzte Satzglied.
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Fragesatz: Wird Mia heute laufen?
Zweiteiliges Prädikat:
wird laufen.
Erklärung: Das zweiteilige Prädikat bildet in diesem Fragesatz hingegen das erste und letzte Satzglied.

#Satzglied 3 – Das Objekt

Ein Objekt erweitert einen Satz um eine weitere Person oder Sache.

Beispielsatz : Anna liest ein Buch. (erweitert um eine Sache)
Frage nach dem Subjekt: Wer oder Was liest ein Buch?
Antwort: Anna (Subjekt)
Frage nach dem Prädikat: Was tut Anna?
Antwort: Anna liest (Prädikat)
Frage nach dem Objekt: Was liest Anna?
Antwort: Ein Buch (Objekt)
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Nun gibt es aber verschiedene Arten des Objekts, um dieses noch genauer bestimmen und erfragen zu können. Diese erklären wir dir nun anhand von einfachen Beispielen.

#Das Nominativobjekt

Einige Verben fordern nicht nur einen sondern zwei Substantive im Nominativ. Eines ist dann das Subjekt, das andere das Nominativobjekt. Der Nominativ antwortet auf die Frage wer? oder was?

Beispiel: Das Mädchen geht gerne in die Schule.
Frage nach dem Nominativobjekt: Wer geht gerne in die Schule?
Antwort: Das Mädchen (Nominativobjekt)

#Das Genitivobjekt 

Ein Genitivobjekt beantwortet die Frage wessen? Allerdings gibt es nur wenige Verben, die ein Objekt im Genitiv verlangen. Das Objekt wird nur erfragt, wenn sich das Fragewort wessen auf das Verb bezieht. Ein Nomen, eine Personengruppe und ein Pronomen können Genitivobjekte sein.

Folgende Verben haben ein Genitivobjekt:

jemanden überführen, sich rühmen, gedenken, sich erinnern, sich erfreuen, sich entledigen, sich enthalten, entbehren, beschuldigen, sich bemächtigen, sich bedienen, bedürfen, sich annehmen, anklagen

Beispiel: Der Verkäufer beschuldigt sie des Diebstahls.
Frage nach dem Genitivobjekt:
Wessen beschuldigt der Verkäufer sie?
Antwort:
Des Diebstahls (Genitivobjekt)

#Das Dativobjekt

Das Dativobjekt bezeichnet überwiegend Personen und beantwortet dementsprechend die Frage wem?

Beispiel: Lisa hilft ihrer Freundin.
Frage nach dem Dativobjekt:
Wem hilft Lisa?
Antwort: Ihrer Freundin (Dativobjekt)

#Das Akkusativobjekt

Das Akkusativobjekt gibt das Ziel einer Handlung an. Es beantwortet die Fragen wen? oder was?

Beispiel: Die Schwester baut ein Puppenhaus.
Frage nach dem Akkusativobjekt: Wen oder was baut die Schwester?
Antwort: Ein Puppenhaus (Akkusativobjekt)

#Satzglied 4 – Die Adverbialbestimmungen

Bei der Adverbialbestimmung handelt es sich um eine Ergänzung des Satzes. Durch das Adverbial wird die ausgedrückte Handlung oder Zustand eines Satzes genauer bestimmt: Unter welchen Umständen geschieht eine Sache?

Man unterscheidet folgende adverbiale Bestimmungen:

  1. des Ortes
  2. der Zeit
  3. der Art und Weise
  4. des Grundes

Dabei können sie aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen. Sie werden mit den W-Fragen erfragt.

#Adverbiale Bestimmung des Ortes

Wird auch bezeichnet als Lokaladverbial oder Umstandsbestimmung des Ortes.

Doch welche Auskunft erhalten wir mit einem Lokaladverbial?

  • Auskunft über den Ort
  • Auskunft über die Richtung
  • Auskunft über die Herkunft

Erfragen kannst du diese ganz leicht mit den W-Fragen:

  • Wo?
  • Woher?
  • Wohin?

Beispiel: Anna wohnt in Hamburg.
Frage: Wo wohnt Anna?
Antwort: In Hamburg (adverbiale Bestimmung des Ortes)

#Adverbiale Bestimmung der Zeit 

Wird auch bezeichnet als Temporaladverbial oder Umstandsbestimmung der Zeit.

Welche Auskunft erhalten wir mit einem Temporaladverbial?

  • Auskunft über den Zeitpunkt
  • Auskunft über den Zeitraum

Erfragen kannst du diese mit den folgenden W-Fragen:

  • Wann?
  • Wie lange?
  • Wie oft?

Beispiel: Wir fahren morgen in den Urlaub.
Frage: Wann fahren wir in den Urlaub?
Antwort: morgen (adverbiale Bestimmung der Zeit)

#Adverbiale Bestimmung der Art und Weise

Wird auch bezeichnet als Modaladverbial oder Umstandsbestimmung der Art und Weise.

Welche Auskunft erhalten wir mit einem Modaladverbial?

  • Wie passiert etwas?
  • Unter welchen Umständen passiert etwas?

Erfragen kannst du diese mit den folgenden W-Fragen:

  • Wie?
  • Auf welche Weise?
  • Womit?
  • Wodurch?

Beispiel: Ich gelange mit dem Fahrrad zum Ziel.
Frage: Wie gelange ich zum Ziel? / Auf welche Art und Weise gelange ich zum Ziel?
Antwort: Mit dem Fahrrad (Adverbiale Bestimmung der Art & Weise)

#Adverbiale Bestimmung des Grundes

Wird auch bezeichnet als Kausaladverbial oder Umstandsbestimmung des Grundes. 

Welche Auskunft erhalten wir mit einem Kausaladverbial?

  • Auskunft über den Grund
  • Auskunft darüber, warum sich etwas ereignet

Erfragen kannst du diese mit den folgenden W-Fragen:

  • Warum?
  • Weshalb?
  • Wozu?

Beispiel: Aufgrund des schlechten Wetters musste er die Feier absagen.
Frage: Warum/ Weshalb musste er die Feier absagen?
Antwort: Aufgrund des schlechten Wetters (Adverbiale Bestimmung des Grundes)

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel eine Übersicht über die wichtigsten Satzglieder geben konnten. Viel Erfolg bei der nächsten Klassenarbeit! 🙂

Du benötigst Hilfe bei weiteren Bereichen des Deutschunterrichts? Dann schau gerne auf unserer Seite vorbei: https://www.nachhilfe-team.net/lernen-leicht-gemacht/deutsch/

Hier findest du übrigens alles, was du über die Kommasetzung bei “Sowohl – als auch” oder über die Barock Epoche wissen musst!

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