Sinne des Menschen Titelbild

Die 5 Sinne des Menschen – Überblick & interessanteste Fakten

Schonmal was von “5 Sinne des Menschen” gehört? Genau; Du erinnerst dich – Doch welche Sinne gibt es, mit denen wir die Umwelt wahrnehmen? Und Sinneswahrnehmung; was ist das überhaupt?

Gustatorische Wahrnehmung bis Sinneszellen – In diesem Artikel kläre ich dich über unsere Sinnesorgane auf und wie sie mit uns kommunizieren. Ganz Easy und Step-by-Step 😉

“Was?! Die 5 Sinne des Menschen?! Das kann nicht sein, das ist völliger Humbug. Es gibt mindestens 6, wenn nicht sogar 7 Sinne des Menschen.”

Nun, aus meiner Erfahrung kann ich euch zustimmen; ABER: Die wissenschaftlichen Befunde sprechen ein anderes Wörtchen:

Es existieren nur 5 Sinnesorgane gibt, die organisch und empirisch nachgewiesen werden können.

Das bedeutet, nur diese 5 sind als Struktur in unserem Körper vorhanden und bringen die Eindrücke von unserer Umwelt in diesen hinein. Hört sich krass an oder? Was sind unsere 5 kleinen und großen Wunderwerke? Ich verrate es Dir mit einem Klick auf + :

  • Unsere Augen, die für uns sehen
  • Unsere Nase, die für uns riecht
  • Unsere Ohren, die für uns hören
  • Unsere Zunge, die für uns schmeckt
  • Unsere Haut, die für uns fühlt

#true: 6. Sinn

Er sitzt in unseren Muskeln und in unserem Gewebe und sagt uns, wo wir uns gerade im Raum befinden oder welche Bewegungen wir machen.

Da dieser Sinn – die Körper-Wahrnehmung (in Fachsprache Propriozeption) aber nicht direkt Informationen außerhalb unseres Körpers erhält, gehört er nicht zu den 5 Sinnesorganen des Menschen.

Daher wird unsere Nummer 6 aus diesem Artikel ein bisschen benachteiligt. Sorry 6, aber wir haben mit unseren anderen Kandidaten schon ganz schön viel zu tun:)!

#fake: 7. Sinn – die Zukunft vorhersehen

Viele nennen dieses magische Zauberspiel eine Art unbewusste Intuition, ein Bauchgefühl, welches uns sagt, welche Entscheidungen sie treffen sollen oder ob heute ein guter Tag für uns wird.

Dieses Gefühl wird durch unbewusste psychologische Prozesse ein Leben lang gelernt und angepasst.

Jedoch ist die Bezeichnung als Sinnesorgan unpassend, da die Wahrnehmung des 7. Sinns lediglich auf inneren Lernprozessen basiert.

Sinnesorgan Auge – Das sieht scharf aus!

Der wohl bekannteste Sinn, der uns auch als erstes einfällt, ist das Auge. Von Fachleuten wird es auch gerne Visueller Apparat genannt.

Nun wir müssen es nicht so förmlich halten, denn dieses coole Organ ist locker mit einem Hochleistungssportler zu vergleichen.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum es für uns so einfach ist, einen Apfel vom Baum zu pflücken – ohne Probleme die begehrte Frucht von den Blättern und Ästen zu unterscheiden? Das verdanken wir der Farb- und die Tiefenwahrnehmung unserer Augen.

Wie entsteht der Farbeindruck, also warum sieht ein Apfel rot und eine Gurke grün aus?

Das Sonnenlicht besteht aus verschieden langen Wellen. Jede Wellenlänge wird durch unser Auge als eine bestimmte Farbe wahrgenommen. Wir können Licht in einem Wellenlängenbereich von 380- 780 nm sehen.

Unter diesem Längen-Spektrum spricht man vom Infrarot. Darüber gibt es das Ultraviolett.

Die Sehzellen in unserem Auge können in unserem Sichtbereich genau zwischen verschiedenen Wellenlängen des Lichtes, das von Gegenständen reflektiert wird, unterscheiden.

Ein Gegenstand “behält”, also absorbiert, manche Strahlen und reflektiert nur manche an die Umwelt und somit an unsere Augen weiter. Das liegt an den Farbeigenschaften des Gegenstands.

Also jetzt verstanden, warum die Karotte orange und der Apfel rot ist;)?

Aber woher wissen wir, warum der Apfel rund aber der Tisch eckig ist?

Der Schatten von Gegenständen verrät uns etwas über die Größe, Struktur und die Form von Gegenständen.
Denn Schatten = Fehlen von Licht. Wenn ein Schatten ist, muss zwischen Ihm und der Lichtquelle ein Gegenstand sein. Die Größen- Form- und Struktur-Eigenschaften des Schattens gleichen sich denen des Gegenstandes an – logisch oder?

Darüber hinaus gibt es im Auge selber faszinierende “Werkzeuge”, um über die Entfernung und Bewegung von Gegenständen zu entscheiden.

So kannst du zwischen dem Stift, der rechts neben dir auf dem Tisch liegt und dem Mäppchen, das links neben dir liegt unterscheiden.

Das liegt daran, dass die Orte, an denen die Lichtwellen von jenen 2 Gegenständen in unserem Auge auftreffen.

Deine Seh-Linse und Hornhaut brechen das Licht. Die Wellen vom Stift, der rechts von dir liegt, kommen also links in deinem Auge an. Wenn du den Stift jetzt in die linke Hand nimmst, trifft das Licht in deinem Auge rechts auf.

Du gehst im Sommer aus dem Haus und augenblicklich blendet dich die grelle Sonne – bis deine Pupillen sich verengen.

Die schwarzen Punkte in deinen Augen entscheiden darüber, wie viel Licht in dein Augapfel einfällt. Ist es relativ düster weiten sich deine Pupillen, sodass mehr Lichtwellen in deinem Auge eintreffen, wenn es sehr hell ist verengen sie sich, damit du noch zwischen Farbqualitäten unterscheiden kannst, anstatt nur pure Helligkeit zu sehen;)

“Immer wenn ich abends gerade das Licht ausschalte, ist mir kurz schwarz vor Augen! Nach einem Moment sehe wieder alles – in grau.” Zum sogenannten Tag- und Nachtsehen haben unsere Augen 2 verschiedene Rezeptorzellen.

Sie geben die Farb- und Helligkeits-Informationen an unser Gehirn weiter. Die Zapfen arbeiten hauptsächlich im Hellen und die Stäbchen vor allem im Dunkeln. Nachts sehen wir alles grau, weil es kein/kaum Sonnenlicht gibt. Das Grau ist daher mehr eine Art Helligkeits-Information. Je heller der Gegenstand, desto mehr Rest-Licht reflektiert er.

Es dauert eine Weile, bis unsere Stäbchen in der Dunkelheit die Zapfen ablösen, welche kein Weltmeister im nächtlichen Sehen sind – auch daher sehen wir zunächst nur wenig.

Die unterschiedlichen Funktionen ermöglichen diesen 2 Rezeptorzellen, sich auf das Tages- oder Nachtsehen zu spezialisieren, weshalb auch wir tagaktiven Wesen in der Dunkelheit nicht blind wie ein Maulwurf sind;) Unerhört praktisch was? Dann pass mal auf, was ich dir im nächsten Abschnitt erzähle!

Kannst du mich hören? Das Sinnesorgan Ohr

Sicher hast du schonmal Aussagen gehört, wie “Mensch dieser ohrenbetäubende Lärm in den Städten!” oder “Ich kann dich leider nicht verstehen, rede ein bisschen lauter!”

Wie unterscheiden wir, ob ein Geräusch laut oder leise ist? Dafür ist unser Ohr mit einigen Skills ausgestattet; aber auch das Gleichgewicht kannst du dank dieses Wunderwerk halten.

Ein Geräusch besteht aus Druck-Wellen. Wir können Schallwellen von einem Druck von 3,2 mal 10e-5 Pascal bis zu 63 Pascal (Schmerzgrenze!!!) wahrnehmen.

← wichtig zur Frequenz!

  • Die Empfindung, ob jemand eine hohe oder tiefe Stimme hat, bestimmt die Frequenz (in Herz; Hz). Das ist die Breite der Schallwelle: Je breiter eine Welle wird, desto tiefer ist ein Ton.

← wichtig zur Amplitude!

  • Die Höhe dagegen hängt von der sogenannten Amplitude der Welle ab. Also davon, wie groß der Ausschlag der Welle ist.

Wusstest du, dass unsere Ohrmuschel, der Gehörgang und das Mittlelohr so aufgebaut ist, dass diese Wellen optimal im Innenohr ankommen?

Davor muss der Schall aber noch am Trommelfell und an den Gehörknöchelchen vorbei.

  • Das Trommelfell ist wie eine kleine Haut, aufgespannt in unserem Gehörgang. Es trennt unser Außenohr vom Mittelohr. Kommt hier Schall an, beginnt es zu vibrieren. Diese Schwingungen werden an Hammer, Amboss und Steigbügel in unserem Mittelohr weitergegeben. Das ovale Fenster ist der Übergang vom Mittel- zum Innenohr.
  • Diese 3 Gehörknöchelchen sind sowohl mit dem Trommelfell als auch mit dem ovalen Fenster verbunden.
  • Die kleinen Flächen der beiden Fenster und die Hebelwirkungen der Gehörknöchelchen verstärken den Schalldruck – vorbereitend für das Innenohr.
  • In der Cochlea des Innenohrs (Hörschnecke) sind nämlich Flüssigkeiten, die den Schallwellen einigen Druck nehmen.
  • Die Wellen werden an der Wand eines Hohlraums, der Vorhoftreppe (Latein: scala vestibuli) – als sogenannte Wanderwellen weitergeleitet.
  • Wie weit diese Wellen entlang dieser Wand (Fachsprache: Basilarmembran) wandern, hängt von der Amplitude der Wellen, also der ursprünglichen Lautstärke des Tons, ab.
  • Merke: Im Ohr gilt, wer lauter ist, kommt weiter. Die Unterschiede in der Weitreiche und Stärke der Wanderwellen wird benötigt, um zu unterscheiden, welchen Ton wir hören. Haarsinneszellen nehmen die Schwingungen mit ihren Härchen auf. Je weiter hinten auf der Membran die Zellen sitzen, desto lauter sind die Töne, auf die sie spezialisiert sind.
  • Je höher die Amplitude dieser Schwingungen, desto höher der Ton von den Zellen “interpretiert”.
  • → So kann eine vollständige Information von den äußeren und inneren Haarzellen an das Gehirn weitergegeben werden

Schallübertragung in der scala vestibuli der Cochlea:

  1. Wanderwellenbildung
  2. Längenveränderung der äußeren Haarzellen
  3. Indirekte Erregung
    der inneren Haarzellen

Schon gewusst?

Die Verarbeitung und bewusste Wahrnehmung der Informationen, die unsere Sinnesorgane empfangen, finden erst im Gehirn statt. Davor werden die Infos nur aufgenommen und über die Nerven zu diesem weitergeleitet. Dazu erfährst du mehr in 7. Die Sinneswahrnehmung – wo und wie sie entsteht

Unser Gleichgewichtsorgan ist ebenso wichtig wie unser Hörorgan. Ja – ohne unsere Ohren wäre es unmöglich, das Gleichgewicht zu halten.
Informationen darüber, wo wir im Raum stehen oder wohin wir uns in ihm bewegen, liefert der Schall. Das Gleichgewichtsorgan ist mit einem Hirnnerv verbunden, der direkt zum Gehirn führt. In jenem wird dann die Information verarbeitet. Das ist übrigens mit allen Sinneseindrücken so:

Ich hoffe, du bist inzwischen auf den Geschmack gekommen, denn jetzt wird es würzig…

Die gustatorische Wahrnehmung der Zunge – Al Gusto!

Warum schmeckt Zucker süß, eine Chilischote scharf und ein Pfeffersteak umami? Umami? – nein das ist kein Tippfehler.

Neben den Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig sowie bitter gibt es auch umami.

mehr umami...

Dieses japanische Wort beschreibt einen Geschmack nach proteinreicher Nahrung, wie beispielsweise nach Fleisch. Jene Geschmacks-Klasse gibt uns also Auskunft darüber, ob uns ein Lebensmittel mit Eiweiß versorgt.

Es gibt so viele Geschmacksrichtungen, weil die Stoffe in unseren Lebensmitteln verschiedenste chemische Strukturformeln haben.
Die kleinen Hügel auf unserer Zunge sind unsere Geschmackspapillen.

mehr Papillen...

Jene kann man schon mit bloßem Auge auf der Zunge entdecken. Zusammen bilden mehrere Geschmackszellen eine Knospe, die in dem Hohlraum der Papillen gruppiert ist. An der Membran, also Wand dieser Zellen, sitzen Kanäle oder Rezeptoren, die einen spezifischen Geschmack als Information aufnehmen können. Das kann man sich vorstellen wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip: Aber wofür das ganze Theater? Warum gibt es nicht einen Rezeptor für alle Geschmacks-Informationen?

Durch die Spezialisierung arbeiten die Rezeptoren/ Kanäle effizienter, erkennen schneller und genauer, ob ein Geschmacksstoff vorhanden ist.

Evolutionär gesehen ist diese Fähigkeit immens wichtig.

Hast du als Kind bittere Schokolade, Kaffee oder saure Äpfel gemocht? Eben! Das liegt daran, dass saurer Geschmack oft in unreifen Früchten und Bitterkeit in verdorbenen Speisen steckt. Mit Ausnahme von ein paar Lebensmitteln ist das die Faustregel.

Es war für unsere Vorfahren wichtig genau und schnell zwischen Geschmäckern zu unterscheiden, denn damals gab es nicht den Arzt in der nächsten Stadt, der dich bei einer Lebensmittelvergiftung behandelt.

Jetzt folgen “positive” Geschmacksreize – ich kenne zumindest niemanden, der nichts Süßes isst. Süß und umami zeigen an, dass Essen nahrhaft und energiehaltig.

Salzig ist mit der Info “Lebensnotwendig!” verbunden. Salz ist chemisch ausgedrückt Natriumchlorid, eine Substanz, die in unserem gesamten Körper vorhanden ist und gebraucht wird. Ein Mangel davon kann zum Beispiel zu Muskelkrämpfen führen.

Nun muss ein großer Irrtum aufgeklärt werden: Süß wird NICHT nur an der Zungenspitze wahrgenommen, salzig nicht nur an den Zungen-Flanken.

← Aberglaube, der tief sitzt...

Viele von euch werden das bestimmt noch so in der Grundschule gelernt haben, aber inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, dass wir alle Geschmacksrichtungen überall auf der Zunge wahrnehmen.

Du kannst ja selber mal ausprobieren, wann du die Schokolade schmeckst, je nachdem, wo sie in deinem Mund ist – also ich schmecke sie immer;).

Generell sind die Randbereiche der Zunge sensitiver für gustatorische Reize, als ihre Mitte.

Bitter bildet da eine Ausnahme, diese Geschmacksqualitätwird hauptsächlich im hinteren Bereich der Zunge wahrgenommen.

Scharfe Wahrnehmung wird überall wahrgenommen, nicht nur auf der Zungen, sondern im gesamten Mund, wie du bei manch scharfem Essen, vielleicht schon feststellen musstest. Scharf ist keine Geschmacksqualität ist, sondern wird als Hitze oder Schmerz wahrgenommen… den Grund dafür kannst du im Abschnitt 6. Das Sinnesorgan Haut – Can you feel it? lesen.

Aber hast du dir schoneinmal die Nase zugehalten, als du etwas gegessen hast. Falls nicht warst du sicher schonmal erkältet und hast dich gewundert das du so schlecht schmeckst.

Das liegt daran, dass der Geschmack stark mir unseren Geruchseindrücken zusammenhängt. Diese zwei chemischen Sinne sind wie Bruder und Schwester.

Den kann ich nicht riechen! Olfaktorische Wahrnehmung als Sinn

Wusstest du, dass auch der Geruch in verschiedene Richtungen eingeteilt wird? Historisch gesehen gibt es die 7 Geruchs-Klassifikationen.

← Unsere 7 "Geruchssorten"

Campher, moschus, blumig, Minze, ätherisch, stechend und faulig. Die Geruchs-Typen unterscheiden sich in ihren chemischen Aufbau und Eigenschaften.

 

Die Kombination von unterschiedlichen Gerüchen mit verschiedenen Intensitäten beschert uns vielfältige Duft-Erlebnisse. Insgesamt kann der Mensch circa um die 10. 000 Düfte erkennen.

Das lästige Nase Putzen im Winter könnte uns erspart bleiben. Aber wusstest du?:
Die Schleimhäute in unseren Nasenlöchern und in unserer oberen Nasenhöhle sind unverzichtbar für unser Riechorgan.

In unseren Nasenlöchern findet noch lange nicht der Riechvorgang statt. Sie sind nur dafür zuständig durch Härchen und Schleim die Luft für die oberen Nebenhöhlen vorzufiltern – Dreck einzufangen. Denn dieser darf dort nicht ankommen, sonst entzündet sich eines unserer 5 Sinnesorgane – fatal für unsere Kommunikation mit der Umwelt.

Nun, stell dir mal vor all die Gerüche schwirren in kleinsten Mengen locker in der Luft umher und werden von unserem Atemzug angesaugt – So jetzt sind die Gerüche in unserer oberen Nasenhöhle angekommen – aber damit sie an unseren Riechzellen andocken können und nicht gleich wieder wegfliegen, müssen sie gebunden werden. Dafür ist auch hier Schleim zuständig, die Geruchsstoffe bleiben wörtlich an ihm hängen.

Bestimmt kennst du aus dem Unterricht das Prinzip der Oberflächenvergrößerung. Diesen Allrounder nutzen auch unsere Riechzellen. Sie bilden zahlreiche Fortsätze, die Riechhärchen (Fachsprache: Zilien). Diese besitzen, wie die Riechzellen selbst, Rezeptoren für die Geruchsstoffe.

Egal wie gut deine Intuition sein mag; glaub nicht, dass du einen guten Riecher hast 😉

Im Leistungsvergleich schneidet der Mensch mit 20-30 Mio. Riechzellen gegen Hunde mit 230 Mio. oder Aale mit 1 Mill. Riechzellen ziemlich bescheiden ab.

Die Riechzellen mit spezialisierten Rezeptoren ausgestattet. 230 verschiedene sorgen dafür, dass wir durch die Kombination verschiedener Geruchsstoffe tausende verschiedene Düfte wahrnehmen können.

← Ab durchs Siebbein...

Knochen sind hart – aber nicht undurchdringbar: Die Geruchszellen bündeln sich an Ihrem Ende im Hautinneren und bilden Nervenfasern. Diese Nerven ziehen sich durch winzige Öffnungen des Siebbeins.

← zum bulbus olfactorius...

Hinter diesem Knochen befindet sich der Riechkolben (Latein: bulbus olfactorius). Er ist ein vorgelagerter Hirnteil, der entscheidet, welche Geruchsinformationen weitergeleitet werden.

 

Im bulbus olfactorius bündeln sogenannte Mitralzellen die Sinnesreize von Riechzellen, die den gleichen Geruchsstoff empfangen haben. So werden nur Geruchsinformationen, die in relevanten Mengen vorhanden sind, weitergegeben.

← wo gefiltert wird.

Das macht durchaus Sinn: Jederzeit sind unzählige Gerüche in der Luft. Nützliche Informationen aus der Umwelt liefern aber nur größere Konzentrationen – zum Beispiel wenn es danach riecht, dass Mama kocht;).

Das Sinnesorgan Haut – Can you feel it?

Ist dir schon aufgefallen, dass die taktile Wahrnehmung der einzige der 5 Sinne ist, der nicht im Bereich des Kopfes ist?

Trotzdem ist unser Sinn des Fühlens so vielfältig und komplex, wie du es dir nicht vorstellen kannst. Du glaubst mir nicht, ich bin aber sicher, dass du es fühlen kannst;):

Du kannst eine “Berührung” wahrnehmen, OHNE, dass deine Haut berührt wird – unsere Haare machen’s möglich

Es fühlt sich anders an, wenn der Wecker deiner Smartwatch an deinem Handgelenk vibriert, ein Windstoß einer lauen Sommerbrise über deine Härchen wirbelt oder du jemanden die Hand schüttelst. Und Schmerz ist nochmal eine ganz andere Empfindung als eine Berührung.

Warum wir diese verschiedenartigen Reize so gut voneinander unterscheiden können? Verschiedene Mechanosensoren in unserer Haut.

Für jede der Empfindungen, die du auf der Grafik siehst haben wir

  • spezielle Sensoren, die verschieden tief in der Haut sitzen
  • UND unterschiedliche Fasern, die Informationen weiterleiten: Α-β-Fasern und C-Fasern.
  • Für C-Fasern ist es typisch, dass es eine Weile dauert, bis du einen Reiz wahrnimmst, weil die C-Nervenleitungen langsam sind. Dafür spürst du aber den Reiz lange – teilweise noch, wenn er dich schon gar nicht mehr berührt. Das ist der Fall wenn du dir das Knie anstößt.
  • Andere Reize nimmst du sofort wahr. An sie gewöhnst du dich schnell und nimmst sie nach einer Zeit nicht mehr bewusst wahr, obwohl sie noch da sind. Wenn du schonmal in einem alten Auto gesessen hast du bestimmt beim Start der Fahrt gemerkt, dass dieses überall rüttlet und vibriert. Nach einer Minute hat du es schon nicht mehr wahrgenommen. Das liegt an einem Mechanismus unserer Alpha-Beta-Fasern: Sie passen sich der Reizintensität aus der Umwelt schnell an und geben weniger intensive oder gar keine Informationen über die Reize mehr weiter (Fachsprache: Adaption).
  • Der Reiz umso dumpfer wahrgenommen wird, je tiefer der darauf spezialisierte Rezeptor in unserer Haut liegt.

Du kannst zwischen heiß und kalt unterscheiden – verrät mir die Dusche

Das liegt daran, dass du für warme und kühle Reize unterschiedliche Rezeptoren hast.

Die Warmsensoren haben bei circa 43 Grad Celsius die höchste Sensitivität.
Dieselbe Temperatur nimmst du wahr, wenn du mit eine Chili über deine Haut fährst…

Die Kaltsensoren reagieren auf Temperaturen um 26 Grad Celsius am empfindlichsten, geben also am meisten Informationen über die Kälte weiter.

Macht für dich keinen Sinn? Naja, die Durchschnittstemperatur unserer Haut beträgt 37 Grad. Du kennst es bestimmt: Wenn du duschen gehst auch wenn das Wasser 30 Grad warm ist, erscheint es dir im ersten Moment doch immer kalt, oder?

Auf kältere Temperaturen reagieren unser Rezeptoren wieder weniger sensitiv. Denn wenn sie uns im Winter dauernd informieren würden, wie kalt es draußen ist, wäre es für uns ja unerträglich, einen Schneespaziergang zu machen;).

Hast du schon mal eine richtig scharfe Chili in der Hand gehabt und dir dann ins Gesicht gefasst?

Es ist schmerzvoll und fühlt sich vedammt heiß an – wie eine Verbrennung!

Der Grund dafür ist ein typischer Stoff von scharfen Schoten.
Capsaicin. Für diesen Stoff besitzen wir in der Haut spezialisierte Kanäle, durch die Informationen in den Körper geleitet werden können.

Ein Nadelstich fühlt sich anders an, als wenn dich jemand kneift oder wenn du einen Krampf hast – aber alles schmerzt

Das liegt an den verschiedenen Rezeptortypen C und A-β, von denen ich dir weiter oben schon erzählt habe. Da diese aber sowohl für schmerzhaft, als auch neutral rezeptieren, hier nochmal für speziell wehtuende Reize erklärt;)

  • Der 1. Schmerz (z.B.Nadelstich) – ein kurzer aber sehr stechender Schmerz ist den A-β-Rezeptoren zuzuordnen – er vergeht schnell, ist dafür aber umso intensiver.

Der 2. Schmerz (z.B. Quetschen) und noch mehr der Tiefenschmerz, wie Krämpfe, sind dumpfe, länger anhaltende Gefühle Episoden. Diese Schmerztypen werden mit C-Fasern wahrgenommen. Zum GLück sind sie dafür auch weniger Intensiv als der Nadelstich – sonst könnten wir blaue Flecken ja gar nicht aushalten, das wäre unpraktisch!

Auch die Körperstelle an denen wir Schmerz oder neutrale Berührung erfahren, entscheiden darüber, wie intensiv wir qualitativ gleich starke Reize wahrnehmen…

Schonmal auf den Rücken von Freunden geschrieben? Sicher war es für ihn schwer, zu erkennen was – Warum?

Je nachdem, wo es an unserem Körper sinnvoll ist, (un-)empfindlicher auf Reize zu reagieren, besitzen wir unterschiedlich viele Rezeptorendichten auf der Haut.

Die Dichte der Sensoren ist viel höher in unserem Gesicht, als an unseren Oberschenkeln.

Zwei-Punkt-Schwelle

Gemessen wird die Sensitivität für Körperregionen mir der Zwei-Punkt-Schwelle. Sie gibt an, ab welcher Entfernung wir zwei verschiedene und gleichzeitige Berührungsreize auch als zwei erkennen können (und nicht denken, es wäre ein Kontakt zu nur einem Gegenstand).

ein Reiz?

Je höher der Blaken; also je größer die Zwei-Punkt-Schwelle, desto schlechter ist die Unterscheidungsfähigkeit zwischen zwei eng beieinander liegenden Reizen.

Hier liegen nur wenige Rezeptoren an der gleichen Stelle.

feinfühlig?

Unsere Oberarme, Schienbeine und unser Rücken sind die Loser der Feinfühligkeit. Daher ist es schwer Buchstaben zu erkennen, die dir deine Freunde auf den Rücken malen. Versucht das Spiel mal mit dem Unterarm und findet heraus wie es dort funktioniert.

Informationen aus der Umwelt aufzunehmen und diese wahrzunehmen sind zwei getrennte Vorgänge.

Letzteren erledigt das Gehirn – nicht nur unser Denk- sondern auch unser Wahrnehmungsapparat…

Die Sinneswahrnehmung – wo und wie sie entsteht

Was passiert jetzt mit den Informationen, die unsere Rezeptoren aufnehmen?

Der Druck in der Cochlea kann ja nicht bis zum Gehirn weitergeleitet werden, dieses Übertragungsmedium wäre viel zu ungenau.

Alle Informationen, die auf unser Gehirn eingehen, werden zunächst an den Sinneszellen in elektrische Impulse umgewandelt. In den Nervenbahnen sind geladene Ströme der neue Code für Informationen.

Aber bevor wir besprechen, wie und wo daraus eine Wahrnehmung entsteht, solltest du genau wissen, was diese eigentlich ist…

Was ist Wahrnehmung?

  • Wahrnehmung ist die bewusste und unbewusste Gewinnung, Verarbeitung und Bearbeitung von Informationen aus der Umwelt oder des Körperinneren.
  • Sie hat den Zweck, das wir diese affektiven Informationen für effektive Handlungen (Fachsprache: Aktionen) nutzen

Bedeutungslose Einzelinfos

...werden im Gehirn zu einer Gesamtinformation

  • Dabei werden aus Teil- im Gehirn Gesamt-Eindrücke konstruiert.
  • Das Gehirn klebt sozusagen das Bild, das du von einem wiehernde´den Pferd siehst, zusammen mit den lauten Geräuschen, die es macht, und dem Luftstoß, den du spürst, wenn es an dir vorbei galoppiert.

Wie und wo entsteht sie? – ein weiter Weg mit komplexen Ziel

Die obige Grafik erklärt anschaulich

  • wie unsere Informationen von den Sinnesorganen weitergeleitet werden
  • in unser Zentrales Nervensystem (=Gehirn und Rückenmark in Wirbelsäule) integriert
  • und durch Erfahrungen der Vergangenheit sowie Emotionen zu bewussten Eindrücken werden

Wenn du genauer wissen möchtest, wie die Informationsautobahn ins Gehirn aussieht, schau hier nach;)

linker Stern= Soma, rechter Halm= Axon

Aktionspotential

  • Wird die erste – die primäre Nervenzelle, die mit dem Rezeptor verbunden ist, ausreichend gereizt, entsteht ein Aktionspotential.
    Jede Nervenzelle (Fachsprache: Synapse) kann man funktional in zwei Teile zerlegen.

Soma

  • Der 1. Teil ist der Zellkörper – das Soma. An diesem werden Information von einer vorhergehenden Zelle (bei den primären Synapsen von den Rezeptoren!) aufgenommen.
    Ist die Menge oder Intensität der Informationen groß genug, reagiert eine spezielle Stelle in der Zelle darauf: Der Axonhügel. Dieser ist in Ort und Funktion die Schnittstelle der zwei Zellteile. Hier entstehen elektrisch geladene Aktionspotentiale, die über das anschließende Axon bis zur nächsten Synapse weitergegeben werden.

Axon...

  • Je nach Synapsentyp ist ein Axon zwischen 1µm und 1 m lang – das ist eine riesige Strecke für eine Zelle, die wir mit bloßem Auge nicht erkennen können.

... als Nervenbahn

  • Den 2. Teil bildet das Axon, die eigentliche Nervenbahn der Zelle. Spezielle biochemische Komplexe sorgen dafür, dass die Stärke der Elektrischen Aufladung auf den langen Wegen zur nächsten Nervenzelle nicht verloren gehen.

Verzögerungen werden verhindert durch...

  • Am Gehirn angekommen werden die Synapsen zu tausenden gebündelt und zur primären Zielregion im Gehirn geleitet.
  • Primär daher: Informationen werden fast nie nur in einem Hirnteil verarbeitet.
  • Im Falle der taktilen Wahrnehmung fasst schon das Rückenmark der Wirbelsäule die Nerven zu großen Bahnen zusammen, um einzelne Synapsen zu schützen und damit die Weiterleitung der Information effektiver ist.

Die großen Nervenbahnen sind quasi die Informations-Autobahnen unseres Körpers.

die Info-Autobahn Rückenmark

Im Gehirn finden Interaktionen zwischen verschiedenen spezialisierten Regionen statt. Jegliche Vorgänge sind in komplexen Netzwerken zu betrachten, über die kommuniziert wird.

Eine Faustregel kannst du dir aber merken:

Kognitive Bewertungen zu Schmerz sind in Regionen, in denen die bewusste Wahrnehmung verarbeitet wird, verortet. Der Schmerz an sich wird schnell und automatisch wahrgenommen. Die Bewertung hingegen ist komplexer und findet daher auch in der Hirnrinde statt.

Schmerz bewerten wir negativ

Die unbewusste Wahrnehmung, die schnell und effizient eine passende Reaktion vorbereiten muss, findet in eher in älteren Gehirnteilen, weiter innen im Gehirn statt.

Bewusste, komplizierte und oft an Gedanken gekoppelte Wahrnehmungen sind in der Hirnrinde zu verorten.

Diese ist beim Menschen im Vergleich zu anderen Tieren außerordentlich groß. Das bietet viel Platz und Möglichkeit, komplex zu denken und zu handeln, ein Merkmal, das den Mensch in seinen geistigen Fähigkeiten einzigartig macht.

Tipps und Tricks, um dir die Sinne des Menschen gut zu merken

Du denkst dir: Okay, schön und gut das Ganze, aber wie soll ich mir den ganzen Stoff merken?

Biologie ist ein Fach zum Auswendiglernen. Leider gibt es keine logischen Regeln wie beim Rechnen in Mathe; ABER: Unser Gedächtnis liebt Kreativität!

Probier doch mal, dir Geschichten zu jedem der 5 Sinne auszudenken, welche all die wichtigen Informationen miteinander verknüpfen.

Hast du schon einmal einen (Biologie-)Lehrer gesehen, der seine Stunden mit einer freien Rede ohne jegliches Bild gestaltet hat? Eben. Bilder helfen uns immens uns trockene Fakten zu merken und vor Allem dabei, verschiedene Informationen voneinander zu unterscheiden. Daher auch die vielen Bildchen hier;)

Reime und Merksätze helfen immens, sich an Informationen zu erinnern. Bestimmt kannst du noch das ein oder andere Gedicht, das du einmal auswendig lernen musstest. Und sicherlich hat es sich am Zeilenende auf eine der nächsten Zeilenenden gereimt. Kennst du noch den Merkspruch “Nie Ohne Seife Waschen” für unsere 4 Himmelsrichtungen?

Spielerisch lernen: Dabei kannst DU kreativ werden: Hast du ein Lieblingsspiel, das du Lerneinheiten einpacken kannst, dir damit Bilder oder Geschichten zum Lernstoff ausdenken kannst? – Werkzeuge, die du spielerisch nutzen kannst!

Du hast bereits alle Techniken ausprobiert und es hilft dir nicht, dir den Stoff merken zu können?
Vielleicht klickst du dich mal in unserem Ratgeber unter “Lernmethoden” oder “Konzentrationsschwäche” durch und findest heraus, warum der Schulstoff dir nicht in den Kopf gehen will.
Auch zu vielen anderen Themen, wie Hausaufgaben oder wie du den Schulalltag meisterst geben wir hilfreiche Tipps.

Alles verstanden, aber irgendwie klappts doch nicht so ganz oder du möchtest nicht immer alles allein machen? Kein Wunder! Zu zweit zu lernen macht immer mehr Spaß und oft kann man sich dadurch auch an mehr erinnern!

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