Barack Obama Rede als Beispiel für speech analysis

Speech analysis: So gelingt dir die englische Redeanalyse

Du musst im Englischunterricht eine speech analysis schreiben? Oder steht eine Klausur zu dem Thema an?

Mit diesem Artikel bist du in jedem Fall gut vorbereitet. Hier erfährst du…

  • … wie eine speech analysis aufgebaut ist
  • … was alles in eine speech analysis reingehört
  • … worauf du beim Schreiben achten musst

Schauen wir uns doch gleich mal an, was eine speech analysis eigentlich ist!

Collage Politiker

Im Deutschen sprechen wir von der sogenannten Redeanalyse und was dahinter steckt verrät dir schon der Name: Es geht darum, eine Rede zu analysieren.

Das Ziel einer speech analysis ist es für gewöhnlich, den Inhalt der vorliegenden Rede genau zu untersuchen und zu analysieren. Dafür guckst du dir an, worum es in der Rede geht und wie genau der Redner an seine Zuhörer appelliert.

Oft handelt es sich bei der Rede, die du im Englischunterricht analysieren musst, um eine politische Rede (political speech). Diese handelt immer von politisch relevanten Themen, der Redner muss aber nicht zwingend ein Politiker sein.

Politische Reden werden zu verschiedenen Anlässen gehalten, zum Beispiel bei einem Wahlkampf, auf einer Gedenkfeier oder wenn ein Politiker ein neues Amt antritt.

Übrigens: Ein paar politische Reden sind dir bestimmt schon bekannt. Hier sind drei Beispiele, von denen du sicherlich schon gehört hast:

“Ich bin ein Berliner” von John F. Kennedy, 1963 in Berlin
“I have a Dream” von Martin Luther King, 1963 in Washington
“Yes we can” von Barack Obama, 2008 in New Hampshire

Aufbau – Wie schreibt man eine speech analysis?

Eine Redeanalyse ist eigentlich genauso aufgebaut wie jede andere Analyse auch. Sie besteht aus drei Teilen: einer Einleitung (introduction), einem Hauptteil (body) und einem Schluss (conclusion).

Im Folgenden wollen wir uns diese drei Teile etwas näher anschauen. Wir geben dir außerdem ein paar Tipps, wie du dich am besten auf das Schreiben der speech analysis vorbereitest.

Vorbereitung

Bevor du jetzt gleich drauflos schreibst, solltest du dir die Rede zunächst einmal aufmerksam durchlesen – auch dann, wenn du eigentlich unter Zeitdruck stehst, weil du zum Beispiel eine Klausur schreibst!

Dein Ziel dabei ist es, dir einen Überblick zu verschaffen und erste Informationen zu sammeln. Dazu gehören der Name des Redners, der Zeitpunkt und der Ort, an dem die Rede gehalten wurde.

Auch das Thema spielt hier schon eine Rolle.

Tipp: Wenn du dir nicht sicher bist, was genau das Thema der Rede ist, solltest du nach (häufigen) Wiederholungen suchen.

Schlüsselbegriffe und deren Synonyme werden oft mehrmals wiederholt, um die Botschaft deutlich rüberzubringen.

Darüber hinaus kannst du auch gleich schon rhetorische Mittel markieren, sowie alles weitere, was dir auf den ersten Blick auffällt. Es ist außerdem sinnvoll, die Rede in Sinnabschnitte zu gliedern.

Redeanalyse Einleitung – Damit fängst du an

Du beginnst die Redeanalyse wie jeder andere Analyse auch mit der introduction, also der Einleitung. Hier kannst du gleich die ersten Informationen unterbringen, die du zuvor schon gesammelt hast.

Die Einleitung sollte folgende Fragen beantworten:

Hier reicht es, wenn du den Namen des Redners nennst und eventuell in ein oder zwei Worten beschreibst, welche Position er innehat. Ist er zum Beispiel ein Präsidentschaftskandidat oder der Vorsitzende einer Partei?

Hier gibst du das Datum an: Tag, Monat und Jahr

Diese Angabe kann sich auf eine Stadt beziehen, aber auch auf einen bestimmten Ort in einer Stadt, wie zum Beispiel ein Denkmal.

Hier gibt es etliche Optionen: ein Wahlkampf, ein Staatsbesuch, eine Gedenkveranstaltung, usw.

Es gibt etliche Themen, mit denen sich eine (politische) Rede befassen kann. Es kann unter anderem um die Umwelt gehen, um die Lebensmittelindustrie, um Bildung oder auch um Themen wie Rassismus.

Eine Rede kann sich unter anderem an die Öffentlichkeit eines bestimmten Landes richten (z.B. an alle Amerikaner oder an alle Deutschen), an politische Anhänger oder politische Gegner.

Der Hauptteil einer speech analysis

Im body, also dem Hauptteil deiner speech analysis, schaust du dir die Rede dann etwas genauer an. Dieser Teil ist in drei Bereiche gegliedert:

  • Inhaltsanalyse (content analysis oder analysis of content)
  • Argumentationsanalyse (analysis of arguments)
  • Sprachanalyse (language analysis)

1. Inhaltsanalyse

Für gewöhnlich beginnst du den Hauptteil deiner Redeanalyse zunächst mit einer Zusammenfassung (summary). Dabei geht es darum, den Inhalt der Rede kurz wiederzugeben.

Am besten teilst du die Rede dafür in Sinnabschnitte ein, sofern du das während der Vorbereitung nicht schon getan hast. Diese Sinnabschnitte fasst du dann einen nach dem anderen zusammen.

Wichtig:

Hier wird wirklich nur der Inhalt wiedergegeben! Die Rede wird an dieser Stelle noch nicht analysiert.

2. Argumentationsanalyse

Im nächsten Schritt beginnst du dann mit der Analyse der Argumentationsstruktur, oder anders gesagt: Du schaust dir die Argumente an, die der Redner benutzt.

Tipp: Argumente sind Aussagen, die sich auf eine These beziehen. Entweder versuchen sie, die These zu bestätigen, oder zu widerlegen.

Eine These wiederum ist eine Behauptung, die als Ausgangspunkt für die Argumentation dient. Für gewöhnlich findest du sie recht weit am Anfang der Rede.

Die Argumentationsanalyse sollte vor allem folgende Fragen beantworten:

  • Was ist die Hauptthese?
  • Wie präsentiert der Redner seine Argumente?
  • Welche Argumente benutzt er in seiner Rede?

Dabei kann der Redner auf verschiedene Arten von Argumenten zurückgreifen.

Dazu gehören…

Dieses Argument stützt sich auf wissenschaftliche Fakten. Diese lassen sich nachweisen und belegen.

Hier verknüpft der Autor die These mit gesellschaftlichen Werten und Normen, die allgemein akzeptiert sind.

Hier stützt sich der Redner auf die Aussagen von anerkannten Organisationen oder Experten. Diese sind dem Zuhörer, also dem Empfänger der Rede, für gewöhnlich bekannt.

Mit einem indirekten Argument wird für gewöhnlich ein Argument der Gegenseite angegriffen. Die Aussagen des Gegners werden damit entkräftet.

Darüber hinaus gibt es außerdem sogenannte Scheinargumente (bogus arguments). Diese sind nicht stichhaltig und unter Umständen auch unzutreffend. Einer näheren Überprüfung würden sie nicht standhalten.

Tipp: Argumente werden häufig mit Beispielen unterstützt. Darauf solltest du also ebenfalls achten!

3. Sprachanalyse

Nach der Argumentationsanalyse folgt die Sprachanalyse. Hier solltest du vor allem auf die vom Redner verwendeten rhetorischen Mittel (rhetorical devices) achten.

Dabei solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Welche Stilmittel verwendet der Redner?
  • Was möchte er damit bezwecken?
  • Welche Wirkung haben die eingesetzten Mittel auf die Zuhörer?

Folgende rhetorische Mittel können dir in einer Rede begegnen: Anapher (anaphora), Hyperbel (hyperbole), Metapher (metaphor), Parallelismus (parallelism), rhetorische Frage (rhetorical question).

Tipp: Wenn du dir nicht mehr sicher bist, welche Wirkung die verschiedenen Stilmittel haben, kannst du dir noch einmal unseren Artikel über Stilmittel durchlesen:

Stilmittel – mit Beschreibung, Wirkung und Beispielen

Dort findest du auch noch weitere Stilmittel!

Neben rhetorischen Mitteln spielt aber auch der Gebrauch von Personalpronomen eine große Rolle. Je nach Pronomen, die der Redner benutzt, erzielt er nämlich eine völlig andere Wirkung.

Die Pronomen “wir” und “uns” erzeugen bei den Zuhörern ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Der Redner macht damit deutlich, dass er zu den Zuhörern gehört und alle sozusagen im gleichen Boot sitzen.

Mit dem Pronomen “du” spricht der Redner die Zuhörer direkt an. Die Pronomen “ihr” und “Sie” erzeugen hingegen eher ein Gefühl von Distanz, also das genaue Gegenteil von “wir” und “uns”.

Zuletzt solltest du dir die Sprache ansehen, die der Redner benutzt.

Achte dabei darauf, ob der Redner viele Fachbegriffe (technical terms) benutzt oder ob seine Sprache eher formal (formal language) oder umgangssprachlich (colloquial language) ist.

Tipp: Häufig wird dir die Rede, die du analysieren musst, wohl in Textform vorliegen. Es kann jedoch auch sein, dass du die Rede hörst oder sogar siehst, zum Beispiel in Form eines Videos oder einer Tonaufnahme.

Ist das der Fall, solltest du im Hauptteil zusätzlich auf Mimik und Gestik des Redners eingehen. Auch die Betonung bestimmter Wörter, das Sprechtempo sowie Pausen beim Sprechen können hier wichtig sein.

Der Schluss – So beendest du deine speech analysis

Deine Redeanalyse endet schließlich mit der sogenannten conclusion. Im Deutschen heißt dieser Teil “Schluss” oder “Schlussteil”.

In diesem Teil deiner Analyse stellst du zunächst deine Analyseergebnisse aus dem Hauptteil vor. Dafür fasst du sie einfach einmal kurz zusammen. Auch die Hauptintention des Redners kannst du hier nochmal erwähnen.

Anschließend darfst du deine eigene Bewertung abgeben. Hier kannst du die geschichtliche Bedeutung beurteilen oder einschätzen, ob der Redner sein Ziel erreicht hat oder nicht.

Wichtig:

Deine eigene Meinung gehört ausschließlich in den Schlussteil deiner Redeanalyse! In der Einleitung und im Hauptteil hat sie nichts zu suchen.

Useful phrases und Checkliste für deine Redeanalyse

Im Folgenden haben wir ein paar Formulierungen zusammengestellt, die du in deiner speech analysis verwenden kannst. Dafür kannst du einfach die eckigen Klammern mit den entsprechenden Informationen ersetzen.

  • First / First of all
  • Secondly
  • Finally / All in all
  • Furthermore / Moreover
  • Additionally / In addition

The speaker…

  • claims
  • states
  • suggests
  • implies
  • refers to
  • comments on
  • points out that

The speech [title] was given by [speaker] on [date] in [place].

In [speaker]’s speech, given on [date] in [place], he/she addresses [target audience].

Inhaltsanalyse:

  • The speech can be divided into [x] parts / paragraphs
  • The first part of the speech…
  • In the first part his/her speech, [speaker]…
  • In the introduction / body / conclusion of the speech…

Sprachanalyse:

  • [Speaker] uses / employs / makes use of [rhetorical device].
  • [Speaker] uses [rhetorical device] to convey / create / generate…
  • In his speech, [speaker] uses formal / colloquial language.
  • By using [personal pronouns], the speaker show that…
  • By using [personal pronouns], the speaker creates a feeling of solidarity / distances himself from the audience.
  • [Speaker] draws a comparison between [A] and [B].

Und zum Abschluss haben wir noch einmal zusammengefasst, was in welchen Teil der Analyse gehört. Wenn du die Redeanalyse für eine Hausaufgabe schreiben musst oder für eine Klausur übst, kannst du die Tabelle als Checkliste verwenden!

Einleitung

Inhalt

Argumentation

Sprache

Schluss

● Redner

● Datum

● Ort

● Anlass

● Thema

● Zuhörer

Sinnabschnitte zusammen-fassen

● Hauptthese

● Argumente

Beispiele

● Stilmittel

● Pronomen

● Sprache

● Vorstellung der Analyse-ergebnisse

● Bewertung

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