Die Dramatik – Definition, Übersicht und die wichtigsten Merkmale

Im Deutschunterricht behandelt ihr die Dramatik und du verstehst nicht, was ein Drama überhaupt ausmacht? Kein Problem! Von uns erfährst du:

  • was ein Drama ist und welche Arten es gibt
  • den Aufbau eines Dramas 
  • die 6 wichtigsten Merkmale der Dramatik
  • welche Akteure es in einem Drama gibt

Definition – Was ist ein Drama ?

Die Dramatik gehört zu den drei Gattungen der Dichtung, neben der Lyrik und der Epik. Ein Drama ist eine in sich geschlossene Handlung, die in Form von Monologen und Dialogen ausgedrückt wird.

Das Drama wird erst vollständig, wenn es inszeniert wird, z.B. als Aufführung im Theater. Die Handlung wird dabei hauptsächlich durch die Dialoge der handelnden Figuren getragen, da es hierbei keinen klassischen Erzähler gibt.

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Welche Arten des Dramas es gibt

Die Tragödie und Komödie sind die Hauptgattungen des Dramas.

Komödien:

  • Sind meist humorvolle Theaterstücke
  • Protagonisten besitzen Schwächen, die sich verschärfen und stehen vor Problemen, die sie oft unwissentlich meistern
  • Zuschauer sollen gut unterhalten werden
  • Hat meistens ein glückliches Ende

Tragödie:

  • Emotionales Theaterstück
  • Meist in 5 Akte verfasst
  • Konflikte durch menschliche Fehler oder schicksalhafte Fügungen
  • Der Held steht vor einem unlösbaren Konflikt
  • Enden meisten mit dem tragischen Tod des Helden

Neben der Komödie und Tragödie gibt es aber noch weitere Formen des Dramas.

Tragikomödie:

  • Es wechseln sich Elemente der Komödie und der Tragödie ab
  • Meistens bleibt dabei eine Katastrophe aus

Bürgerliches Trauerspiel:

  • Behandelt Schicksale von Personen, die einen bürgerlichen Stand haben
  • der Gegensatz zwischen den sozialen Schichten wird thematisiert

Episches Drama:

  • Verbindet die literarischen Gattungen des Dramas und der Epik
  • Anfang des 20. Jahrhunderts von Bertolt Brecht begründet
  • Verfremdungseffekte, z.B. in Form von Liedern oder Kommentaren. Dies soll verhindern, dass der Zuschauer sich mit den Figuren identifizieren kann
  • Das Ende ist offen und soll den Zuschauer zum Nachdenken und politischem Handeln anregen

Aufbau eines Dramas 

Es gibt 2 Varianten, wie ein dramatischer Text aufgebaut sein kann – entweder geschlossen oder offen.

Geschlossene Form

  • Es gibt nur wenige Protagonisten
  • die Handlungsorte wechseln kaum bis gar nicht
  • die Handlung ist logisch, abgeschlossen und zusammenhängend

Das geschlossene Drama nach Aristoteles ist in 5 Akte unterteilt:

  1. Exposition: Informationen über Hintergründe und Akteure.
  2. Erregendes Moment:  Der Konflikt wird aufgebaut durch Aktionen von Protagonist und Antagonist und die Situation verschärft sich.
  3. Höhepunkt/ Peripetie: Handlung erreicht ihren Höhepunkt und ist somit der Wendepunkt des Dramas.
  4. Retardierendes Moment: Sorgt für Spannung und es wird auf die Katastrophe bzw. Lösung hingearbeitet.
  5. Katastrophe/ Lösung: Konflikt wird am Ende entweder gelöst oder endet mit einer Katastrophe.

Für mehr Informationen, schau bei unserem Artikel zu dem aristotelischen Drama vorbei.

Offene Form

  • Offener und freier als das geschlossene Drama aufgebaut
  •  mehrere Haupt- und Nebenhandlungen
  • Akte sind nicht logisch miteinander verknüpft
  • viele Protagonisten spielen eine Rolle
  • viele Handlungsorte und unterschiedliche Schreibstile
  • Zeit- und Handlungssprünge

Ein Beispiel für die offene Form ist das Dramenfragment ,,Woyzeck” (1879) von Georg Büchner.

Die 6 wichtigsten Merkmale

  • Kein Erzähler: Leser oder Zuschauer erfährt Informationen zu Zeit, Ort und äußere Umstände durch Dialoge oder Regieanweisungen
  • Innere Monologe: Dadurch werden Gefühle und Gedanken der Figuren zum Ausdruck gebracht
  • Regieanweisungen: Geben Auskunft über Zeit, Ort und äußere Umstände des Geschehens
  • Bühnenaufführung: Dramen sind darauf ausgelegt, dass sie auf einer Bühne inszeniert werden
  • Fiktion und Simulation: Wenn ein Drama nicht vorgeführt, sondern nur gelesen wird, spricht man von Fiktion. Wenn ein Drama allerdings im Theater aufgeführt wird ist es eine Simulation, da es durch die Aufführung zur Realität wird.
  • Direkte Rede: Sorgt dafür, dass die Handlung vorangetrieben wird

Akteure in einem Drama

In einem Drama gibt es Haupt- und Nebenfiguren. Dabei sind Hauptfiguren entweder Protagonist oder Antagonist. Bei einem Protagonisten handelt es sich um die zentrale Figur des Dramas und diese durchlebt meist eine Entwicklung. Sein Gegenspieler ist der Antagonist – dieser versucht durch sein Handeln dem Protagonisten zu schaden.

Nebenfiguren haben einen vergleichsweise geringeren Text und stehen den Hauptfiguren zur Seite. Sie sind allerdings kaum oder gar nicht in dem zentralen Konflikt verwickelt.

Achte bei der Untersuchung von Figuren auf äußere Merkmale (wie z.B. Alter, Beruf und Geschlecht), Motive oder Absichten und sprachliche Auffälligkeiten.

Beispiele für bekannte Dramen und Autoren

Komödien:

  • Der zebrochne Krug (1811) von Heinrich von Kleist
  • Die Physiker (1961) von Friedrich Dürrenmatt
  • Wilhelm Tell (1804) von Friedrich Schiller
  • Leonce und Lena (1836) von Georg Büchner

Tragödien:

  • Romeo und Julia (1599) von William Shakespeare
  • Andorra (1961) von Max Frisch
  • Woyzeck (1879) von Georg Büchner
  • Faust (1808) von Johann Wolfgang von Goethe

Tragikomödie:

  • Der Besuch der alten Dame (1956) von Friedrich Dürrenmatt
  • Biedermann und die Brandstifter (1958) von Max Frisch

Bürgerliches Trauerspiel:

  • Emilia Galotti (1772) von Gotthold Ephraim Lessing
  • Kabale und Liebe (1784) von Friedrich Schiller
  • Maria Magdalena (1843) von Friedrich Hebbel

Episches Drama:

  • Der kaukasische Kreidekreis (1948) von Bertolt Brecht
  • Dreigroschenoper (1928) von Bertolt Brecht
  • Der gute Mensch von Sezuan (1943) von Bertolt Brecht

Denk dran, dass du in der Klausur den Autor und das Erscheinungsjahr in der Einleitung erwähnst.

FAQ: Die meistgestellten Fragen

Wie lauten die verschiedenen Arten des Dramas ?

  • Komödie
  • Tragödie
  • Tragikomödie
  • Bürgerliches Trauerspiel
  • Episches Drama

Wie schreibt man eine Dramenanalyse ?

  • Einleitung: Einordnung der Szene und in den Kontext des Dramas
  • Hauptteil: Inhaltsangabe der Szene und anschließende Analyse
  • Schluss: Fazit und Bewertung der Szene (hinsichtlich ihrer Bedeutung und Auswirkung auf das gesamte Drama)

Für mehr Infos, schau dir unseren Beitrag zur Dramenanalyse an.

Welche 5 Akte gibt es im geschlossenen Drama nach Aristoteles ?

  1. Exposition
  2. Erregendes Moment
  3. Höhepunkt/ Peripetie
  4. Retardierendes Moment
  5. Katastrophe/ Lösung

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