Demokratie: Definition, Bedeutung und Merkmale einfach erklärt

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In diesem Artikel dreht sich alles um die Demokratie als Staatsform.

Hier erfährst du …

  • was Demokratie ist
  • welche Merkmale sie hat
  • wie und wo sie entstanden ist
  • welche verschiedenen Formen es gibt
  • was der Demokratieindex ist

Starten wir gleich mit der Definition:

Definition: Demokratie

Das Wort Demokratie bedeutet „Herrschaft des Volkes“ und beschreibt politische Systeme und Herrschaftsformen, in denen die Staatsmacht vom Volk ausgeht.

Weitere Herrschaftsformen sind zum Beispiel: Monarchie, Oligarchie, Aristokratie oder Anarchie.

Herrschaftsformen unterscheiden sich daran, wer und wie viele die Staatsmacht inne haben.

Merkmale einer Demokratie

Diese spezielle Herrschaftsform zeichnet sich durch eine Vielzahl von Merkmalen aus und die findet ihr hier:

  • das Volk ist der Souverän

Souverän: Jemand der über uneingeschränkte Macht verfügt.

  • die Achtung sowie der Schutz der Grund-, Bürger- und Menschenrechte
  • Gewaltenteilung (zum Beispiel in: Legislative, Judikative und Exekutive)

Die Gewaltenteilung teilt die Staatsgewalt unter mehreren Bereichen auf, daher auch der Name. Durch diese Teilung wird die Gefahr eines schwerwiegenden Machtmissbrauchs verringert.

  • Unabhängigkeit der Gerichte
  • Verantwortlichkeit der Regierung
  • Gesetzmäßigkeit der Verwaltung
  • Verfassungsmäßigkeit

Die Verfassung ist das zentrale Dokument eines Staats. Sie hält unter anderem Aufbau, Form und Organisation des Staats fest.

  • freie, gleiche und geheime Wahlen
  • Mehrheitsentscheidung
  • Mehrparteiensystem

Ein Mehrparteiensystem ist sehr wichtig für tatsächlich freie Wahlen. In einem Einparteiensystem sind nur Scheinwahlen möglich, da es keine echte Auswahl gibt.

  • Minderheitenschutz (Akzeptanz einer politischen Opposition)
  • Meinungs-, Presse- und Rundfunkfreiheit
  • Willensbildung von unten nach oben

Die Merkmale verändern sich mit der Zeit etwas. Das ist notwendig, um mit neuen Entwicklungen und Erfindungen umgehen zu können.

Zum Beispiel war die Pressefreiheit natürlich kein Merkmal, als es noch gar keine Massenmedien gab.

„Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.“ – Winston Churchill

Justitia ist die Göttin der Gerechtigkeit und stellt eine Allegorie auf die Rechtsprechung dar. Die Augenbinde ist ein Symbol dafür, dass jeder vor dem Gesetz gleich ist. Die Waage steht für das Abwägen der Positionen in einem Rechtsstreit. Mit dem Richtschwert wird die Strafe für den Verurteilten dargestellt.

Entstehung der Demokratie

Die Demokratie entstand im antiken Griechenland im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Athen. Ihre Entstehung war bedingt durch einen (verhältnismäßig) progressiven Zeitgeist und einige Konflikte zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsschichten.

Bei dieser ersten Demokratie handelte es sich um eine direkte Demokratie. Jeder Bürger hatte ein Stimmrecht bei den riesigen Volksversammlungen, die in regelmäßigen Abständen abgehalten wurden, um alle politischen Entscheidungen zu treffen.

Frauen, Sklaven, Zugezogene und Männer unter 30 hatten allerdings kein Wahlrecht. So progressiv war man vor mehr als 2000 Jahren dann doch nicht …

Die verschiedenen Formen

Es gibt verschiedene Formen für eine demokratische Regierung. Viele von diesen Formen bestehen allerdings nur in der Theorie, da sie in der Durchführung unmöglich oder wenig effizient sind.

Im Folgenden stellen wir euch einige dieser Formen vor:

Direkte Demokratie

In einer direkten Demokratie werden alle politischen Entscheidungen von der Gemeinschaft getroffen. Jeder ist in jeder Frage stimmberechtigt.

Ein Beispiel für diese Variante ist im antiken Griechenland zu finden. Heute gibt es keine Regierungen in dieser Form mehr, weil der organisatorische Aufwand riesig und die Entscheidungsfindung ineffizient ist.

Repräsentative Demokratie

Bei repräsentativen Demokratien wählt das Volk einen Volksvertreter, der es repräsentiert und politische Entscheidungen in seinem Sinne trifft.

Man unterscheidet dabei in präsidiale Demokratien und parlamentarische Demokratien. Beispiele für präsidiale Systeme sind Frankreich oder die USA. Bei Deutschland handelt es sich um ein parlamentarisches System.

Plebiszitäre Demokratie

Eine plebiszitäre Demokratie ist eine Mischform aus direkter und repräsentativer Demokratie. Hierbei werden die meisten Entscheidungen von gewählten Vertretern getroffen, aber es gibt auch die Möglichkeit für Volksabstimmungen.

Demarchie

Die Demarchie entspricht einer repräsentativen Demokratie,
in der die Volksvertreter durch Zufall bestimmt werden. Die Idee ist, dadurch eine möglichst repräsentative Volksvertretung zu erhalten.

Scheindemokratie

Bei dieser Form handelt es sich nicht wirklich um eine Demokratie. In einer Scheindemokratie präsentiert sich der Staat zwar nach innen und außen als Demokratie, erfüllt aber nicht die Merkmale, um sich diesen Namen auch tatsächlich zu verdienen.

Demokratieindex

Der Demokratieindex misst wie demokratisch Staaten sind. Durch den Index werden die analysierten Länder dann in eine der vier Kategorien eingeordnet: vollständige Demokratie, unvollständige Demokratie, Hybridregime (Mischform) und autoritäre Regime.

Die Einordnung basiert auf folgenden Kriterien:

  • Wahlprozess (Sind die Wahlen frei und gerecht?)
  • politische Teilhabe (Wie viele Bürger interessieren sich für Politik?)
  • politische Kultur (Gibt es einen ausreichenden gesellschaftlichen Konsens, der eine stabile und funktionierende Demokratie stützt?)
  • Bürgerrechte (Wird vom Staat Folter angewandt?)
  • Funktionsweise der Regierung (Bestimmen frei gewählte Abgeordnete über die Politik der Regierung?)

Zu den vollständigen Demokratien gehören momentan Staaten wie Deutschland, Norwegen, Kanada und Uruguay. Beispiele für unvollständige Demokratien sind Polen, Ungarn, Mexiko und Indien.

Hybridregime sind beispielsweise Hongkong, Nepal, Türkei und Ukraine. Zu den autoritären Regimen zählen Russland, China, Nordkorea und Ägypten.

Der Demokratieindex wird für alle analysierten Länder in jedem Jahr neu berechnet und rangiert auf einer 10-Punkte-Skala.

„Demokratie ist die schlechteste Staatsform – mit Ausnahme aller anderen.“ – Winston Churchill

FAQ

Hier noch einmal alles Wichtige im Überblick:

Was ist eigentlich eine Demokratie?

Das Wort bedeutet „Herrschaft des Volkes“ und beschreibt politische Systeme und Herrschaftsformen, in denen die Staatsmacht vom Volk ausgeht.

Wann begann die Demokratie?

Sie entstand im antiken Griechenland im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Athen. Die Entstehung war bedingt durch einen (verhältnismäßig) progressiven Zeitgeist und einige Konflikte zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsschichten.

Haben wir in Deutschland eine direkte Demokratie?

Nein. Bei Deutschland handelt es sich um eine repräsentative Demokratie mit einem parlamentarischen Regierungssystem.

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