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Schulfähigkeit: Wann kann mein Kind in die Schule gehen?

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist ein großer Schritt sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Doch bevor Ihr Kind wirklich so weit ist, muss die Schulfähigkeit überprüft werden.

Deshalb haben wir einen ausführlichen Beitrag mit den wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt. Hier erfahren Sie ganz genau:

  • was die Schulfähigkeit ist
  • wann ein Kind schulfähig ist
  • wie die Schulfähigkeit geprüft wird und
  • wie Sie ihrem Kind helfen können.

Die Schulfähigkeit ist die Voraussetzung für die Einschulung. Kinder sind nämlich nur dann schulfähig, wenn sie den inhaltlichen und sozialen Anforderungen der Grundschule folgen können.

Die Schulfähigkeit ist aber keine Eigenschaft, die bei einem Kind mit dem Alter kommt, sondern eher ein Entwicklungsstand, der durch den Umgang mit den Mitmenschen Zuhause und in der Kindertageseinrichtung entwickelt und gefördert wird.

Was gehört zur Schulfähigkeit?

Es geht hier weniger darum, wie gut ein Kind bereits lesen oder rechnen kann, sondern eher um die gesamte durchschnittliche Entwicklung des Kindes. Der Entwicklungsstand eines Kindes deutet darauf hin, wie gut sie mit neuen Erfahrungen und Abläufen umgehen können.

Für die Schulfähigkeit gibt es einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Diese teilen sich in körperliche, geistig-kognitive und soziale Aspekte auf.

Körperliche Voraussetzungen

Die körperliche Entwicklung ist die Grundlage, um dem Unterricht in der Schule folgen zu können und erfolgreich lernen zu können. Besonders die Entwicklung des Seh- und Hörvermögens spielt hier eine wichtige Rolle, da diese eng mit den Lese- und Schreibleistungen zusammenhängen.

Körperliche Einschränkungen beeinflussen nicht nur das Lernvermögen, sondern erschweren auch die Integration in den Schulalltag und mit den Schulkameraden.

Geistig-kognitive Voraussetzungen

Zu den geistig-kognitiven Fähigkeiten gehören beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit und das logische Denken. Schulfähige Kinder müssen in der Lage sein, Zusammenhänge zu bilden und diese eigenständig anzuwenden.

Auch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und das Sprachvermögen spielen eine wichtige Rolle für die spätere Begriffsbildung und das Sprachverständnis.

Soziale und emotionale Voraussetzungen

Des Weiteren sollte Ihr Kind auch soziale und emotionale Voraussetzungen erfüllen. Um sich in der Schule zu integrieren, müssen die Kinder nämlich in der Lage sein, selbständig mit anderen Klassenkameraden umgehen können.

Besonders bei den sozialen und emotionalen Voraussetzungen wird geschaut, wie selbständig ein Kind arbeiten kann oder ob das Kind ständig direkte Zuwendung braucht.

Wie erkenne ich ob mein kann Kind bereit für die Schule ist?

Wenn Ihr Kind alle Voraussetzungen einigermaßen erfüllt, spricht man von der Schulfähigkeit.

Das wird durch einen Einschulungstest festgestellt. Jedes Kind muss vor der Einschulung einen Einschulungstest machen.

Einschulungstest

Der Einschulungstest besteht aus zwei Teilen. Zunächst wird von einem Arzt die körperliche Entwicklung des Kindes untersucht. Neben dem Seh- und Hörvermögen werden hier Gewicht und Größe sowie auch die Zähne von den Kindern untersucht.

Auch motorische Fähigkeiten wie die Hand-Augen-Koordination oder die Balance werden vom Arzt überprüft.

Anschließend werden die geistig-kognitiven Fähigkeiten durch einen spielerischen Test festgestellt. Hier bekommen die Kinder Aufgaben, die ihre Konzentration und Lernfähigkeiten testen sollen.

Die Aufgaben gestalten sich in der Regel so, dass die Kinder Formen, Farben und Größen unterscheiden und zuordnen müssen. Auch Memory und Puzzles werden häufig zur Prüfung der Konzentration und Wahrnehmung angewendet.

Diese Tests sollen auch besonders das Sprachvermögen und die Vorstellungskraft der Kinder widerspiegeln. Allerdings sind die Aufgaben bei jedem Einschulungstest anders, hier haben wir nur eine kleine Auswahl für Sie, wie solche Aufgaben aussehen können.

Der Einschulungstest besteht auch aus den Einschätzungen der Erzieher und Erzieherinnen. Sie können nämlich am besten beschreiben, wie die Kinder in einer Gruppe und mit anderen Kindern arbeiten.

Allerdings kann es bei dem Test auch zu Ungenauigkeiten kommen. Je nachdem wer die Fragen stellt und in welchem Umfeld der Test durchgeführt wird, können Kinder durch Aufregung Fehler machen.

Vorbereitung auf den Einschulungstest

Jedes Kind ist von Natur aus anders, weshalb auch jeder Einschulungstest anders ist. Jedes Bundesland hat außerdem andere Regeln und Anforderungen bei einem Einschulungstest und jeder Arzt und Erzieher entscheidet im Laufe des Tests selber, was genau abgefragt werden soll.

Eine genaue Vorbereitung auf einen Einschulungstest ist also nicht möglich und davon würde ich Ihnen auch abraten. Falls Sie allerdings selber die Schulfähigkeit Ihres Kindes einschätzen wollen, können Sie sich an dieser Checkliste orientieren.

Um so mehr Häkchen Sie bei ihrem Kind setzten können, umso schulfähiger ist ihr Kind.

Durch einen Einschulungstest ist es auch möglich Probleme wie Dyskalkulie zu erkennen und den Kindern durch eine frühzeitige Förderung zu helfen. Eine frühzeitige Erkennung von Lernschwächen hat großen Einfluss auf die weitere schulische Entwicklung.

Falls Sie mehr erfahren wollen, haben wir auch hier einen hilfreichen Artikel über Dyskalkulie für Sie.

Sollte ich mein Kind schon in die Schule schicken?

Die Rückstellung des Kindes können Eltern bei der Schulleitung beantragen. In diesem Fall sollten die Kinder ein weiteres Jahr von ihrem Kindergarten gezielt gefördert werden, um den Entwicklungsstand zu steigern.

Für welche Möglichkeit Sie sich als Eltern entscheiden, sollte immer mit den Bedürfnissen Ihres Kindes übereinstimmen. Oftmals hilft auch ein Elterngespräch mit den Erziehern, um mehr Klarheit zu gewinnen.

Eine spätere Einschulung bedeutet nicht, dass Ihr Kind weniger intelligent oder fähig ist. Selbst wenn Ihr Kind alle Voraussetzungen des Einschulungstests erfüllt, kann es in manchen Fällen durchaus empfehlenswert sein, ein Jahr zu warten.

Es ist bekannt, dass viele Eltern vor dem Einschulungstest bereits befürchten, dass ihr Kind noch nicht schulfähig ist. Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, sollten Sie sich als Eltern keine Sorgen machen.

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist ein emotional belastender Prozess. Hier werden von den Kindern Bereitschaft und die Fähigkeit zur Anpassung an neue Gegebenheiten gefordert.

Zwar können Kinder durch neue Übergänge viel lernen und sich stark weiter entwickeln, dennoch ist eine emotionale und soziale Stabilität ein sehr wichtiger Aspekt in der Entwicklung des Kindes und sollte nicht durch eine frühzeitige Einschulung gebrochen werden.

So wird die Schulfähigkeit meines Kindes gefördert

Natürlich können und sollten Sie die Kompetenzen und die Entwicklung Ihres Kindes bereits vor dem Einschulungstest stark fördern.

Für die Entwicklung des Kindes ist ein gutes Zusammenwirken aller äußerer Einflüsse notwendig. Dazu gehört unter anderem, dass Kinder täglich neuen Situationen ausgesetzt werden, viel Bewegung und viel Kontakt zu ihren Mitmenschen haben.

Bereits der tägliche Kindergartenbesuch, ist für Kinder ein starkes Entwicklungsfeld. Der Kindergarten bildet nämlich den ersten sozialen Kreis der Kinder und sie lernen, wie soziale Kontakte gepflegt werden und wie sie sich in einer Gruppe durchsetzen können.

Es bietet sich auch an, bereits im jungen Alter den Lerntyp Ihres Kindes zu erfahren. Somit können Sie Ihr Kind noch besser unterstützen und fördern.

Mit diesen Tipps klappt es auf jeden Fall

Mit diesen Tipps, können Sie Ihr Kind zusätzlich von Zuhause fördern:

  • Rollenspiele helfen sehr gut, um die Kreativität und die Denkfähigkeit von Kindern zu unterstützen.
  • gemeinsames Lesen von Bilderbüchern und anschließend darüber Reden verlangt sprachliche Ausdrucksfähigkeit und Vorstellungskraft der Kinder.
  • durch Hüpfen und Balancieren wird die Grobmotorik gestärkt: auf einem Bein hüpfen, über Hindernisse springen oder einfach nur einen Hampelmann machen funktioniert auch.
  • Für die Feinmotorik eignet sich Malen, Ausschneiden und Basteln ganz gut. Auch Geschicklichkeitsspiele mit Murmeln, Puzzles oder Lego sind gute Übungen.
  • Gesellschaftsspiele oder „Familienkonferenzen“ können soziale Aspekte der Kinder stärken. Dadurch lernen Kinder mehr auf andere zu achten und sich selber durchzusetzen.

FAQ

Für eine schnelle Übersicht, haben wir hier nochmal alle wichtigen Fragen zusammengetragen:

Was gehört zur Schulfähigkeit?

Schulfähigkeit liegt vor, wenn ein Kind die körperlichen, geistig-kognitiven als auch die sozialen Voraussetzungen erfüllt, um dem normalen Schulalltag zu bewältigen.

Wann liegt Schulfähigkeit vor?

Ob ein Kind schulfähig ist, lässt sich durch einen Einschulungstest feststellen. Wenn ihr Kind gleichmäßig alle Voraussetzungen erfüllt, wird es in der Regel als schulfähig anerkannt.

Wie wird die Schulfähigkeit festgestellt?

Die Schulfähigkeit wird immer von einem Arzt und von Erzieher:innen eingeschätzt. Sie als Eltern können aber auch eine ehrliche Einschätzung machen und diese mit den Ergebnissen vergleichen.

Was muss ein Kind beim Einschulungstest können?

Natürlich werden viele Aspekte und Eigenschaften bei einem Einschulungstest untersucht. Generell sollte das Hör- und Sehvermögen gut ausgeprägt sein. Das Kind sollte zudem auch motorische Fähigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken und Kontaktfreude besitzen.

Wer entscheidet über die Schulfähigkeit?

Jedes Kind muss vor der Einschulung einen Einschulungstest machen, um über die Schulfähigkeit zu entscheiden. Dieser Test wird vom Arzt sowie von den Erziehern durchgeführt. Je nach Bundesland variiert der Einschulungstest.

Haben Sie noch Fragen zu anderen Themen ? Dann haben wir noch mehr Artikel über die Themen Lernen und Schule für Sie. Ansonsten können Sie uns auch einfach einen Kommentar mit Ihren Fragen und Themen hinterlassen.

Und falls Sie auf der Suche nach Nachhilfe für Ihr Kind sind, können Sie sich gerne über unser Nachhilfe Angebot informieren!

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