Betriebswirt

Wie wird man Betriebswirt – 3 Wege und die Perspektiven

Wer sich einen Beruf wünscht, in dem er verantwortungsvolle kaufmännische Tätigkeiten übernehmen kann, sollte das Berufsbild des Betriebswirtes näher betrachten. Interessierte haben in Deutschland verschiedene Möglichkeiten, den Beruf des Betriebswirtes zu erlernen. Neben dem BWL-Studium stehen zahlreiche Aus- und Weiterbildungen zur Verfügung.

Das Berufsbild des Betriebswirtes ist hierzulande nach wie vor beliebt. Die Nachfrage nach Fachkräften ist hoch. In nahezu jedem Unternehmen sind Betriebswirte in verschiedenen Abteilungen tätig. Sie übernehmen zahlreiche koordinierende, strategische und konzeptionelle Aufgaben im Betrieb. Je nach Einsatzbereich stehen sie dabei in ständigem Kontakt mit den Abteilungsleitern oder den Geschäftsführern.

Interessant ist der Beruf für Schulabsolventen, die nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung oder ein Studium im betriebswirtschaftlichen Bereich anstreben. Auch für bereits berufstätige Personen ist der Beruf des Betriebswirtes attraktiv, etwa wenn sie für sich feststellen, dass sie die falsche Ausbildung absolviert haben und sich in ihrem aktuellen Job deshalb nicht wohlfühlen. Eine Weiterbildung ist außerdem für Menschen geeignet, die nach einer längeren Auszeit (zum Beispiel nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall) wieder ins Berufsleben einsteigen möchten, ihren alten Beruf aber nicht mehr ausüben können.

Ausbildung, Weiterbildung, Studium – die verschiedenen Wege zum Betriebswirt

Wer sich für den Beruf des Betriebswirtes interessiert, hat die Auswahl zwischen verschiedenen Abschlüssen, die er durch eine Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung erlangen kann. Hierbei ist zu beachten, dass sowohl die staatlichen Abschlüsse als auch die IHK-Abschlüsse zum Betriebswirt in Deutschland bei den Unternehmen angesehen und gefragt sind.

Ausbildung und Studium

Für junge Menschen, die sich für das umfangreiche Thema Betriebswirtschaft interessieren, empfiehlt sich nach dem Schulabschluss die Ausbildung zum „Staatlich geprüften Betriebswirt“. Für Abiturienten und Personen, die bereits eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen haben, kommt möglicherweise auch ein BWL-Studium in Frage.

Dieses bietet die Möglichkeit, einen Bachelor-Abschluss (Betriebswirt BA) oder einen Master-Abschluss zu erwerben. Der BWL-Master ist der höchste Abschluss, der sich im Rahmen eines betriebswirtschaftlichen Studiums erreichen lässt. Je nach Studiengang verleihen die Hochschulen den Absolventen den akademischen Grad „Master of Science“ (M.Sc.), „Master of Arts“ (M.A.), „Master of Business Adiminstration“ (MBA) oder „Master of Accountancy“ (M.Acc.). Anschließend können diese zudem die Promotion anstreben.

Weiterbildung und Spezialisierungen

Neben dem klassischen Ausbildungsweg und dem BWL-Studium bieten verschiedene Bildungsinstitute Kurse an, die interessierte Personen sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend in Teilzeit absolvieren können. Durch eine Weiterbildung zum Betriebswirt erreichen diese zum Beispiel den Abschluss als „Staatlich geprüfter Betriebswirt“, „Geprüfter Betriebswirt (IHK)“ oder „Geprüfter Technischer Betriebswirt (IHK)“.

Darüber hinaus bieten sich diverse Spezialisierungen in diesem Berufsbereich an. Als „Geprüfter Wirtschaftsfachwirt“ ist man in Unternehmen unterschiedlichster Branchen als erfahrener Generalist tätig. Darüber hinaus ist eine Spezialisierung zum „Geprüften Handelsfachwirt“ denkbar, wenn sich jemand auf die Bereiche Vertriebssteuerung und Logistik konzentrieren möchte. „Geprüfte Fachwirte“ übernehmen wiederum betriebswirtschaftliche Tätigkeiten im Sozial- und Gesundheitswesen.

Um eine Weiterbildung zum Betriebswirt oder Fachwirt aufnehmen zu können, müssen die Interessierten verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Für die meisten Kurse benötigen sie eine kaufmännische Ausbildung und eine gewisse berufliche Erfahrung. Darüber hinaus setzen einige Bildungsanbieter den regelmäßigen Besuch der vorbereitenden Kurse für die abschließende Prüfung voraus.

Tipp: Wer den Wunsch hegt, sich zuerst branchenübergreifend zu qualifizieren, sollte sich für eine Aus- oder Weiterbildung zum Betriebswirt entscheiden. Wer sich jedoch von Anfang an auf eine bestimmte Sparte spezialisieren möchte, kann den Weg des Fachwirts einschlagen.

Welche Aufgaben übernimmt ein Betriebswirt im Unternehmen?

In der Aus- oder Weiterbildung zum Betriebswirt erwerben die Teilnehmer fachgebietsübergreifende Kenntnisse. Diese ermöglichen es ihnen, anschließend in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensabteilungen zu arbeiten. Dazu zählen:

  • Rechnungswesen: Ein klassisches Einsatzgebiet des Betriebswirtes ist das Rechnungswesen. In diesem Bereich ist ein Betriebswirt unter anderem für die Lohnabrechnung zuständig. Ferner kalkuliert ein Betriebswirt im Unternehmen häufig das Budget für das neue Geschäftsjahr.
  • Marketing: Um dieses geht es auch im Bereich Marketing. Hier ist der Betriebswirt dafür zuständig, Werbung für eine Marke oder ein Produkt (in Form von Werbespots, Anzeigen oder Plakatwerbung) zu betreiben. Dafür steht ihm ein bestimmtes Kapital zur Verfügung.
  • Personalwesen: Auch in der Personalabteilung übernimmt ein Betriebswirt zahlreiche Aufgaben. Er beschafft neue Mitarbeiter, organisiert regelmäßige Fortbildungen und kümmert sich darum, dass sich die Mitarbeiter im Unternehmen wohlfühlen. Ihm obliegt außerdem die Verwaltung und Pflege der Personalakten.
  • Produktion: Wer sich als Betriebswirt sowohl für die Wirtschaft als auch für Technik interessiert, kann sich in der Produktion beweisen. Hier überprüft der Betriebswirt betriebliche Prozesse, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Er beschafft die passenden Maschinen und Rohstoffe und prüft deren Profitabilität.

Fundierte, betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind in nahezu allen Branchen gefragt. Und so arbeiten Betriebswirte unter anderem in den Bereichen

  • Eventbranche,
  • Tourismus,
  • Automobilbranche,
  • Logistik,
  • Sportbranche,
  • Gesundheitswesen,
  • Bau- und Immobilienbranche sowie
  • Finanz- und Versicherungswesen.

Welche persönlichen Voraussetzungen müssen Betriebswirte mitbringen?

Um die Ausbildung, das Studium oder eine Weiterbildung zum Betriebswirt erfolgreich zu Ende führen und die spätere Tätigkeit mit Begeisterung ausüben zu können, sollten Interessierte neben den schulischen Qualifikationen auch eine große Begeisterung für die Mathematik und betriebswirtschaftlich Zusammenhänge mitbringen. Darüber hinaus helfen eine erfolgsorientierte und analytische Denkweise – insbesondere, wenn eine anschließende Tätigkeit in der Finanzwirtschaft angestrebt wird. Organisationstalent ist ebenfalls von Vorteil, da man sich sowohl mit einem Studium als auch mit einer Weiterbildung für Führungspositionen qualifiziert.

Fremdsprachenkenntnisse sind immer dann gefragt, wenn Betriebswirte vorwiegend in der Logistik oder im Bereich Marketing eingesetzt sind. Hier kommunizieren sie sowohl mit deutschsprachigen als auch mit internationalen Geschäftspartnern. Deshalb sollten sie im Idealfall über gute Englischkenntnisse verfügen. Im Marketing ist zudem ein hohes Maß an Kreativität gefragt. Denn hier gilt es, mit innovativen Werbekampagnen und klugen Ideen die eigene Marke oder das neue Produkt bekannter zu machen.

Teamfähigkeit, Kommunikationstalent und Einfühlungsvermögen sind im Bereich des Personalwesens besonders wichtig. In dieser Sparte sind Betriebswirte nicht nur für die Auswahl neuer Mitarbeiter zuständig. Sie kümmern sich außerdem um die Belange und das Wohl der Angestellten.

Wer als Betriebswirt arbeiten möchte, benötigt neben rechnerischem Geschick also auch Empathie, um sowohl den Wünschen der Kunden und Mitarbeiter als auch der Geschäftsführung in Bezug auf wichtige unternehmerische Kalkulationen nachzukommen. Betriebswirte arbeiten stets gewissenhaft, sind flexibel und können schnell umdenken.

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