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Mein Kind will nicht essen – Tipps & Tricks für Eltern

„Das mag ich nicht.“ oder „Das will ich nicht.“ Viele Eltern kennen diese Sätze von Ihren Kindern nur zu gut. Besonders wenn es ums Essen geht, gibt es hier öfter Probleme.

Jedes Kind hat eine Phase, in der jegliches Essen gerne abgelehnt wird. Verweigern Kinder Essen, kann das für Eltern sehr belastend sein

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Kind Essen verweigert. In unserem Artikel erklären wir Ihnen, welche Gründe das sein könnten und Tipps, wie Sie in solchen Situationen handeln sollten.

Kind will nicht essen – mögliche Gründe

Kinder sind im Gegensatz zu uns Erwachsenen sehr stark von ihrem Hungergefühl geprägt. In den meisten Fällen lehnen Kinder Essen ab, weil ihr Sättigungsgefühl noch ausreicht und sie dadurch nicht essen wollen.

Wenn Ihr Kind zu den Hauptmahlzeiten kaum oder nur wenig isst, liegt das möglicherweise auch daran, dass es den ganzen Tag lang Kleinigkeiten und Snacks gegessen hat. Hier ein Hirsekringel, da eine Reiswaffel, dort ein Plätzchen – auch kleine Snacks halten Kinder sehr lange satt.

Außerdem sind Kinder, manchmal über Jahre hinweg, sehr „eigen“ in ihrem Essverhalten. Zeitweise essen viele Kleinkinder nur einige wenige Lebensmittel. Unbekanntes möchten sie gar nicht erst probieren.

Das muss aber kein Grund zur Sorge sein, solange sich Ihr Kind gesund entwickelt und aktiv ist.

Nimmt ein Kind auffällig häufig nur noch ähnlich schmeckende Lebensmittel zu sich, kann das ein Zeichen für eine Wachstumsphase sein. In dieser Zeit verlangt der junge Körper verstärkt mal Kohlenhydrate und mal Eiweiße. Auch dann kommt es häufig vor, dass Kinder viele andere Nahrungsmittel erst recht ablehnen.

Tipps wie Eltern Ihren Kindern helfen können

Wenn Kinder sich standhaft weigern, Ihr gekochtes zu essen,  kann das zur richtigen Geduldsprobe werden. Allerdings ist in solchen Phasen der Umgang mit den Kindern und deren Essverhalten besonders wichtig.

Bleiben Sie ruhig und geduldig wenn Ihr Kind nicht essen will

Für Sie als Eltern kann die Situation sehr belastend sein, und es ist verständlich, wenn Sie sich sorgen. Allerdings ist bei Kindern bis zum Vorschulalter ein „auffälliges“ Essverhalten meist vorübergehend. Damit das auch so bleibt, sollten Eltern möglichst ruhig bleiben.

Das Essverhalten von Kleinkindern kann sich im Laufe der Entwicklung sehr schnell verändern. Wenn ein Kind zuvor bereits vielseitiger gegessen hat, findet es in den meisten Fällen ebenfalls wieder von allein zu diesem vorherigen Essverhalten zurück, auch wenn dies manchmal etwas dauern kann.

Haben Kinder keinen besonderen Hunger, erreichen Eltern mit Druck nur das Gegenteil und problematisieren das Essverhalten. Kinder in der Trotzphase nutzen dies aus und versuchen ganz bewusst sich aufzulehnen.

Druck und Stress am Tisch machen es für Kinder nur noch schwieriger, sich zu entspannen und etwas zu essen.

Sätze wie: „Iss dein Gemüse auf, sonst bekommst du kein Nachtisch.“ Oder „ Wenn dein Teller nicht leer isst, scheint die Sonne nicht.“ Sollten Sie vermeiden.

Probieren Sie es mal mit Essensregeln

Klare Regeln sorgen für etwas mehr Entspannung am Esstisch. Aber seien Sie nicht zu streng mit den Regeln, sonst nehmen Sie Ihrem Kind die Freude am Essen.

Es ist hilfreich, wenn Ihr Kind lernt, das es bei Ihnen zu bestimmten Zeiten etwas zu Essen gibt. Will es mittags nichts essen, muss es bis zum Abendessen warten. So gewöhnt sich Ihr Kind schneller an einen regelmäßigen Rhythmus.

Außerdem können Sie Ihre Kinder auch mit bestimmen lassen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass Ihr Kind sich gerne an die Regeln hält.

Fragen Sie Ihre Kinder, was es heute zu Essen geben soll und lassen Sie Ihr Kind selber seinen Teller zusammenstellen.

Kind will nicht essen – Natürliche Phase bei Kleinkindern

Zum Essen zwingen sollten Eltern Ihre Kinder auf keinen Fall. Auch Überredungskünste gehören nicht an den Tisch – zumal solche Versuche meist ohnehin nicht von Erfolg sind.

Bleiben Sie geduldig und lassen Sie Ihr Kind einfach machen. Mit Geduld geht die Ablehnungsphase meist von selbst vorüber. Die Verweigerung eines neuen Lebensmittels hat nämlich nicht immer etwas mit dem eigentlichen Geschmack oder der Textur zu tun.

Auch Ihre Reaktion auf die einsetzenden Trotzphasen, der Wunsch, alleine zu essen und weitere Faktoren können großen Einfluss haben. Ein gelassener Umgang kann zur Entlastung der Situation beitragen.

Beendet das Kind die Mahlzeit frühzeitig oder will es nichts essen, dann genügen ein bis zwei Versuche der Eltern, das Kind zum Essen zu ermutigen.

Oft wird ein neuer Geschmackseindruck erst nach 10-12 Kontakten akzeptiert. Zwingen Sie Ihr Kind deshalb nicht Brokkoli zu essen, sondern bieten Sie es langsam und kontinuierlich in neuen Gerichten an. Kombinieren Sie dabei bekannte Lebensmittel mit unbekannten.

Sie können Ihr Kind beim Kochen auch mitwirken lassen und kleine “Arbeiten” erledigen lassen, wie z. B. Früchte waschen und abtrocknen. Wer beim Kochen mitgeholfen hat, ist eher bereit, die Speisen zumindest zu kosten.

Wenn Sie noch einfache und leckere Rezepte für Kinder brauchen, kann unser Artikel – Schnelle Gerichte für Kinder – Ihnen weiterhelfen.

Könnte mein Kind eine Essstörung haben?

Bis ins Vorschulalter kommen Essstörungen im eigentlichen Sinne so gut wie nicht vor.

Während Essattacken vereinzelt im Kindesalter beobachtet werden können, treten ausgeprägte Essstörungen erst im Jugendalter und später auf.

Ein auffälliges oder ungewohntes Essverhalten im Kleinkindalter muss noch keine Essstörung sein und muss auch nicht bedeuten, dass Ihr Kind im späteren Alter eine schwerwiegende Essstörung entwickeln wird. Hierfür sind die Ursachen vielschichtig und bestehen meist aus einem Bündel unterschiedlicher Faktoren.

Die Ablehnung legt sich bei den Kleinen wieder. Während Kinder etwa zwischen sechs Monaten und zwei Jahren besonders offen für neue Geschmackserfahrungen sind, beginnt danach eine Phase, in der neue Speisen häufig abgelehnt werden.

Doch solche Phasen der Mäkelei oder gar Essensverweigerung sind bei Kindern völlig normal. Mit Geduld geht die Ablehnungsphase meist von selbst vorüber.

Wann Eltern einen Arztbesuch in Betracht ziehen sollten

Haben die obigen Tipps keinen Erfolg und Ihr Kind will über einen längeren Zeitraum hinweg nicht essen, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Unter Umständen sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder andere Krankheiten die Ursache des Problems. In den meisten Fällen vergehen die Phasen allerdings rasch wieder.

Sie sollten auch einen Arzt aufsuchen, wenn Sie den Eindruck haben, dass sich ihr Kind körperlich nicht normal entwickelt. Auch wenn Ihr Kind “normal” isst und dabei oft krank wird oder über einen längeren Zeitraum hinweg unglücklich wirkt, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Hat ein Kind die Grippe oder ist erkältet, ist auch der Appetit kleiner. Der Körper benötigt da weniger Energie, da sich die Kleinen nur wenig bewegen und viel schlafen. Hält der Zustand allerdings länger an oder will ein Kind für mehr als nur einen Tag nichts essen, sollten sie Ihren Kinderarzt kontaktieren.

Fazit

Machen Sie sich bei einem ungewöhnlichem Essverhalten Ihres Kindes erstmal keine Sorge.

Kleinkinder lernen in diesem Alter erst ihre Geschmacksvorlieben richtig kennen, weshalb vieles auch erstmal abgelehnt wird. Achten Sie einfach darauf, dass Ihr Kind gesund und fit ist.

Hier haben wir noch einmal alle wichtigsten Tipps und Tricks für Sie zusammengefasst.

Falls Sie noch andere Meinungen oder Tipps haben, lassen Sie uns doch einen Kommentar dar!

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