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Falsche Ausbildung

Eine Ausbildungsstelle im Wunschberuf kommt für junge Menschen oft einem Lottogewinn gleich. Umso böser ist dann das Erwachen, wenn die Ausbildung nicht den erhofften Spaß bringt und die Erwartungen nicht erfüllt werden. Doch was tun, wenn die Wahl auf die falsche Ausbildung gefallen ist?

Falsche Ausbildung

Was passt nicht?

Zuerst muss genau geschaut werden, was nicht passt. Ist es wirklich der Beruf an sich, sind es die Tätigkeiten, die ein Azubi am Anfang machen muss oder sind es die Kollegen und der Betrieb? Es macht nämlich einen großen Unterschied, worin die Ursache liegt, welche Lösungen sich anbieten.

Die Sprüche der Eltern, die bei Problemen in der Ausbildung kommen, lauten meist gleich: Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aller Anfang ist schwer oder es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Junge Menschen, die unglücklich mit der Wahl ihrer Ausbildung sind, wollen das nicht gern hören, doch im Grunde ist an jedem Sprichwort etwas Wahres dran.

Liegt es an den Leistungen in der Theorie, so gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Nachhilfe in der Ausbildung (ausbildungsbegleitende Hilfen – abH), was auch bei Umschulungen zutreffen kann. Viele Nachhilfeanbieter helfen auch beim Thema Prüfungsangst, denn die ist ein Hauptgrund, warum viele vor Zwischen- oder Abschlussprüfungen noch Abbrüche in Erwägung ziehen.

Die Tätigkeiten, die Auszubildende ganz am Anfang ihrer Lehrzeit machen dürfen, sind natürlich nicht mit den Aufgaben zu vergleichen, die eine Fachkraft mit einigen Jahren Berufserfahrung übernehmen darf. In vielen Berufen geht das aus versicherungsrelevanten Gründen gar nicht. Soll ein Elektroinstallateur in den ersten Ausbildungswochen gleich Schaltschränke installieren und mit Starkstrom arbeiten? Oder eine Pflegefachkraft den Patienten gleich mit Infusionen oder Kathetern versehen? Mit dem Perspektivwechsel zur anderen Seite, wächst das Verständnis dafür, dass Aufgaben erst mit der Zeit an Verantwortung gewinnen, denn ein Haus beziehen, in dem ein Laie die Installationen vorgenommen hat, möchte ja auch niemand. Ein Auszubildender der mit guten Leistungen besticht und sich interessiert zeigt, wird eher mit komplexeren Tätigkeiten betraut, daher lohnt es sich, gute Fragen zu stellen und so zu beweisen, dass mitgedacht wird.

Das Gesetz hat bei Ausbildungsplätzen eine besondere Frist für die Probezeit und einen besonderen Kündigungsschutz vorgesehen. Leider ist die Probezeit mit ein bis vier Monaten viel zu kurz, um wirklich ein vollständiges Bild von Ausbildungsberuf und -unternehmen zu gewinnen. Unter besonderen Umständen, kann die Probezeit verlängert werden. Dies sollte einer vorschnellen Kündigung immer vorgezogen werden. Wer im Rahmen einer Umschulung zu einem neuen Beruf kommen will, unterliegt ggf. Pflichten der finanzierenden Stelle gegenüber, die vor der Entscheidung für einen Abbruch unbedingt ins Boot geholt werden sollte.

Betroffene, die keinen Spaß an den Aufgaben haben, sich unterfordert oder ausgenutzt fühlen, sollten das Gespräch mit Auszubildenden in den vorangegangen Jahrgängen suchen. Was darf denn der Azubi im zweiten Lehrjahr tun und was der im Dritten? Der Austausch bringt vielleicht Perspektiven, mit denen sich leben lässt.

Liegt es an Kollegen und Unternehmen muss auch mal ein Blick in den Spiegel gewagt werden. Bietet der Auszubildende selbst genug Angriffsfläche für Kritik, weil er unzuverlässig ist oder desinteressiert wirkt, kann nur die Selbstreflexion und Veränderung des eigenen Verhaltens und Arbeitens die Situation verbessern. Deswegen die Firma zu wechseln, wird kaum Veränderung bringen, denn Kollegen erwarten überall ein Mindestmaß an Engagement und Verlass.

Gründe, die tatsächlich im Betriebsklima, der Ausstattung des Unternehmens oder auch im Missmanagement zu sehen sind, rechtfertigen natürlich einen zeitnahen Wechsel des Ausbildungsplatzes. Hilfe leisten hier die Ausbildungsberatungen der zuständigen Kammern und die Berufsschule.

Abbruch oder Wechsel des Ausbildungsplatzes?

Wechsel sind dann sinnvoll, wenn der Beruf weiter angestrebt wird. Scheint das Berufsbild wirklich eine Fehlentscheidung gewesen zu sein, sollte vor einem Abbruch aber immer noch beleuchtet werden, welche Perspektiven der Beruf denn bietet. Die Berufsbilder sind so viel komplexer geworden, dass der Facharbeiter oder kaufmännische Abschluss trotzdem nicht für jeden zwingend den gleichen beruflichen Weg bedeutet. Zusatzqualifikationen oder Aufbauweiterbildungen können aus einem Handwerker einen Techniker werden lassen. Die Bürokauffrau kann im Gesundheitswesen ebenso Fuß fassen wie in einem Bauunternehmen. Und Quereinstiege sind ebenfalls immer möglich. Gute Zukunftsaussichten können in schwierigen Zeiten die Motivation unheimlich steigern und helfen, durchzuhalten. Denn auch für junge Leute gilt, dass Lebenszeit nicht zwei Mal genutzt werden kann. Je weiter die Ausbildung fortgeschritten ist, desto sorgfältiger sollte ein Abbruch bedacht sein.

Steht ein Wechselwunsch auf dem Plan, so heißt es, Augen und Ohren offen zu halten. Die Berufsschule ist hierbei ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. In Berufsschulklassen treffen sich Auszubildende aus verschiedenen Unternehmen. Eine Umfrage zeigt schnell, ob es überall dieselben Probleme gibt, wo das Klima richtig gut ist oder vielleicht ein anderer Berufsschüler ebenfalls den Betrieb wechseln möchte. Manchmal gibt es auch Unternehmen, die nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten und sich über Wechsler freuen. Außerdem kann das Fernbleiben eines Schülers darauf hindeuten, dass irgendwo ein Ausbildungsplatz frei geworden ist.

Abbruch oder Wechsel des Ausbildungsplatzes?

Der Abbruch einer Ausbildung hat finanzielle Nachteile. Nicht nur, dass die Ausbildungsvergütung ausbleibt, auch der Anspruch auf Sozialleistungen wie Kindergeld, Waisenrenten etc. kann verloren gehen.

Wird eine neue Ausbildung angestrebt, hinterfragt ein Unternehmen einen Ausbildungsabbruch genau, weil befürchtet wird, dass auch eine neue Ausbildung nicht bis zum Ende durchlaufen wird. Dies wird für den Bewerber umso unangenehmer, je näher er an seinem ursprünglichen Berufswunsch bleibt. Da muss echte Überzeugungsarbeit geleistet werden und die Erwartungshaltung des neuen Ausbildungsbetriebes ist vermutlich ziemlich hoch.

Im Lebenslauf sind Abbrüche immer kritische Punkte. Dies relativiert sich erst, wenn aus anderen Angaben ersichtlich ist, dass der Bewerber durchaus auch Durchhaltevermögen besitzt.

Natürlich stehen die physische und psychische Gesundheit immer im Vordergrund. Ist eine Ausbildung so belastend, dass Stress, Burnout oder Depressionen drohen, ist ein Abbruch ganz klar die bessere Option. Gleiches gilt für Ausbildungen in Unternehmen, die nicht ausreichend auf Arbeitssicherheit sorgen oder bei Allergien, die auftreten und vorher unbekannt waren. In solchen Fällen führt an einem Ausbildungsabbruch nichts vorbei. Sind die Gründe jedoch nicht so gravierend, dass Leib und Wohl gefährdet sind, wäre eine gute Alternative, sich ganz besonders reinzuhängen und fleißig zu lernen. Denn mit höheren Schulabschlüssen und richtig guten Berufsschulzeugnissen, kann die ungeliebte Ausbildungszeit dann verkürzt werden.

Im Berufsleben haben Menschen, die eine Ausbildung beendet haben und sich dann neu orientieren, sehr gute Chancen, weil sie bewiesen haben, dass sie ehrgeizig und zielstrebig sind, auch wenn die Bedingungen schwierig sind. Dafür zollen Arbeitgeber immer größten Respekt. Wer sich mit dem Gedanken an eine Umschulung in einen neuen Beruf trägt, hat ebenfalls gute Voraussetzungen, hier einen Platz zu bekommen, wenn eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde.