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Gemeinkosten – Definition und Berechnung leicht gemacht

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Fixe Kosten, variable Kosten, Einzelkosten, Gemeinkosten? Du hast bei den ganzen Begriffen den Überblick verloren?

Keine Sorge, in diesem Artikel erfährst du, was Gemeinkosten sind, was der Unterschied zu Einzelkosten ist und wie du die Gemeinkosten berechnen kannst.

Legen wir sofort los!

Gemeinkosten werden in der Kostenstellenrechnung berücksichtigt und dabei den einzelnen Kostenstellen indirekt über Schlüssel zugeordnet.

Sie fallen für mehrere Erzeugnisse an und das ist auch der Grund, warum sie keiner Dienstleistung oder keinem Produkt direkt zugeordnet werden können. Deshalb nennt man die Gemeinkosten auch indirekte Kosten.

Oftmals werden Fixkosten als Synonym von Gemeinkosten verwendet – das ist aber falsch. Viele Fixkosten sind gleichzeitig auch Gemeinkosten, jedoch nicht alle. Mietkosten beispielsweise sind Fix- und Gemeinkosten, Stromkosten sind Gemeinkosten aber keine Fixkosten, da sie vom Beschäftigungsgrad abhängen.

Gemeinkosten und Einzelkosten – Die wichtigsten Unterschiede

Zuerst müssen wir kurz erklären was Einzelkosten sind.  Einzelkosten und Gemeinkosten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zurechenbarkeit auf die Kostenträger und die Kostenstelle. Einzelkosten lassen sich also direkt auf die einzelnen Kostenträger verteilen, während Gemeinkosten indirekt per Gemeinkostenzuschlagssatz verteilt werden.

Generell kann man sagen, dass sich die Einzelkosten “einfacher” auf die Kostenträger zurechnen lassen.

gemeinkosten

Einfache Beispiele für Gemeinkosten und Einzelkosten

Auf den ersten Blick ist vielleicht gar nicht klar, wozu jetzt die Gemeinkosten und wozu die Einzelkosten zählen. Deshalb haben wir hier einige Beispiele, um dir das Ganze näher zu bringen:

Einzelkosten Beispiele

  • Fertigungsmaterial
  • Fertigungslöhne
  • Materialkosten (z.B. Reifen bei der Fertigung eines PKW)

Gemeinkosten Beispiele

  • Mietkosten
  • Stromkosten
  • Abschreibungen
  • Energiekosten
  • Transport
  • Fuhrpark

Erwähnenswert ist auch noch die Unterteilung zwischen echten und unechten Gemeinkosten. Echte indirekte Kosten sind welche, die wirklich nicht als Einzelkosten erfasst werden können. Unechte Gemeinkosten allerdings können theoretisch als Einzelkosten erfasst werden, der Aufwand dafür ist allerdings wirtschaftlich nicht zu vertreten. Darunter fallen Betriebshilfsmittel wie Schrauben oder andere Kleinteile, und diese werden wie Gemeinkosten kalkuliert.

Zusätzlich werden die Gemeinkosten im Rechnungswesen in verschiedene Blöcke unterteilt.

Zum Beispiel Lohnnebenkosten, Mieten für Bürogebäude, Verbrauchsmaterialien wie Papier

Maschinenöl, Schleifpapier, Industriegase

Abschreibungen für Maschinen, Energiekosten für die Produktionshalle

Lohnkosten der Vertriebsmitarbeiter, Kosten im Zusammenhang mit einem Online-Shop oder Fuhrpark

Wie rechnet man die Gemeinkosten aus?

Während die Einzelkosten direkt zugerechnet werden können, müssen die Gemeinkosten über einen Zwischenschritt den Kostenstellen zugerechnet werden.

Das nennt sich Gemeinkostenschlüsselung und die Berechnung erfolgt über Kalkulationssätze, auch Verrechnungssätze oder Zuschlagssätze genannt.

Zuerst werden die indirekten Kosten auf die Kostenstellen verteilt und anschließend mit Hilfe eines Gemeinkostenzuschlags auf die Kostenträger verrechnet.

gemeinkosten

Stellen wir uns mal vor, du betreibst einen Verkaufsstand auf einem Jahrmarkt und verkaufst Brezeln und Laugenstangen. Du verkaufst im Schnitt rund 500 Brezeln und 500 Laugenstangen und musst dafür 500€ Standgebühr und 100€ Standverleihgebühr zahlen.

Das sind unsere Gemeinkosten. Sowohl deine Brezeln als auch deine Laugenstangen kosten dich 3€ pro Stück in der Produktion. Das sind deine Einzelkosten.

Gemeinkostenzuschlagssatz bestimmen – Step by Step

Jetzt wollen wir den Gemeinkostenzuschlagssatz bestimmen. Die Formel dafür lautet:

 

\displaystyle= \frac{\text{Summe der Gemeinkosten}}{\text{Summe der Einzelkosten}}

Wir berechnen also \displaystyle  \frac{500€+100€}{1000×3€}=0,20 .

Diese Zahl bedeutet, das du als Verkäufer mit Kosten von 3€ (Einzelkosten) plus 20% Gemeinkostenzuschlag, also 3€ × 1,20 = 3,60€ rechnen musst. Nun muss dein Verkaufspreis also mindestens 3,60€ pro Stück betragen, um keine Verluste zu machen.

So kannst du also durch diese Methode geeignete Preise, Umsätze und Gewinne kalkulieren.

Fazit

Jetzt weißt du also, was Gemeinkosten sind und wie du sie berechnen kannst. Nochmal in kurz: Gemeinkosten lassen sich nicht auf einzelne Produkte oder Dienstleistungen direkt aufteilen und müssen deswegen indirekt über den Gemeinkostenzuschlagssatz verteilt werden.

Wir hoffen, du hast jetzt einen besseren Überblick über die Thematik und dir hat der Artikel gefallen!

Falls du Anmerkungen oder Feedback hast, dann lass es und doch bitte im Kommentarfeld wissen. Und wenn du schon dabei bist, wären wir dir sehr dankbar, wenn du eine Sternebewertung hinterlassen könntest.

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Was sind Gemeinkosten in der Produktion?

In einem Unternehmen, das mehrere unterschiedliche Produkte herstellt, gehören beispielsweise Kosten für Gebäude und für allgemein verwendete Maschinen zu den Gemeinkosten.

Was sind Normalgemeinkosten?

Normalgemeinkosten sind Kosten, die aus den Istkosten (tatsächlich angefallte Kosten) größerer Zeiträume abgeleitet werden. Das bedeutet, es sind vergangenheitsorientierte Durchschnittskosten, mit denen es möglich ist, regelmäßige Vorgabewerte herauszuarbeiten und einen Ausgleich von Schwankungen in der Kostenhöhe herzustellen.

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