You are currently viewing Variable Kosten in unter 10 Minuten verstehen!

Variable Kosten in unter 10 Minuten verstehen!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5,00 von 5 SterneLoading...

Mengenabhängige Kosten, fixe Kosten, Gemeinkosten? Du kannst die ganzen Fachbegriffe nicht mehr auseinanderhalten?
Keine Sorge, in diesem Artikel erhältst du alle wichtigen Informationen rund um das Thema variable Kosten. Einfache Formeln und verständliche Beispiele werden dir dabei helfen, in Zukunft problemlos den Durchblick zu behalten.

Fangen wir direkt an!

Variable Kosten sind veränderliche Kosten, die in Abhängigkeit vom Beschäftigungsgrad oder der Produktionsmenge eines Unternehmens steigen oder sinken. Gemeinsam mit den Fixkosten bilden sie die Gesamtkosten eines Unternehmens.

Variable Kosten sind ein wichtiger Teil der Preiskalkulation. Erfahre hier, wie sie sich in der Kosten- und Leistungsrechnung verhalten.

Gliederung von variablen Kosten

Es gibt Unterschiede in der Beschaffenheit von Kosten. Zu den typischen Ausprägungen variabler Kosten zählen:

  • Proportionale Kosten: steigen im selben Verhältnis zum Beschäftigungsgrad
  • Degressive Kosten: steigen in geringerem Maß als der Beschäftigungsgrad (auch unterproportionale Kosten genannt)
  • Progressive Kosten: steigen in höherem Maß als der Beschäftigungsgrad (auch überproportionale Kosten genannt)
  • Regressive Kosten: steigen bei sinkender Beschäftigung und sinken bei steigender Beschäftigung

Ein Beispiel zu regressiven Kosten sind die Heizkosten in einem Restaurant. Umso mehr Gäste das Restaurant besuchen, umso weniger muss das Lokal beheizt werden. Ist das Restaurant allerdings fast leer, muss die Heizung aufgedreht werden und die Heizkosten steigen bei sinkender Besucherzahl.

variable kosten

Einfache Erklärung von variablen Kosten an Beispielen

In der Betriebswirtschaft gelten beispielsweise folgende Kosten als variable Kosten:

      • Rohstoffe
      • Provisionen
      • Fracht- und Transportkosten
      • Akkordlöhne (Leistungslöhne)
      • Fremdleistungen
      • Energiekosten (für Maschinen)

Das einfachste Beispiel sind hier die Rohstoffe. Nehmen wir an du produzierst 2.000 Schrauben. Die Kosten für Rohstoffe, also Metall, liegen bei 0,10€ pro Schraube. Insgesamt hast du nun also variable Kosten in Höhe von 200€.

Produzierst du aber nun 2.500 Schrauben, bleiben die Kosten pro Schraube bei 0,10€. In diesem Fall hast du variable Kosten von 250€.

Fixkosten und variable Kosten – die wichtigsten Unterschiede

Das Gegenstück zu variablen Kosten sind die Fixkosten. Sie fallen in einem bestimmten Zeitraum unabhängig von der Produktionsmenge oder dem Beschäftigungsgrad an.

Typische Beispiele für Fixkosten sind:

      • Mietkosten
      • Löhne/Gehälter (Grundlohn)
      • (Lineare) Abschreibungen
      • Energiekosten (für Büroräume)

Bei beispielsweise den Mietkosten ist es egal, ob du 2.000 oder 8.000 Schrauben herstellst.
Die Mietkosten bleiben in beiden Szenarien gleich hoch!

Achtung: Löhne und Gehälter können sowohl variable Kosten als auch Fixkosten sein. Je nachdem, ob es sich um ein Fixgehalt oder um ein leistungsbezogenes Gehalt handelt.

Variable Kosten berechnen – Schritt für Schritt Anleitung

Die Berechnung von variablen Kosten ist wirklich sehr einfach. Alles, was du dazu brauchst, sind die Gesamtkosten und die Fixkosten.

Eine simple Formel für variable Kosten

Durch Subtraktion der fixen Kosten von den Gesamtkosten erhältst du die variablen Kosten.

Somit lautet die variable Kosten Formel also:

Variable Kosten = Gesamtkosten – Fixkosten

Die anderen Größen lassen sich ganz einfach durch Umstellen ermitteln.

Du kannst mithilfe der variablen Kosten ganz einfach den Deckungsbeitrag berechnen. In diesem Artikel wird dir das Thema näher gebracht.

Die Formel dazu lautet:

Deckungsbeitrag = Erlöse – variable Kosten

Wie wär’s wenn wir uns das ganze direkt an einem Beispiel anschauen?

Beispielrechnung variable Kosten

Nehmen wir mal an, du betreibst einen Essensstand an der Wall Street, in dem du Bockwürstchen verkaufst. Für deinen Stand musst du die Kosten für die Energieversorgung von 15€, Standgebühren von 10€ und Wasserkosten von 10€ zahlen. Das sind die Fixkosten.

Deine Würstchen und Brötchen sind deine variablen Kosten. Diese möchtest du bestimmen.

Jetzt verkaufst du an einem Tag 150 Bratwürstchen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 110€.

variable Kosten

Wie bestimmen wir jetzt die variablen Kosten?

variable Kosten = Gesamtkosten – Fixkosten

variable Kosten = 110€ – (15€+10€+10€) = 75€

Für Würstchen und Brötchen zahlst du also 75€ an variablen Kosten.

Schnell und einfach variable Kosten pro Stück berechnen

Die variablen Stückkosten sagen aus, wie hoch deine variablen Kosten pro produzierter Einheit sind, also in deinem Fall pro verkauftem Bratwurstbrötchen.

Um dies zu tun, teilen wir einfach die gesamten variablen Kosten durch die Menge an produzierten Einheiten.

\displaystyle k_{v} = \frac{K_{v}}{x}

 

\displaystyle k_{v} = \frac{75€}{150} = 0,50€

 

\displaystyle k_{v} = variable Stückkosten
\displaystyle K_{v} = variable Gesamtkosten
\displaystyle x = produzierte Menge

Des Weiteren kannst du auch deine Gesamtstückkosten berechnen.

\displaystyle k = \frac{K}{x}

 

\displaystyle k = \frac{110€}{150} = 0,73€

Um deine Gesamtkosten zu decken, solltest du deine Bratwürste also für mindestens 0,73€ verkaufen.

Du hast jetzt also gelernt, wie einfach variable Kosten zu berechnen sind. Außerdem kennst du die Zusammenhänge zwischen Gesamtkosten, Fixkosten und variablen Kosten.

Wie du aber sicherlich weißt: Übung macht den Meister!

Schau dir deshalb die Aufgaben unten an und versuche sie zu lösen. Die richtigen Antworten stehen natürlich dabei.

Viel Erfolg!

Results

#1. Dein Unternehmen hat Gesamtkosten von 20.000€. Die Fixkosten machen 14.000€ davon aus. Wie hoch sind die variablen Kosten?

#2. Die Absatzmenge beträgt 2.000 Stück. Wie hoch sind die variablen Stückkosten? (obige Aufgabe)

#3. Wie hoch sind die Gesamtstückkosten?

Finish

FAQ

Sind langfristig alle Kosten variabel?

Welche Kosten als variabel oder fix angesehen werden müssen, hängt zum einen von der konkret zu beurteilenden Entscheidungssituation, zum anderen vom betrachteten Zeithorizont ab. Mit der Länge des Betrachtungshorizonts nimmt die Variabilität zu; langfristig können alle Kosten als variabel angesehen werden.

Wann sind variable Kosten gedeckt?

Variable Kosten sind gedeckt, wenn der Verkaufspreis eines Produktes mindestens genau so hoch ist, wie die variablen Kosten, die für dieses anfallen. In dem Fall spricht man auch von der kurzfristigen Preisuntergrenze.

Sind Wartungskosten fix oder variabel?

Wartungskosten sind den variablen Kosten zuzuordnen, da Wartungskosten laufleistungsabhängig anfallen.

Sind Heizkosten variable Kosten?

Heizkosten können, wie oben in dem Restaurant Beispiel erklärt, variabel sein. Im Normalfall gehören Heizkosten aber zu den Fixkosten.

Wir haben uns viel Mühe gegeben, diesen Artikel für dich zu erstellen. Lass und durch die Sternebewertung doch wissen, wie du ihn fandest und hinterlass gerne einen Kommentar.
Vielen Dank! 🙂
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5,00 von 5 SterneLoading...

Schreibe einen Kommentar