Studienabschluss – Überblick, wichtigste Infos und wie es weiter geht
Quelle: canva.com

Studienabschluss – Überblick, wichtigste Infos und wie es weiter geht

Endlich hast du deinen Studienabschluss in der Tasche. Nun fragst du dich vielleicht, wie es für dich weitergehen soll? Erstmal verreisen oder doch gleich in den Beruf einsteigen? Wir geben dir in diesem Artikel ein paar Anregungen für deine Zeit nach dem Studium.

Für diejenigen unter euch, die noch keinen Studienabschluss haben oder gerade Ihren ersten anstreben, haben wir nun eine Übersicht über mögliche Studienabschlüsse in Deutschland erstellt:

Bei einem Bachelor handelt es sich um einen sogenannten akademischen Grad.
Die Regelstudienzeit eines Bachelorstudiengangs beträgt 6 bis 8 Semester. Mit diesem Bachelorabschluss hast du dann deinen ersten berufsbefähigenden Abschluss in der Tasche.

In Deutschland gibt es 1-Fach und 2-Fach-Bachelor. Das bedeutet, dass du die Möglichkeit hast verschiedene Fächerkombinationen zu studieren.
Als Beispiel
Ich strebe einen 2-Fach-Bachelor an und studiere dabei ein Kern- und Ergänzungsfach. Als Kernfach Kommunikation und als Ergänzungsfach Wirtschaftswissenschaften.
Ihr seht also, dass es tolle Kombinationsmöglichkeiten für einen 2-Fach-Bachelor gibt.

Ein Masterstudium schließt in der Regel an den Bachelorabschluss an. Der Master ist demnach ein weiterer berufsbefähigender Abschluss.
Die Regelstudienzeit beträgt 4 Semester.

Konsekutiv bedeutet, dass du den Bachelor in dem Fachbereich studierst, in dem du auch deinen Bachelor-Abschluss absolviert hast.

Nicht konsekutiv bedeutet demnach, dass du deinen Master in einem anderen Fachbereich als deinen Bachelor machst. Du brauchst also nicht auf das Wissen des Bachelors auf, sondern bist sozusagen ein Quereinsteiger.

Bachelor of Arts (B.A.)
Gesellschaft,
Sozialwissenschaft,
Sprachwissenschaft,
Kulturwissenschaft und
Wirtschaftswissenschaft

Bachelor of Science (B.Sc.)
technischer, ingenieurwissenschaftlicher und
naturwissenschaftlicher Bereich

Weitere sind:
Bachelor of Engineering (B.Eng.)
Bachelor of Laws (LL.B.)
Bachelor of Music (B.Mus.)
Bachelor of Musical Arts (B.M.A.)
Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
Bachelor of Education (B.Ed.)
Bachelor of Business Administration (B.B.A.)

Die Bezeichnungen bei einem Master lauten dann nicht mehr B.A. (Bachelor of Arts) sondern entsprechend M.A. (Master of Arts).

Studiengänge, die mit dem Abschluss Staatsexamen enden, werden an einer Universität studiert, die Abschlussprüfungen werden hingegen von staatlichen Prüfungsausschüssen abgenommen.
Dazu zählen:
Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Rechtswissenschaften, Pharmazie, Lebensmittelchemie und auch einige Lehrämter.

Los geht's!

Wir zeigen dir nun die coolsten Optionen für die Zeit nach dem Studienabschluss.
Viel Spaß!

# GAP YEAR

Quelle: canva.com
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Du hast gerade deine Bachelorarbeit eingereicht, wartest auf deine Note oder hast diese bereits? Warum dann nicht den Rucksack packen und erst einmal die Welt entdecken? Und wie cool wäre es, wenn du dies gleich mit dem beruflichen verbinden könntest? Zum Beispiel bei einem GAP Year.

Ein Gap Year bietet dir die Möglichkeit durch Praktika im In- und Ausland Erfahrungen zu sammeln. Dabei arbeitest du vor allem in deinem studierten Bereich und nicht bei jedem anfallenden Job, wie es bei Work-and-Travel der Fall ist.

Was du für ein GAP Year benötigst


  • Du solltest genügend Geld zurückgelegt haben, um diesen Aufenthalt bzw. Reise finanzieren zu können. Bei Praktika verdient man in der Regel nämlich nichts.
  • da du nur für einen befristeten Zeitraum unterwegs bist, solltest im Blick behalten, was danach für dich folgt. Vielleicht gibt es Bewerbungsfristen, die du einhalten musst.

Was spricht für ein GAP Year?


  • im Gegensatz zum Work-and-Travel sammelst du bei einem GAP Year wichtige Berufserfahrungen in deinem studierten Bereich
  • das Erweitern deiner Sprachkenntnisse (das macht sich immer gut im Lebenslauf)
  • selbständiger und mutiger werden
  • Du lernst, dich in der Welt zu orientieren
  • das Knüpfen von internationale Kontakte (dies ist gut für deine interkulturellen Kompetenzen)
  • Abstand vom Alltag gewinnen. Somit eröffnen sich dir neue Perspektiven für dein Leben.

Was spricht dagegen?


  • noch nicht genügend Geld gespart?
  • nicht immer kommt ein Backpacking-Urlaub gut an. Deshalb ist es sinnvoll, wenn du diesen mit dem nützlichen verbindest und während des Reisens wichtige Berufserfahrungen sammelst. So kannst du den Mehrwert dieses ,Urlaubs‘ begründen.
  • Du hast bereits Pläne, wie ein anschließendes Masterstudium? Dann solltest du dir überlegen, wie viel Zeit du überhaupt zur Verfügung hast.

# MASTERSTUDIUM

Quelle: canva.com
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Das Masterstudium ist bei vielen Absolventen eine willkommene Gelegenheit ihr Wissen noch weiter auszubauen, bevor Sie in einen Beruf einsteigen.
Ein Masterstudium umfasst dann nochmal 4 Semester und wird dann grundsätzlich wieder mit einer Abschlussarbeit, der Masterarbeit abgeschlossen.

Für einen Master hast du folgende Optionen


Master im gleichen Studienfach

Du kannst im gleichen Studienfach weiterstudieren. Du hast zum Beispiel einen Bachelor in Maschinenbau absolviert? Dann kannst du noch den weiterführenden Master in Maschinenbau machen.

Im Master ein weiteres Fach oder Schwerpunkt wählen

Du könntest dein Studienfach um ein weiteres Fach erweitern oder einen entsprechenden Schwerpunkt wählen. Wenn du zum Beispiel einen B.A. in Sprache und Kommunikation gemacht hast, kannst du den darauf aufbauenden Master in angewandter Sprachwissenschaft wählen und dich dabei noch für einen Schwerpunkt, wie zum Beispiel der professionellen Kommunikation entscheiden.

Im Master ein völlig anderes Fach wählen

Du kannst aber auch ein ganz anderes Fach wählen. Hast du zum Beispiel deinen Bachelor of Arts in Sprache und Kommunikation absolviert, kannst du ebenso einen Master an einer anderen Fakultät absolvieren. Zum Beispiel in Management und Märkte (wirtschaftliche Fakultät). Hier musst du natürlich wieder die Voraussetzungen überprüfen. Als Absolvent einer anderen Fachrichtung musst du meist einen besseren Schnitt vorweisen als diejenigen, die bereits an der Wirtschaftsfakultät ihren Bachelor of Science gemacht haben.

Was du für ein Masterstudium benötigst


  • erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium
  • Du kannst wie zuvor erwähnt einen konsekutiven oder nicht konsekutiven Master machen. Dafür musst du dich gezielt informieren. Als Quereinsteiger gibt es vielleicht Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Das können zum Beispiel bestimmte Kurse sein, die du nachholen musst, bevor du in den Master einsteigen kannst
  • eventuell gibt es eine Zugangsbeschränkung (Numerus Clausus)
  • wie sind die Fristen?
  • benötigst du für den Master bestimmte Extras? Wie zum Beispiel Sprachkenntnisse, Praktika oder Zertifikate
  • wie läuft die Bewerbung ab? Vielleicht willst du für deinen Master an eine andere Universität wechseln und dort sieht das Bewerbungsverfahren nochmal ganz anders aus. Darüber solltest du dich ebenso vorab informieren.

Was spricht dafür ein weiterführendes Studium?


  • für einige Berufe ist ein Master sehr hilfreich, um eine Chance auf bessere Positionen zu haben. Deshalb ist es sinnvoll, wenn du dich vorher informierst, welcher Abschluss für ein Berufsziel ausreichend ist. Außerdem solltest du dir überlegen, ob du die große Karriere machen möchtest und ob dafür noch weitere Abschlüsse von Vorteil wären (Zum Beispiel für Positionen im Management)
  • für eine Berufe brauchst du sogar den Master. Zum Beispiel in den Naturwissenschaften.
  • Du hast die Möglichkeit, dich noch weiter zu Spezialisieren (durch ein weiteres Fach oder einen Schwerpunkt)

Was spricht dagegen?


  • Du musst nochmal die Uni besuchen und viel Zeit ins Lernen investieren.
  • Du verdienst nach wie vor nur wenig Geld (zum Beispiel durch Nebenjobs)
  • Du musst nochmal eine Abschlussarbeit schreiben (dafür musst du wieder sehr viel Zeit, Nerven und Mühe aufbringen)

Überrascht wie viele Möglichkeiten es gibt?

Jetzt folgen noch weitere spannende Optionen für deine Zeit nach dem Studienabschluss.

# BERUFSEINSTIEG

Quelle: canva.com
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Du hast den Bachelor in der Tasche und hast erstmal genug vom Lernen? Warum dann nicht direkt in die Praxis einsteigen und arbeiten? Der Master läuft dir nicht weg. Diesen kannst du später immer noch berufsbegleitend absolvieren.
Vielleicht hast du während deiner Studienzeit bereits als Werkstudent in deiner Fachrichtung gearbeitet und hast nun die Möglichkeit auf einen Direkteinstieg? Wie genial wäre das denn?

Was du für deinen Berufseinstieg benötigst


  • Jobangebote, die zu dir und deinem Studienfach passen (falls du nicht schon in einer Firma nebenbei gearbeitet hast, die dir einen Direkteinstieg nach dem Bachelor ermöglichen könnte)
  • aussagekräftige Bewerbungsunterlagen
  • alle wichtigen Dokumente wie zum Beispiel beglaubigte Kopien deines Abschlusszeugnisses, Leistungsnachweise, Praktikumszeugnisse und was auch immer hilfreich sein kann oder gefordert wird

Was spricht für einen Berufseinstieg nach dem Bachelor?


  • Du verdienst dein eigenes Geld
  • ein geregelter Alltag mit festen Arbeitszeiten und einem Wochenende
  • das Übernehmen von Verantwortung für dich und deine Arbeit
  • wertvolle Berufserfahrungen sammeln zu können
  • die Möglichkeit dich aktiv einzubringen und zu zeigen, was du gelernt hast
  • Du hast dich bewiesen und die Probezeit überstanden? Dann hast du die Chance auf eine langfristige und unbefristete Anstellung

Was spricht dagegen?


Das kommt ganz darauf an welche Art Mensch du bist.

Bist du..

  • dazu bereit erstmal in einem bestimmten Bereich zu arbeiten und dort auch zu bleiben? Es gibt nämlich Menschen, die die Flexibilität lieben und Abwechslung brauchen, um die Motivation nicht zu verlieren
  • vielleicht überfordert, wenn du direkt in den Beruf einsteigst, weil dir die notwendige Erfahrung fehlt?

Falls du noch nicht genügend Erfahrungen haben solltest, da du bisher nur studiert hast:

  1. Lass dich davon niemals unterkriegen und verkaufe dich niemals unter Wert. Mit der Arbeit kommt auch die Erfahrung und schnell wächst du in deine neuen Aufgaben und Anforderungen herein.
  2. Du möchtest dich irgendwann weiterbilden? Sprich mit deinem Arbeitgeber und findet gemeinsam eine Möglichkeit, wie dies gestaltet werden könnte. Offene und ehrliche Kommunikation ist in einem Arbeitsverhältnis sehr wichtig.
  3. Du möchtest die anderen Abteilungen der Firma kennenlernen bzw. durchlaufen, um deinen Horizont zu erweiterten und um die internen Prozesse besser nachvollziehen zu können? Vielleicht kannst du deinen Chef fragen, ob diesbezüglich ein Arrangement getroffen werden kann.

# PROMOTION

Quelle: canva.com
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Der Studienabschluss könnte für diejenigen unter euch interessant sein, die bereits einen Masterabschluss oder Diplom haben und nun überlegen, wie es weitergehen soll. Vielleicht planst du eine wissenschaftliche Karriere im naturwissenschaftlichen Bereich? Dann würde die Promotion für deine Karriere und Forschung sogar notwendig sein.

Was du für eine Promotion benötigst


  • Du solltest ein großes Interesse an einem Thema vorweisen
  • Dir sollte langjähriges Forschen Freude bereiten
  • das Finden von Lösungen ist genau dein Ding?
  • in Zeiten der Ernüchterung, etwa wenn keine Forschungsergebnisse oder Lösungen erzielt werden können, verlierst du nicht die Motivation und bleibst weiter am Ball
  • Du benötigst sehr gute Noten
  • einen Masterabschluss oder ein Diplom
  • einen Doktorvater oder eine Doktomutter
  • sonstige Kenntnisse, die Vorgabe sind (Sprachkenntnisse etc.)

Was spricht für eine Promotion?


  • nach deiner Promotion hast die Chance auf eine naturwissenschaftliche Karriere
  • besseres Einstiegsgehalt
  • eine Chance auf höhere Positionen in Unternehmen
  • der Titel spricht für dich und deine außergewöhnlichen Leistungen
  • neben einer naturwissenschaftlichen Karriere kannst du auch eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Zum Beispiel könnten du eine Professur anstreben oder eigene Forschungsprojekte leiten

Was spricht dagegen?


  • hoher Druck und Belastung. Gerade in den Zeiten, in denen die Forschung vielleicht auch mal ins Stocken gerät
  • finanzielle Last, da Promotionsstellen oftmals schlecht oder gar nicht bezahlt werden. Deswegen solltest du dir vorab überlegen, wie du in dieser Zeit für deinen Lebensunterhalt aufkommen kannst
  • nach der Promotion: Unternehmen könnten dich für ihre ausgeschriebene Stelle für überqualifiziert halten. Das klingt total verrückt, kann aber unter Umständen die Jobsuche schwieriger machen
  • nicht in jedem Bereich erhältst du durch deinen Doktortitel mehr Geld

Was ist ein Diplom?

Ein Diplom ist die Auszeichnung, die für eine erfolgreich absolvierte Hochschulausbildung verliehen wird und gilt als akademischer Grad.
Die Bezeichnung für die Absolventen lautet wie folgt: Diplom-Ingenieur o.ä.
Die Diplomstudiengänge sind in Deutschland allerdings zum Auslaufmodell geworden. Heutzutage absolvieren die Studenten vor allem einen Bachelor oder Master. Allerdings gibt es die Diplomstudiengänge in den Bereichen der Ingenieur-, Natur- oder Wirtschaftswissenschaften noch immer.

Viele fragen sich: was ist besser? Diplom oder Bachelor?

Allgemein wird gesagt, dass der Bachelor im Gegensatz zum Diplom einen Vorteil bietet. Das liegt daran, dass das sogenannte Zwischendiplom noch kein offizieller und berufsqualifizierender Abschluss ist. Der Bachelor hingegen schon. Deshalb solltest du dir immer im Klaren darüber sein, dass erst der Masterabschluss mit einem Diplom vergleichbar ist.

# TRAINEE & VOLONTARIAT

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Ein Traineeprogramm oder ein Volontariat bietet dir nach deinem Abschluss die Möglichkeit auf eine weitere Ausbildung. Diese Form der Ausbildung absolvierst du in einem Unternehmen und erhältst dabei einen großen Einblick in die Praxis. Grundsätzlich kann dein Trainee oder Volontariat 12 bis 24 Monate dauern.

Doch was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Traineeprogramm und einem Volontariat?

Traineeprogramm

  • ist in vielen Branchen auf freiwilliger Basis, obwohl es immer noch Unternehmen gibt, die Absolventen nur über Traineeprogramme eiunstellen
  •  in einigen Bereichen ist es sehr schwer eine Traineestelle zu bekommen. Da hast du nur die Chance, wenn du überdurchschnittliche Noten vorweisen kannst
  • es gibt zwei Arten: rotierende und fachspezifische Traineeprogramme
  • rotierend bedeutet: du lernst verschiedene Bereiche des Unternehmens kennen, um die internen Prozesse besser nachvollziehen zu können. So kannst du innerhalb der Firma besser netzwerken
  • fachspezifisch bedeutet: du lernst alle Aufgaben für nur einen bestimmten Bereich kennen

Volontariat

  • hier spielt die geisteswissenschaftliche Branche eine große Rolle
  • Journalismus, Fernsehen, Verlage, PR-Redaktionen o.ä.
  • das Volontariat ist in diesen Branchen fast schon ein Muss, ohne das du in diesen Branchen kaum die Möglichkeit auf einen Einstieg hast

Was du benötigst


  • für Traineeprogramme benötigst du einen Hochschulabschluss
  • für Volontariate reicht mindestens das Abitur
  • Erfahrungen durch Praktika, Werkstudentenstellen oder Auslandserfahrungen sind von Vorteil
  • Arbeitsproben (für ein Volontariat). Zum Beispiel für den Bereich der PR: hast du schonmal für ein Unternehmen Pressemitteilungen geschrieben? Diese können sich als Arbeitsprobe eigenen
  • für das Volontariat beträgt das Mindestalter 18 Jahre

Was spricht dafür?


  • das Erlangen von praktische Erfahrungen
  • Du sicherst dir bessere Chancen auf einen anschließenden Job
  • Du wird zum Experten auf deinem Gebiet werden
  • Du kannst dich weiterbilden und schulen

Was spricht dagegen?


  • geringeres oder gar kein Gehalt
  • dein Vertrag ist befristet

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel einen Einblick für die Zeit nach dem Studienabschluss liefern konnten. Vielleicht ist sogar das Richtige für dich dabei?
Wir wünschen dir viel Erfolg und alles Gute für deine weitere berufliche Zukunft!

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