Stillleben Aufschrift vor einem Gemälde, wo Luxusgüter auf einem Tisch abgebildet werden

Stillleben Kunst: Ein Überblick der Bildgattung des Barocks

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Hast du schonmal etwas über die Bildgattung namens Stillleben gehört, weißt aber nicht, was du darunter genau verstehen sollst?

Dann kann dir dieser Artikel helfen! Hier kannst du die wichtigsten Informationen über Stillleben kurz und leicht verständlich lesen.

Beginnen wir also!

Stillleben sind Bilder, in denen leblose oder unbewegliche Gegenstände oder Figuren, wie Früchte, Blumen und Geschirr, dargestellt werden. Und zwar werden diese von den Künstlern zuvor ästhetisch aufgestellt.

Dabei ist wichtig zu notieren, dass diese unbelebten Objekte im Fokus des Bildes stehen und nicht, wie in den meisten anderen Bildgattungen, Teil der Kulisse sind.

Unter diesem Bildgenre haben sich auch viele verschiedene Unterarten von Stillleben entwickelt, die verschiedene Themen besprechen.

Geschichte des Stillleben

Schon in der Antike war das Abbilden von Alltagsgegenständen bekannt, jedoch waren diese Bilder damals noch keine eigene Bildgattung.

Währenddessen fingen diese Bilder später im Alten Ägypten und in der römischen Antike an, sich immer mehr zu den Stillleben zu entwickeln, die wir heutzutage kennen. Und zwar kamen diese Bilder in Form von Wandgemälden, Reliefs oder Mosaike.

Alten Ägypten Relief von zwei Fischen

Erst ab dem 17. Jahrhundert, also zu der Zeit der Barock, entwickelte sich das Abbilden von stillen Gegenständen in der Niederlande zu einer selbstständigen Gattung. Ab diesem Zeitpunkt rückten die Gegenstände ins Zentrum.

Selbst der Begriff „Stillleben“ stammt von dem niederländischen Wort „still leven“. Währenddessen heißt diese Bildrichtung im französischen „nature morte“, also „tote Natur“ und im Italienischen „natura morta“.

Während des 18. Jahrhundert verlor diese Bildgattung etwas an Popularität, gewann sie aber zum 19. und 20. Jahrhundert wieder

Merkmale des Stilllebens

Zwar gibt es durch die verschiedenen Epochen, in denen das Stillleben existiert hat, viele verschiedene Unterarten der Bildgattung, jedoch kann man trotzdem viele gleiche Merkmale unter ihnen feststellen.

Motivwahl:
Darstellung unbelebter, stiller Objekte. Häufig genutzt werden Blumen, Früchte, Jagdbeute, Arbeitsgeräte, Gläser oder Bücher.

Komposition:
Sorgfältige Anordnung der Objekte im Bild. Oft werden dafür geometrische Formen genutzt.

Licht und Farbe:
Starke Hell-Dunkel-Kontraste zur Erzeugung von Dramatik, vor allem im Barock. Die Beleuchtung betont die Textur der Oberflächen.

Realismus und Illusion:
Das Ziel ist oft eine realistische Wiedergabe der Oberflächenbeschaffenheit (z. B. Glasur von Keramik, weiche Blütenblätter), um eine Illusion der Wirklichkeit zu schaffen.

Symbolik und Allegorie:
Viele Stillleben enthalten versteckte Botschaften. Vor allem das „Vanitas-Stillleben“ behandelt mit Motiven wie Totenköpfen, Sanduhren oder erloschenen Kerzen die Vergänglichkeit des Lebens.

Arten von Stillleben – Beispiele

Wie schon vorher erwähnt, kann sich durch die Wahl der Objekte, die im Bild dargestellt werden, die Art des Stilllebens ändern. Hier sind einige Beispiele für verschiedene Arten:

Das Stillleben Vanitas

Während des Barocks entwickelte sich das Vanitas Stillleben als eine der wichtigsten Unterkategorien des Stilllebens.

Bei Vanitas liegt der Fokus der Bilder auf Vergänglichkeit (Totenköpfe, verblühte Blumen). Deswegen stammt auch der Name Vanitas aus dem lateinischen Begriff “Vanitas“, was übersetzt Leere, nichtiges Treiben, Prahlerei oder Eitelkeit bedeutet.

Dazu behandeln sie die Arroganz von Menschen. Hierbei wird die ästhetische Darstellung mit moralischen Mahnungen und Symbolen weltlichen Vermögens (Reichtum & falsch platzierter Stolz) verbunden.

Bücher, die dort abgebildet sind, symbolisieren meist Wissen, Bildung und Weisheit. Vielmehr werden sie oft in Vanitas verwendet, um die Vergänglichkeit von weltlichem Wissen darzustellen und stehen für den Wert des Geistes über materielle Güter.

Auch Globen, genau wie Bücher, stehen für weltliches Wissen und tauchen oft in Vanitas Bildern auf.

Ein Vanitas Stillleben Gemälde mit einem toten Vogel und verwelkten Blumen

Weitere Sinnbilder für den Tod und Vergänglichkeit wären zum Beispiel:

  • Totenkopf:
    Das direkte Zeichen für den Tod und Memento Mori (lateinischer Spruch, der wörtlich „Bedenke, dass du sterben musst“ heißt).
  • Sanduhr / Taschenuhr:
    Sinnbild für das unaufhaltsame Vergehen der Zeit.
  • Löschende/erloschene Kerze:
    Symbolisiert das Lebensende und die flüchtige Seele.
  • Verwelkte Blumen / Faules Obst:
    Zeigt den natürlichen Prozess von Verfall und Tod.
  • Seifenblasen:
    Stehen für “Homo bulla” (der Mensch als Seifenblase), ein Ausdruck für die Zerbrechlichkeit des Lebens.
  • Fliegen / Insekten:
    Betont die kurze Länge vom Leben.
  • Musikinstrumente (oft mit gerissener Saite):
    Musik klingt nur kurz, was Vergänglichkeit betont.
  • Gold– / Silbergeschirr, Schmuck, Münzen:
    Repräsentieren Reichtum, Macht und irdischen Besitz, die im Angesicht des Todes wertlos sind.
  • Weingläser / Pfeifen:
    Symbole für flüchtige, irdische Genüsse.
Ein Vanitas Stillleben Gemälde in dem ein Totenschädel und Pistole

Prunkstillleben

In dieser Gattung von Stillleben wird die Darstellung von Reichtum (edles Geschirr, exotische Früchte) in den Vordergrund getan. Damit wollten im 17. Jahrhundert Kaufleute ihren Wohlstand, den sie durch ihren weltweiten Handel zusammengetragen haben, aufzeigen.

Stillleben Prunkstillleben mit einem Tisch voller Luxusgüter

Jagdstück

Währenddessen werden im Jagdstück tote Wildtiere, Jagdwaffen und Jagdbeute im Bild dargestellt.

Viele Historiker denken, dass sich Leute von niedrigerem Rang in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts diese Bilder besorgten, da das Jagen von Wild eine Aktivität für den Adel war und sie sich somit mit einer privilegierten Klasse in Verbindung setzen wollten.

Auch wurde die Darstellung von toten Tieren und Waffen im Jagdstillleben oft als Vanitas-Motiv benutzt, da diese die Vergänglichkeit des Lebens und die Präsenz des Todes betonen.

Stillleben Jagdstück mit toten Tieren

Blumen-Stillleben

Bei Blumen-Stillleben liegt der Fokus auf florale Motive. Dabei müssen die Blumen nicht alle von derselben Saison sein, sondern können gemischt zusammen im Bild auftauchen.

Zudem vermittelt das Stadion, indem sich die Blumen befinden, verschiedenes: So können Blumen in voller Pracht für Schönheit und verblühte Blumen für die Kürze des Lebens stehen.

Außerdem können die abgebildeten Blumen oft versteckte Symbole und Bedeutungen (z.B. Rose = Liebe/Vergänglichkeit, Efeu = ewiges Leben) haben.

Prächtige Blumen in einer Vase Stillleben

Frühstücks-Stillleben / Küchenstück

In dieser Stillleben Art werden verschiedene Lebensmittel und Küchenutensilien auf einem gedeckten Tisch gezeigt. Am häufigsten ist sie im 17. Jahrhundert aufgetaucht und es wird oft eine reduzierte Farbpalette genutzt.

Aus dieser Farbwahl und der dargestellten Objekte kann man oft Zeichen der Vanitas finden. Und zwar deuten die Farben auf die Kurzlebigkeit dieser Genüsse.

Auch die abgebildeten Motive können dies widerspiegeln. Denn können Elemente wie umgestürzte Gläser, angezündete Kerzen oder Taschenuhren, versteckte Hinweise auf die Vergänglichkeit des Lebens sein.

Weitere typische Motive sind Glas, Silber, Nüsse, Gebäck, Uhren (als Symbol der Zeit) und Zitronen.

Stillleben - Ein Tisch voller Früchte und einer gerupften Ente

Stillleben mit Obst

Oft stehen Früchte symbolisch für den Aspekt des Genusses, aber auch für die Vergänglichkeit (Vanitas-Motiv), da sie verderben. Auch können “exotischere” Früchte für Luxus stehen.

Bei Obststillleben wurde die Komposition oft synthetisch komponiert, was bedeutet, dass Früchte, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten reifen, auf einem Bild vereinigt wurden.

Ein Stillleben, welches ein Tisch voll mit Früchten zeigt

Künstler und Stillleben Bilder

Über die vielen Epochen, in denen das Stillleben existiert hat, haben viele Künstler unzählige Gemälde in dieser Bildgattung angefertigt. Deswegen gibt es auch eine große Menge an bekannten Künstler, die Stillleben gemalt haben.

Hier sind zwei bekannte Künstler, die auch Stillleben gemalt haben.

Paul Cézanne

Der Künstler Paul Cézanne hat in seiner Lebenszeit nur wenige Gemälde verkaufen können. Erst gegen Ende seines Lebens fing er an, Anerkennung für seine Fähigkeiten zu gewinnen.

Trotzdem gilt er mit seinen Gemälden, die von ihm im 19. Jahrhundert angefertigt wurden, als einer der einflussreichsten Künstler für die moderne Kunst.

Und zwar hatte er eine einzigartige Art und Weise, Farbe und Raum in seinen Bildern darzustellen. Vor allem die traumartige Atmosphäre, die er kreierte, fesselte Leute.

Stillleben Ein bedeckter Tisch mit Stoffen und Früchten

Vincent Van Gogh

Auch Vincent Van Gogh konnte in seinem Leben als Künstler kein Ansehen finden. Erst nachdem er bereits verstorben war, wurden Leute auf seine Gemälde aufmerksam und kauften sie für hohe Preise.

Zwar konnte er seinen Erfolg selbst nicht mitbekommen, aber er hinterließ mit seinen Werken ein künstlerisches Erbe, das die Kunstwelt prägte.

Vor allem seine wellenförmigen, expressiven Pinselstriche und die Art, wie er Gefühle auf Bildern darstellt, werden von Leuten sehr gelobt.

Ein Stillleben Gemälde von einer vollen Blumenvase

FAQ – Stillleben

Was ist ein Stillleben?

Stillleben sind Bilder, in denen unbewegte Objekte der Fokuspunkt sind. Dafür werden die Gegenstände zuvor von den Künstlern in einer ästhetischen Art und Weise aufgestellt.

Welche Merkmale hat ein Stillleben?

  • Das Motiv sind ruhige Objekte.
  • Außerdem werden Objekte mit großem Detail inszeniert.
  • Es werden starke Hell-Dunkel-Kontraste benutzt.
  • Zudem wird meistes versucht, die Objekte realistisch einzufangen.

Welche Stillleben Arten gibt es?

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Stillleben, aber das Vanitas-Stillleben ist das bedeutendste von allen. Dabei handelt es sich um die Behandlung vom Thema Tod und was für ein kurzes Leben wir leben.

Andere Arten wären zum Beispiel:

  • Prunkstillleben
  • Jagdstück
  • Frühstücks-Stillleben

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