Habsburger – Geschichte, wichtigste Personen & Quiz

Wer waren eigentlich die Habsburger? Und warum waren sie so wichtig? Wenn du dir diese Fragen stellst, bist du hier genau richtig! Wir erklären dir: Woher die Habsburger kommen, wie sie von einer kleinen Herzogsfamilie zur europäischen Großmacht wurden und wie sie ihre Macht verloren. Also lass uns beginnen!

Also, lass uns starten!

Die Habsburger waren eine der mächtigsten und am längsten bestehenden Adelsfamilien in Europa, die die Geschichte vom 13. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert prägten. Ursprünglich waren sie Schweizer Provinz-Adelige, im Laufe der Jahrhunderte wurden sie jedoch zu einer bedeutenden und vor allem reichen Großmacht in Europa.

Der Ursprung der Habsburger im 13. Jahrhundert

Die Habsburger waren eine Schweizer Provinzadel-Familie, die unter ihrem Gründervater Rudolf I. ihr Einflussgebiet vergrößerten: Rudolf I. (1218-1291) ein armer, unbedeutender Graf aus dem Aargau, wurde 1273 zum deutschen König gewählt, da die Kurfürsten einen schwachen Herrscher wollten.

Wieso wollten die Kurfürsten einen schwachen Herrscher? Wir befinden uns hier in einer Zeit, in der nach dem Tod des Staufer Kaisers Friedrich II. ein großes Machtvakuum im Reich entsteht. Es gibt sozusagen zwischen 1250-1273 keine starke Zentralgewalt mehr. Dies machen sich die Kurfürsten zu Nutze, indem sie nun ihre eigenen Territorien selbst und unabhängig von einem Herrscher beherrschen wollten. Darüber hinaus eignen sich die Kurfürsten viele Teile des kaiserlichen Macht-Gebietes unrechtmäßig an.

 

Da nun jedoch ein neuer Herrscher gewählt werden soll, fürchten die Kurfürsten, ihre Macht aufgeben und die geraubten Reiche wieder zurückgeben zu müssen. Deshalb wollen sie nun einen schwachen, vorläufigen König wählen, der gegen sie nichts ausrichten kann. Diese Zeit des vorläufigen neuen Regierenden nennt man auch ,,Interregnum” , was übersetzt ,,Zwischenherrschaft” bedeutet.

Doch so schwach war Rudolf der I. nicht: In der Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld 1278, besiegte er Ottokar von Böhmen, einen gefürchteten böhmischen König, der auch der ,,Eiserne” genannt wurde. Dabei sicherte er sich die Herzogtümer Österreich und Steiermark.

Das hatte zur Folge, dass das Machtgebiet der Habsburger aus der Schweiz hinaus bis an die Donau reichte. Durch eine Belehnung (Schenkung) im Jahr 1282 übergab Rudolf der I. die eroberten Herzogtümer an seine Söhne, was die Herrschaft der Familie in Österreich festigte. Österreich wurde nun zur neuen ,,Hausmacht”.

Ausbau der Macht im 15. Jahrhundert

Die Habsburger bauten ihre Macht mit einer strategischen Heiratspolitik aus. Eine wichtige Figur war dabei Friedrich III., der von 1440-1438 regierte. Sein Spitzname war ,,Erzschlafmütze des Reiches” da er, statt zu Kämpfen wie seine Vorfahren, Probleme einfach aussaß. Dabei half ihm seine unglaublich lange Regierungszeit (53 Jahre).

Ebenfalls bekannt war er für seine Heiratspolitik: So verheiratete er seinen Sohn, später Maximilian I. genannt, 1477 mit Maria von Burgund. Burgund war das damals reichste Herzogtum ganz Europas. Als Maria nach dem Tod ihres Vaters diesen Reichtum erbte, fiel dieser nun an die Habsburger. Dadurch stieg Habsburg zu einer europäischen Großmacht auf.

Ein berühmter Spruch von Friedrich III. lautete auch: ,,Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate!” – und damit hatte er Erfolg.

1496 verheiratete Maximilian I. dann ebenfalls seinen Sohn, Philipp den Schönen, mit der spanischen Königstochter Johanna der Wahnsinnigen. Nach dem Tod ihrer Geschwister fiel die Thronfolge Spaniens an Johanna und somit an die Habsburger. Dadurch war das große Reich Spanien, zusammen mit Sizilien, Neapel und einigen Kolonien im neu entdeckten Amerika nun unter der Herrschaft Habsburgs.

Wie die Habsburger Könige blieben

In der goldenen Bulle, einer Verfassung von 1356, stand geschrieben, dass der König von jeweils sieben Kurfürsten gewählt werden sollte. Ab dem 15 Jahrhundert waren die Könige, die von diesen Kurfürsten gewählt wurden, immer Habsburger.

Das lag unter anderem an ihrem Reichtum und ihrer guten Lage: Mit der Wahl zum König fiel die Verantwortung, das Reich zu beschützen, an die Habsburger. Das Osmanische (heute türkische) Reich wollte nach Europa expandieren.

Das ressourcenstarke Reich der Habsburger lag direkt zwischen Europa und dem Osmanischen Reich und bot somit großen Schutz vor Eindringlingen und genug Geld um Schlachtzüge zu finanzieren.

Untergang der Habsburger

Die Habsburger Macht ging mit dem Zerfall ihres Reiches (nun die Österreich-Ungarische Doppelmonarchie genannt) 1918 unter. Dabei spielten verschiedene Faktoren eine Rolle. Wir haben sie dir hier in einer chronologischen Reihenfolge aufgeschrieben:

Fehlende Modernisierung in der industriellen Revolution

Fehlende Modernisierung in der industriellen Revolution, da Kaiser Franz Joseph I., der fast 68 Jahre regierte, an alten Traditionen festhielt

1866 Niederlage gegen Preußen

Die Niederlage gegen Preußen 1866 hatte zur Folge, dass Österreich kein Teil des neu gegründeten deutschen Kaiserreiches sein durfte, da Preußen nun den letzten Platz einnahm

Spannungen mit Russland

Österreich versuchte daraufhin seine Macht im Osten zu sichern und versuchte Einfluss auf die Gebiete im Balkan einzunehmen, was wiederum zu Spannungen mit Russland führte

Bevölkerungsgruppen im Reich hatten kein Mitspracherecht und wurden oft unterdrückt wurden

Die Gründung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarns führte dazu, dass die ungarische Bevölkerung im Reich der Habsburger an Macht gewannen, wohingegen andere Bevölkerungsgruppen im Reich kein Mitspracherecht hatten und oft unterdrückt wurden

Attentat von Sarajevo 1914 als Folge der Unterdrückung anderer Volksgruppen

Attentat von Sarajevo 1914 (der Auslöser des ersten Weltkriegs) war eine Folge dieser Unterdrückung anderer Volksgruppen, Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau wurden von einem serbischen Unabhängigkeitskämpfer in einer öffentlichen Kutschfahrt ermordet

Hungersnöte führten zur Idee einer Revolution

Das Reich war auf einen langen Krieg nicht vorbereitet, denn ihnen fehlten die Ressourcen zur Versorgung der Bevölkerung, was zu großen Hungersnöten führte, durch das Leiden der Bevölkerung verbreitete sich die Idee einer Revolution

Desertierende Soldaten

Durch die hohe Sterberate der Soldaten und dem langen Andauern des Krieges, verlor sich die Loyalität der Bevölkerungsgruppen des Reiches (Polen, Tschechen und Südslawen) gegenüber dem Kaiser: sie sahen nicht ein, wieso sie für einen Kaiser in Wien sterben sollten

Nationen erklären Unabhängigkeit nach militärischer Niederlage

1918 war die militärische Niederlage Österreich-Ungarns klar und das Reich zerfiel innerhalb weniger Wochen, die verschiedenen Nationen, die unter dem Namen Österreich lebten erklärten nun ihre Unabhängigkeit, wodurch das Reich auseinanderfiel

Im November 1918 verzichtete der letzte Kaiser, Karl I., auf jeden Anteil der Staatsgeschäfte. Grund dafür war das Desertieren der Soldaten an der Front (durch die fehlende Loyalität zum Kaiser), die Aufteilung des Reiches (durch die Unabhängigkeitserklärung der Bevölkerungsgruppen) und die drohende Revolution (durch die hungernde Bevölkerung).

Damit verloren die Habsburger, die über 600 Jahre als Kaisergeschlecht andauerten, 1918 endgültig ihre Macht.

Fazit

Die Habsburger waren eine der mächtigsten und am längsten bestehenden Adelsfamilien in Deutschland, mit einer Regierungszeit von über 600 Jahren. Sie waren Könige und später Kaiser von Österreich und der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (ab dem 20 Jahrhundert).

Ihr Gründervater war Rudolf der I., welcher eigentlich als schwacher König gewählt wurde, dann jedoch Ottokar den Schrecklichen besiegte und sich das Gebiet Österreichs sicherte.

Ihre Macht sicherten sich die Habsburger über Jahrhunderte durch ihre strategische Heiratspolitik. Zum Machtverlust kam es 1918, nachdem der letzte Kaiser, Karl I., auf jeden Anteil der Staatsgeschäfte verzichtete.

Quiz – Teste dich selbst

Wer war der Gründervater der Habsburger?

Rudolf der I.

Wieso wählten die Kurfürsten ab dem 15 Jahrhundert immer die Habsburger zum neuen König?

Durch ihre gute Lage und die vielen Ressourcen, die das osmanische Reich vom deutschen Reich fernhielt.

Was war die Strategie Friedrich des III. ?

Krisen auszusitzen und eine kluge Heiratspolitik.

Wieso verloren die Habsburger 1918 endgültig ihre Macht?

Durch das Verzichten von Karl I. auf jegliche Anteile der Staatsgeschäfte 1918.

Wieso entschied sich Karl I. zu dieser Tat?

Durch das Desertieren der Soldaten an der Front (durch die fehlende Loyalität zum Kaiser), die Aufteilung des Reiches (durch die Unabhängigkeitserklärung der Bevölkerungsgruppen) und die drohende Revolution (durch die hungernde Bevölkerung).

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