Behandelt ihr in Geschichte gerade das geozentrische Weltbild und du weißt gar nicht, was damit gemeint ist? Kein Problem, wir helfen dir!
Mit einer kurzen Definition aller Theorien und Fachbegriffe, sowie einer Übersicht der wichtigsten Personen, und einem Quiz am Ende des Blogs, bist du perfekt vorbereitet für deinen nächsten Geschichtstest.
Also, lass uns starten!
Das geozentrische Weltbild folgt der Annahme, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Im Altgriechischen bedeutet ,,Geo” in etwa ,,Welt”. Heutzutage wissen wir, dass sich die Planeten um die Sonne drehen, doch die Menschen damals hatten ein anderes Bild vom Universum:
Aufbau des Universums
Im Mittelpunkt des Universums stand die Erde, um die sich alle Planeten, die Sonne und der Mond in runden Bahnen drehten. Diese runden Bahnen nannte man Sphären (altgriechisch ,,sphaira” für ,,Kugel”). In der äußersten, achten Sphäre befanden sich die Fixsterne. Dahinter erstreckte sich, laut christlicher Auffassung aus dem Mittelalter, das Reich Gottes.
Fixsterne waren damals Himmelskörper, die sich scheinbar einmal am Tag um die Erde drehten und somit immer in gleicher Position zueinander standen. Dadurch konnte man beispielsweise jede Nacht den großen Wagen sehen. Im Gegensatz dazu standen die Planeten (Wandelsterne), die jede Nacht eine neue Position zueinander hatten.
Sphären kann man sich laut dem Altgriechischen Philosophen Aristoteles wie bewegliche Kristallkugeln vorstellen, die um die unbewegliche Erde in immer gleicher Geschwindigkeit herum kreisen. Auf diesen Kristallkugeln befinden sich laut ihm die Planeten. Die Sphären bestehen aus einem 5. Element, das nicht auf der Erde vorhanden ist: Äther. Äther ist das Element für den Raum, der im Kosmos existiert und alles durchdringt.
Im Zentrum steht die Erde, um sie herum kreisen die Himmelskörper in dieser Anordnung:
- Mond
- Merkur
- Venus
- Sonne
- Mars
- Jupiter
- Saturn
- Fixsterne (dahinter Himmelsreich)
Wie sieht das geozentrische Weltbild aus?

Wer prägte das Weltbild? – Geschichte und Ursprung des geozentrischen Weltbildes
Schon seit Jahrtausenden interessieren sich die Menschen für den Sternenhimmel. Auch die Alten Ägypter und Babylonner stellten Beobachtungen auf und erkannten, dass einige Sterne ihren Platz zueinander unverändert einnehmen, während sich die Position von Planeten ständig wandelt. Diese Beobachtung wurden im antiken Griechenland aufgegriffen und mit den Begriffen Fixsterne und Wandelsterne übersetzt.
Wichtig für die Grundlage des geozentrischen Weltbilds waren die Arbeiten von Aristoteles (384-322 v. Chr.), einem altgriechischen Philosophen und Claudius Ptolemäus (2. Jahrhundert n. Chr.), einem griechischen Mathematiker.
Die Arbeiten von Aristoteles
Aristoteles prägte den Begriff der Sphären, die die damaligen Beobachtungen der wandelnden Positionen der Himmelskörper erklären sollten. Ebenfalls stellte er eine philosophische und physikalische Grundlage für das Weltbild auf:
Durch seine Beobachtung der Erdanziehungskraft, war Aristoteles der Auffassung, dass die Erde nicht nur der schwerste Körper im Universum ist, sondern auch alles um sich herum anzieht. Daraus schloss er, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht und alle anderen Planeten von ihr angezogen werden.

Die Arbeiten von Claudius Ptolemäus
Claudius Ptolemäus stellte eine mathematische Grundlage als Rechtfertigung für das Weltbild auf. Er beobachtete, dass sich die Planeten am Himmelszelt manchmal rückwärts bewegten. Dies passte nicht zur Ansicht von Aristoteles kreisrunden Sphären. Deshalb entwickelte Ptolemäus ein neues Konzept, welches sich bis ins Mittelalter hielt: die Epizykel.
Die Epizykel (Kreise auf Kreisen) sind laut ihm kleine Kreise, auf denen sich die Planeten bewegen. Diese kleinen Kreise befinden sich auf einem großen Kreis, dem Deferent, der die Erde umgibt.

Diese Entdeckung und viele weitere schrieb er in einem Buch nieder, dem Almagest (,,Der Größte”), welches 150 n. Chr. veröffentlicht wurde. Dieses Werk wurde über Jahrhunderte in der Astronomie als Lehrbuch genutzt.
Wieso war das geozentrische Weltbild so glaubhaft?
Die Theorie des geozentrischen Weltbilds erklärte Alltagsbeobachtungen: Oft sieht es auch heute noch beim bloßen Hingucken tatsächlich so aus, als würden sich die Sonne und der Mond um uns drehen und nicht umgekehrt. Zusammen mit den Grundlagen von Aristoteles und Ptolemäus war das Weltbild durch seine Nähe zur alltäglichen Beobachtung sehr glaubhaft. Außerdem gab es bis ins 17. Jahrhundert keine Teleskope, die etwas anderes hätten beweisen können.
Ebenfalls wichtig war die Unterstützung der Theorie durch die christliche Kirche in Europa, die im Früh- und Hochmittelalter immer mehr an Macht gewann. Für sie war das Modell die Rechtfertigung für ihre Ansicht, dass der Mensch ,,die Krone der Schöpfung Gottes” sei:

Wie prägte das geozentrische Weltbild das Bild des Menschen?
Der Mensch rückte mit der Wichtigkeit der Erde ebenfalls in den Mittelpunkt des Universums. Für die Kirche war dies aus zwei Gründen bedeutend:
- Die Ansicht der Mensch sei ,,die Krone der Schöpfung Gottes” wurde bestätigt.
- Der Mensch, da er sich im Zentrum befand, wurde besonders von Gott in seinem Handeln beobachtet, was ihm eine große Verantwortung zuschrieb. Diese Verantwortung betonte noch einmal die Wichtigkeit der christlichen Kirche, die die Vermittlung des irdischen und himmlischen Reichs war.
Das Ende des geozentrischen und der Beginn des heliozentrischen Weltbilds
Definition heliozentrisches Weltbild
Das heliozentrische Weltbild besagt, dass sich alle Planeten um die Sonne drehen. ,,Helio” kommt dabei aus dem Griechischen und wird von dem Wort ,,helios” abgeleitet, was ,,Sonne” bedeutet.

Die Schwächen des geozentrischen Weltbildes
Über die Jahrhunderte hinweg war das geozentrische Weltbild verkompliziert worden. Jeder Planet hatte in dem System seine eigenen Regeln und musste immer wieder neu berechnet werden, was zu Verwirrung und zu großer Unübersichtlichkeit innerhalb des Systems führte.
Im 16ten Jahrhundert wendete sich die astronomische Forschung vom geozentrischen Weltbild ab:
Der wohl bekannteste Gegner des geozentrischen Weltbildes, der das heliozentrische Weltbild begründete, war der Astronom Nikolaus Kopernikus (1473-1543). Er fand heraus, dass die Sonne im Mittelpunkt des Universums stand, und dass die Erde sich um ihre eigene Achse drehte.
Diese neue Entdeckung schrieb Kopernikus nieder in einem Buch mit dem Namen ,,De revolutionibus orbium coelestium” (latein für ,,Über die Umschwünge der himmlischen Kreise”), dass 1543 veröffentlicht wurde. Durch seine Erkenntnisse erfuhr die astronomische Forschung eine große Wende, die heute als ,,kopernikanische Wende” bezeichnet wird.
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Fazit
Beim geozentrischen Weltbild steht die Erde und somit auch der Mensch im Mittelpunkt des Universums. Alle Planeten, Sterne, Monde und die Sonne drehen sich um sie. Besonders bedeutend ist diese Ansicht für die mittelalterliche, christliche Kirche.
Seinen Ursprung findet das geozentrische Weltbild in den Beobachtungen antiker Völker und den philosophischen und physikalischen Erklärungen von Aristoteles und Claudius Ptolemäus. Hinterfragt wurde das Bild von Kopernikus der mit der kopernikanischen Wende das heliozentrische Weltbild Im 16. Jahrhundert als Gegentheorie aufstellte.
Quiz – Teste dich selbst
Wie ist das Universum im geozentrischen Weltbild aufgebaut?
Alle Planeten und Himmelskörper drehen sich in runden Sphären um die Erde und somit die Menschen. In der äußersten, achten Sphäre befanden sich die Fixsterne. Dahinter erstreckte sich, laut christlicher Auffassung aus dem Mittelalter, das Reich Gottes.
Wie ist das Universum im heliozentrischen Weltbild aufgebaut?
Alle Planeten und Himmelskörper drehen sich um die Sonne.
Wer prägte das geozentrische Weltbild?
- antike Völker
- Aristoteles
- Ptolemäus
Wie prägten sie das geozentrische Weltbild?
- Antike Völker (Babylonner/Ägypter) : stellten Beobachtungen auf und erkannten, dass einige Sterne ihren Platz zueinander unverändert einnehmen, während sich die Position von Planeten ständig wandelt.
- Aristoteles : stellte den Begriff der Sphären auf, und formulierte eine philosophische und physikalische Erklärung für das Weltbild (Stichwort Erdanziehungskraft)
- Ptolemäus : Stellte das Konzept der Epizykel auf
Wer war Gegner des geozentrischen Weltbilds?
Nikolaus Kopernikus
Wieso war das geozentrische Weltbild so glaubhaft?
- aus Interpretation von Alltagsbeobachtungen heraus entstanden
- Grundlagen von Aristoteles und Ptolemäus boten Erklärung (physikalisch und philosophisch)
- keine Teleskope bis ins 17 Jahrhundert, die etwas anderes hätten beweisen können
- Wichtig für die christliche Kirche (deshalb war diese großer Unterstützer)
Wieso war das geozentrische Weltbild wichtig für die Kirche?
- Die Ansicht der Mensch sei ,,die Krone der Schöpfung Gottes” wurde bestätigt
- Der Mensch, da er sich im Zentrum befand, wurde besonders von Gott in seinem Handeln beobachtet, was ihm eine große Verantwortung zuschrieb. Diese Verantwortung betonte noch einmal die Wichtigkeit der christlichen Kirche, die die Vermittlung des irdischen und himmlischen Reichs war.
Wieso wurde das geozentrische Weltbild am Ende doch hinterfragt
Da jeder Planet eigene Rechenregeln besaß, wurde das System über Jahrhunderte lang immer komplizierter und unübersichtlicher
Wie prägte das geozentrische Weltbild die Sicht auf den Menschen?
- Wichtigkeit steigt
- Verantwortung steigt jedoch auch (da Mensch im Zentrum des Blickfelds Gottes steht)
Was sind Fixsterne?
- Sternenbilder
- Himmelskörper die sich einmal am Tag um die Erde drehen und somit jede Nacht in gleicher Position zueinander stehen.
Was sind Sphären?
- 8 Glaskugeln um die Erde, auf denen sich die Planeten bewegen (runde Bahnen der Planeten)
- Hinter der 8. Sphäre = Himmelsreich
Was sind Epizyklen?
- Kreise auf Kreisen
- Jeder Planet hat außerhalb der gr0ßen Kreise um die Erde einen kleinen eigenen Kreis, auf denen er sich dreht