Der Begriff Kommunismus taucht oft im Geschichtsunterricht, in politischen Diskussionen oder in Nachrichten auf – doch viele wissen nicht genau, was dahintersteckt. Begriffe wie Sozialismus, Kapitalismus oder Diktatur sorgen zusätzlich für Verwirrung.
In diesem Artikel lernst du den Kommunismus kennen, mit einer verständlichen Definition, klaren Beispielen wie Ländern und Parteien, verständlichen Vergleichen und das ohne Fachchinesisch.
Schritt für Schritt lernst du, was Kommunismus bedeutet, wo er umgesetzt wurde und warum er bis heute umstritten ist.

Kommunismus beschreibt ein System, in dem es kein Privateigentum an Produktionsmitteln gibt. Geld, Besitz und Macht sollen keine Rolle mehr spielen.
Die Bedeutung des Kommunismus liegt vor allem in der Idee von sozialer Gerechtigkeit. Jeder Mensch soll gleich viel wert sein und die gleichen Chancen haben – unabhängig von Herkunft oder Leistung.
Wichtig: Der Kommunismus ist ursprünglich eine theoretische Idee, kein automatisch funktionierendes System.
Karl Marx und der Kommunismus – die Idee hinter der Theorie
Der Philosoph Karl Marx gilt als Begründer des Kommunismus. Er lebte im 19. Jahrhundert und kritisierte den Kapitalismus scharf.
Marx war der Meinung, dass Arbeiter ausgebeutet werden, während Unternehmer reich werden. Der Kommunismus sollte dieses Problem lösen, indem alle gemeinsam besitzen und entscheiden.

Kommunismus vs. Sozialismus – der wichtigste Unterschied
Der Unterschied zwischen Kommunismus und Sozialismus wird oft verwechselt. Dabei gibt es klare Unterschiede.
Der Sozialismus gilt als Zwischenstufe. Es gibt noch einen Staat, der Besitz verwaltet und Regeln aufstellt. Im Kommunismus soll der Staat später ganz verschwinden.
Kommunismus vs. Kapitalismus – zwei Systeme im Vergleich

Im Kapitalismus besitzen Einzelpersonen Unternehmen und dürfen Gewinne behalten. Leistung und Wettbewerb stehen im Mittelpunkt.
Der Kommunismus lehnt genau das ab. Hier soll es keinen Wettbewerb geben, sondern Zusammenarbeit und Gleichverteilung.
Genau dieser Gegensatz zwischen Kapitalismus und Kommunismus war eine der Hauptursachen für den Kalten Krieg, in dem sich zwei völlig unterschiedliche Weltanschauungen über Jahrzehnte gegenüberstanden.
Kommunismus Zeichen, Symbol und Flagge – was sie bedeuten
Das bekannteste Symbol des Kommunismus ist Hammer und Sichel. Der Hammer steht für Arbeiter, die Sichel für Bauern.
Die kommunistische Flagge ist meist rot. Rot symbolisiert den Kampf der Arbeiterklasse und Revolution.
Bedeutung:
Gemeinsamkeit, Arbeit und Gleichheit stehen im Mittelpunkt.

Kommunistische Länder – wo wurde Kommunismus umgesetzt?

Kommunismus wurde in mehreren Ländern eingeführt, meist nach Revolutionen.
Bekannte kommunistische Länder waren oder sind:
- Sowjetunion
- DDR
China
China bezeichnet sich offiziell als kommunistisch, verbindet das System aber seit den 1980er-Jahren mit marktwirtschaftlichen Elementen. Der Staat kontrolliert weiterhin Politik und wichtige Unternehmen, während private Firmen erlaubt sind.
Kuba
Kuba führte nach der Revolution 1959 den Kommunismus ein. Der Staat bestimmt große Teile der Wirtschaft, während politische Opposition stark eingeschränkt ist. In den letzten Jahren gab es vorsichtige wirtschaftliche Öffnungen.
Nordkorea
Nordkorea ist einer der strengsten kommunistischen Staaten der Welt. Das Land wird autoritär regiert, Informationen von außen sind stark kontrolliert. Die Ideologie verbindet Kommunismus mit einem starken Führerkult.
Viele dieser Staaten nennen sich weiterhin kommunistisch, haben ihre Systeme jedoch an wirtschaftliche oder politische Realitäten angepasst.
Weitere Länder mit kommunistischer Prägung oder kommunistischer Partei an der Macht:
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Vietnam
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Laos
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Venezuela (kommunistische Einflüsse)
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China (historisch kommunistisch geprägt)
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Albanien (historisch)
So zeigt sich, dass der Kommunismus weltweit unterschiedlich umgesetzt wurde und selten der ursprünglichen Theorie entsprach.
Kommunismus in der Sowjetunion – Aufstieg und Scheitern
Die Sowjetunion war das erste Land, das den Kommunismus staatlich umsetzte. Nach der Revolution von 1917 versprach die neue Führung soziale Gleichheit, bessere Lebensbedingungen und eine gerechte Verteilung von Besitz und Arbeit.
Exkurs: Novemberrevolution und Lenin
Die Novemberrevolution 1917 in Russland war ein entscheidender Wendepunkt für die Einführung des Kommunismus. In dieser Phase übernahmen die Bolschewiki unter der Führung von Wladimir Iljitsch Lenin die politische Macht und beendeten die bisherige Regierungsform.
Lenin setzte sich für eine sozialistische Gesellschaft ein und legte die politischen Grundlagen für den späteren kommunistischen Staat. Seine Ideen und Entscheidungen prägten die Entwicklung der Sowjetunion und beeinflussten kommunistische Bewegungen weltweit.

In der Praxis entwickelte sich jedoch ein stark zentralisiertes System, in dem politische Macht bei der Parteiführung lag.
Wirtschaftliche Entscheidungen wurden staatlich geplant, was häufig zu Versorgungsengpässen, geringer Produktivität und fehlender Flexibilität führte. Zudem kam es zu politischer Unterdrückung, da Kritik am System kaum zugelassen wurde.
Trotz ihrer Rolle als Weltmacht verlor die Sowjetunion im Laufe der Zeit an wirtschaftlicher Stabilität und politischer Unterstützung. Innere Probleme und Reformversuche führten schließlich dazu, dass sich die Sowjetunion 1991 auflöste und das kommunistische System in dieser Form endete.
Kommunismus in der DDR – Alltag und Realität
Auch die DDR war ein kommunistischer Staat. Unternehmen und Produktionsmittel befanden sich überwiegend in staatlichem Besitz, die Wirtschaft wurde zentral geplant.
Zwar war eine hohe Beschäftigung vorgesehen, individuelle Freiheiten spielten jedoch eine untergeordnete Rolle.
Die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands)

war die führende politische Kraft und bestimmte die staatlichen Entscheidungsprozesse maßgeblich. Das politische System war stark zentralisiert, wobei politische Kontrolle und staatliche Einflussnahme auf viele Lebensbereiche ausgeübt wurden.
Reisen, Meinungsfreiheit und Konsummöglichkeiten waren eingeschränkt und unterlagen staatlicher Regulierung.
Kommunistische Parteien – welche Rolle spielen sie heute?

Kommunistische Parteien gibt es in vielen Ländern noch. Sie setzen sich oft für soziale Gerechtigkeit und Umverteilung ein.
In demokratischen Staaten arbeiten sie innerhalb des politischen Systems und verfolgen keine vollständige Abschaffung des Privateigentums mehr.
Kommunismus Nachteile – warum das System scheiterte
Zu den wichtigsten Nachteilen des Kommunismus gehören:
fehlende Motivation durch Gleichverteilung
Wenn alle Menschen unabhängig von Leistung oder Einsatz gleich viel erhalten, fehlt häufig der Anreiz, sich besonders anzustrengen. Zusätzliche Arbeit oder neue Ideen führten nicht automatisch zu besseren Lebensbedingungen, was die Produktivität senken konnte.
Machtkonzentration beim Staat
Da der Staat Wirtschaft und Politik steuerte, sammelte sich viel Macht bei wenigen Entscheidungsträgern. Ohne ausreichende Kontrolle bestand die Gefahr von Machtmissbrauch und mangelnder Mitbestimmung der Bevölkerung.
geringe Innovation
Ohne Wettbewerb und Gewinnanreize wurde weniger in neue Technologien oder kreative Lösungen investiert. Unternehmen hatten kaum Motivation, Produkte zu verbessern oder effizienter zu arbeiten.
eingeschränkte Freiheit
In vielen kommunistischen Staaten waren Meinungsfreiheit, Reisefreiheit und politische Beteiligung begrenzt. Staatliche Vorgaben bestimmten große Teile des öffentlichen und privaten Lebens.

Ohne Wettbewerb fehlte oft der Anreiz, sich anzustrengen oder Neues zu entwickeln.
Ist Kommunismus eine Diktatur? Eine kritische Einordnung

Theoretisch ist der Kommunismus keine Diktatur, da er eine klassenlose und gerechte Gesellschaft anstrebt. In der praktischen Umsetzung entwickelte sich das System jedoch in vielen Ländern zu einer stark zentralisierten Herrschaftsform.
In zahlreichen kommunistischen Staaten kontrollierte eine Partei das politische System, wodurch Macht nicht auf mehrere Institutionen verteilt war.
Kritik an Regierung oder Ideologie wurde häufig eingeschränkt, oppositionelle Gruppen hatten kaum Einfluss auf politische Entscheidungen.
Im Vergleich zu demokratischen Systemen, in denen mehrere Parteien konkurrieren und Meinungsfreiheit geschützt ist, fehlten in kommunistischen Staaten oft unabhängige Medien und freie Wahlen. Dadurch konnte politische Kontrolle langfristig aufrechterhalten werden.
Wenn du mehr Informationen zur Funktionsweise und zu Merkmalen einer Diktatur erfahren möchtest, klick einfach auf den Artikel Diktatur.
Kommunismus heute – gibt es das System noch?
Der klassische Kommunismus existiert heute kaum noch. Viele Länder haben ihr System angepasst.
China zum Beispiel verbindet kommunistische Politik mit kapitalistischer Wirtschaft. Andere Staaten halten an der Ideologie fest, aber nicht an der ursprünglichen Theorie.
Kommunismus heute ist eher eine politische Richtung als ein reines System.

Fazit: Was du über Kommunismus wissen solltest
Der Kommunismus ist eine Idee mit dem Ziel von Gleichheit und Gerechtigkeit. In der Theorie klingt das überzeugend, in der Praxis führte die Umsetzung jedoch häufig zu Problemen.
Geschichte zeigt, dass Macht, Kontrolle und fehlende Freiheit große Schwächen des Systems waren. Trotzdem beeinflusst der Kommunismus politische Diskussionen bis heute.


