Viele Schüler haben es heute schwer, sich über einen längeren Zeitraum aufs Lernen zu fokussieren. Die permanente Reizüberflutung durch Nachrichten und Social Media spielen hierbei eine besonders große Rolle. Doch es gibt auch ein paar einfache Tipps für den Alltag, mit denen Schüler sich besser konzentrieren können.
Dieser Artikel stellt neun praktische Tipps für den Lernalltag vor, mit denen Schüler im Handumdrehen ihre Lernerfolge steigern.
Eine angenehme Lernumgebung ist der Schlüssel zu mehr Konzentration und schnelleren Lernerfolgen. Hierzu gehören allen voran ein aufgeräumter Schreibtisch und ein bequemer Stuhl, damit längeres Sitzen nicht zur Belastung wird. Es sollten nur die wirklich notwendigen Arbeitsmaterialien auf dem Tisch liegen, um nicht vom Wesentlichen abzulenken.
Darüber hinaus müssen Raumklima und Lichtverhältnisse stimmen, damit man sich beim Lernen wohl fühlt und alle Inhalte ohne Anstrengung lesen kann. Tageslicht ist ideal, eine blendfreie Schreibtischlampe hilft bei Dunkelheit. Regelmäßiges Lüften gehört ebenfalls dazu. So kann das Gehirn frischen Sauerstoff tanken und die maximale Leistung erbringen.
2. Sich klare Ziele für eine Lernsession setzen
Ob in der Schule, bei der Nachhilfe oder später im Studium, klare Lernziele sind eine absolute Notwendigkeit, um fokussiert lernen zu können. Idealerweise werden diese vorab als greifbare Handlungsverben formuliert. Klassische Beispiele hierfür sind „Ich möchte die Grammatik verstehen“ oder „Ich möchte die nächsten 50 Vokabeln lernen“.
Hierbei ist es auch sinnvoll, weitere Rahmenbedingungen wie Hilfsmittel und die verfügbare Zeit zu definieren. Ein gutes Ziel ist realistisch und damit innerhalb einer Lernsession erreichbar. Wer es noch ein wenig formaler machen möchte, kann sogar die SMART-Methode aus der Geschäftswelt zum Setzen von klaren Zielen verwenden.
3. Handy, Social Media & Co. auf stumm schalten
Viele Schüler greifen heute alle paar Minuten zum Handy, um die neuesten Posts auf Social Media & Co. zu sehen. Diese vermeintlich kurzen Ablenkungen unterbrechen jedoch den Rhythmus, sodass man sich kaum noch richtig konzentrieren kann. Die gute Nachricht: Moderne Handys unterstützen einen Konzentrationsmodus oder Fokus-Modus.
Wer diese Option einschaltet, wird nicht mehr ständig von neuen Benachrichtigungen bombardiert. In dieser Zeit unterdrückt nämlich das Handy alle unwichtigen Apps und ihre Benachrichtigungen. Die Einstellungen erlauben das genaue Anpassen auf die eigenen Bedürfnisse und vordefinierte Zeiträume – ideal zum effektiven Lernen.
4. Auf die richtigen Lernplattformen setzen
Das Internet trägt aber nicht nur zu Ablenkungen bei, sondern kann auch als gute Quelle zum Lernen neuer Inhalte herangezogen werden. Es gibt zahlreiche Lernplattformen und sogar KI (Künstliche Intelligenz), die als Ergänzung zur professionellen Nachhilfe dienen kann. Doch beim Surfen im Internet geht schnell die eigene Privatsphäre verloren.
Eine VPN-App kann genau dieses Problem verhindern. Ein VPN funktioniert ganz einfach: Die App baut einen verschlüsselten Tunnel auf und maskiert dabei die eigene IP-Adresse. Das macht es für Internetdienste und Webseiten schwierig, Nutzer und Besucher nachzuverfolgen. Zudem kann eine moderne VPN-App ablenkende Werbung blockieren.
5. Kurze und regelmäßige Pausen einplanen
Fokussiertes Lernen kann ganz schön anstrengend sein und sollte deshalb immer mit regelmäßigen Pausen einhergehen. Das gibt dem Gehirn eine kurze Erholungszeit, ehe es wieder mit voller Leistungsfähigkeit weiterarbeiten kann. Eine gängige Empfehlung lautet beispielsweise, nach jeder Stunde eine zehnminütige Pause einzulegen.
Während der Pause ist eine Reizüberflutung durch Handy und Social Media zu vermeiden. Stattdessen sollten Schüler auf Bewegung und frische Luft setzen. Die Pause bietet sich ebenfalls dazu an, ausreichend zu trinken oder an gesunden Snacks wie Nüssen und Früchten zu naschen. Anschließend geht es dann wieder zurück zum effektiven Lernen.
6. Belohnungen fördern schnelle Lernerfolge
Es gibt noch weitere psychologische Aspekte, die zum schnellen Lernen beitragen können. So spielen Belohnungen ebenfalls eine zentrale Rolle, da sie den Ausstoß von Dopamin im Gehirn anregen, was wiederum die Motivation und das Abspeichern von Wissen verstärkt. Das gilt insbesondere für ungeliebte und schwierige Aufgaben.
Einige Schüler schaffen es, sich selbst zu belohnen, beispielsweise durch Erfolgserlebnisse. Aber auch Eltern können dazu beitragen, indem sie Lob, Anerkennung und gemeinsame Zeit in den Vordergrund stellen. Materielle Belohnungen sollten hingegen nur sparsam eingesetzt werden, weil sie die natürliche Freude am Lernen untergraben können.
7. Wiederholungen nutzen und konsistent bleiben
Kaum jemand schafft es, komplizierte Inhalte sofort beim ersten Mal zu verstehen und zu behalten. Der Schlüssel zum Erfolg lautet also fast immer: Wiederholungen und Konsistenz. Nur so lassen sich Lerninhalte vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übertragen. Wie oft und wie lange die Wiederholungen stattfinden müssen, ist je nach Person unterschiedlich.
Es gibt also keinen festen Richtwert, an dem sich Eltern und Schüler orientieren können. Hinzu kommen persönliche Präferenzen, sodass einige komplizierte Themen schneller erlernt werden als vermeintlich einfache Inhalte. Konsistenz ist ebenfalls wichtig: Lernen sollte einem festen Zeitplan folgen, anstatt auf unregelmäßige Zeiträume aufzubauen.
8. Unterschiedliche Tageszeiten beachten
Eine weitere Rolle kann die Tageszeit spielen. Früher galt, dass morgens eine besonders gute Zeit zum Lernen sei, weil das Gehirn noch ausgeruht ist. Heute gilt diese Regel nicht mehr, weil viele Menschen vor allem während der Mittagszeit am leistungsfähigsten sind. Schüler müssen sich also beispielsweise am Wochenende nicht zu festen Morgenroutinen zwingen.
Es kann hilfreich sein, den Tag entspannt anzugehen und eine feste Lernsession am Mittag einzuplanen. Wem hingegen nur der Abend zur Verfügung steht, der kann auf kurze, intensive Lerneinheiten setzen. 20 bis 30 Minuten können sich ebenfalls als ausgesprochen effektiv erweisen, sofern man dabei auch alle anderen Tipps beachtet.
9. Auf Sport und Schlaf nicht verzichten
Insbesondere in stressigen Phasen vor einem Test rücken einige Schüler alle anderen Aspekte des Alltags in den Hintergrund. Hierzu gehören oft Sport und manchmal sogar ausreichender Schlaf. Doch Studien zeichnen hier ein klares Bild: Der Verzicht schadet dem Lernerfolg, weil die Konzentrationsfähigkeit deutlich sinken kann.
So kam eine Studie der Technischen Universität München (TUM) zum Ergebnis, dass Sport die Konzentration und die Lebensqualität verbessert. Eine andere Studie des Universitätsklinikums Genf stellte fest, dass sogar ein Mittagsschlaf das Gehirn aufnahmefähiger macht. Sport und Schlaf sind also zwei Aspekte, die man beim Lernen nicht vernachlässigen sollte.


