Lese-Rechtschreibschwäche

Lernschwäche – So kann professionelle Unterstützung helfen

Die Schulzeit oder auch das Studium sind Zeiten, in denen man einen großen Teil der eigenen Zeit damit verbringt, Dinge auswendig zu lernen, oder sich Zusammenhänge zwischen verschiedenen Themen zu erschließen. Lernen ist jedoch eine Eigenschaft, die nicht jedem in die Wiege gelegt wurde. Wer zu den Glücklichen gehört, denen das Wissen fast schon zufliegt, kann sich vermutlich kaum in die Lage derjenigen versetzen, die sich mit dem Lernen allgemein oder bestimmten Themen sehr schwertun.

Falls auch Sie zu der zweiten Gruppe gehören, sollten Sie unbedingt weiterlesen. Denn im weiteren Verlauf gehen wir ausführlich auf die Themen Nachhilfe und Lernen im Allgemeinen ein. Sie erfahren unter anderem, welche unterschiedlichen Arten der Nachhilfe es inzwischen gibt, auf was Sie bei der Wahl der Lehrkraft achten sollten und noch vieles mehr.

Warum tun sich viele Menschen mit dem Lernen so schwer?

Bevor wir näher auf die unterschiedlichen Arten des Lernens und der Nachhilfe eingehen, sollte erst einmal geklärt werden, warum sich einige Menschen mit dem Lernen sehr leicht tun und dies gleichzeitig für andere so schwer ist.
Nun, eine allgemein gültige Antwort kann es auf diese Frage leider nicht geben. Die Menschen sind schlicht und ergreifend viel zu unterschiedlich, als dass immer die gleiche Antwort gegeben werden könnte.

Wenn wir es ein wenig vereinfachen möchten, so kann man die Menschen dennoch in zwei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe hat eine Lernschwäche oder eine anderweitige Beeinträchtigung, die das Lernen erschwert.

Bei der zweiten Gruppe geht es in der Regel weniger um nachweisbare Defizite, sondern vielmehr um die Themen Motivation und Bequemlichkeit. Oder um es anders und sehr deutlich zu formulieren: die einen wollen nicht, die anderen können nicht.

Aber an dieser Stelle soll direkt ein wenig relativiert werden. Auch mit einer Lernschwäche oder einer anderen Beeinträchtigung können die Schüler mit Fleiß und Ausdauer mitunter sogar bessere Ergebnisse erzielen als ihre Mitschüler.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass ein starker Wille wichtiger ist als eine gute Veranlagung.

Lernschwäche oder doch eher Faulheit?

Der ein oder andere Schüler hätte es vermutlich ganz gerne, wenn ihm eine Lernschwäche attestiert werden würde. Diese bringt nämlich mitunter einen gewissen Vorteil in Form von einer anderen Benotung der Leistungen oder mehr Zeit für die Bearbeitung einer Klausur.

Es darf auch nicht unterschätzt werden, wie viele Schüler Jahr für Jahr eine Lernschwäche bestätigt und ärztlich attestiert bekommen. Zahlreiche Studien belegen dies und zeigen zudem, einen ansteigenden Trend bei Defiziten in grundlegenden Fähigkeiten wie dem Lesen, Schreiben und der Konzentration.

Und damit sind wir auch schon beim wichtigsten Punkt, der eine Lernschwäche kennzeichnet: Es handelt sich um ein Defizit, welches von einem Arzt attestiert wurde und nicht einfach mit mehr Lernen beseitigt werden kann, sondern eine professionelle Unterstützung oder Therapie erfordert.

Welche Arten von Lernschwächen gibt es?

Lernschwächen sind leider nicht neu und inzwischen auch einigermaßen gut erforscht, aber dennoch sind viele Dinge darüber noch unklar. Unter anderem ist es nicht immer genau möglich, festzustellen, wie die Lernschwäche entstanden beziehungsweise ausgelöst wurde.

Auch in Sachen Vielfalt und Ausprägung sind die Lernschwächen enorm unterschiedlich. Eine genaue Anzahl an verschiedenen Arten lässt sich daher gar nicht benennen, jedoch gibt es einige Defizite, die sehr weit verbreitet sind und daher auch in der Öffentlichkeit inzwischen immer mehr präsent sind.

Unter anderem zählen zu den “Klassikern” die Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie und diverse Störungen der Aufmerksamkeit wie ADS oder ADHS.

Aber auch von diesen Krankheitsbildern, die inzwischen sehr gut diagnostiziert werden können, existieren zahlreiche Untergruppierungen.

Was tun, wenn man beim Kind eine Lernschwäche vermutet?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind eine Schwäche aufweist, die nicht mit zu wenig Lernen oder anderen einfach zu beseitigenden Dingen zu tun hat, dann sollten Sie sich an fachkundige Experten richten.

Ebenso natürlich, auch wenn Sie von Außenstehenden, zum Beispiel der Lehrerin in der Schule, auf Probleme hingewiesen werden.

Gehen Sie mit ihrem Kind dabei immer offen um und fragen Sie es, je nach Alter, gerne auch um seine eigene Meinung. Hat ihr Kind auch das Gefühl, dass es durch etwas am Lernen gehindert wird, worauf es selbst keinen Einfluss hat? Oder gibt es Dinge, die ihr Kind belasten und die Leistungen beeinträchtigen, aber keine Lernschwäche im eigentlichen Sinne sind?
Beziehen Sie das Kind wann immer möglich in alle Dinge mit ein, denn am Ende geht es ja auch sein Leben. Entscheidungen sollten miteinander und nicht über das Kind hinweg getroffen werden. Eine klare Diagnose kann zur Entspannung der Situation in der Familie und in der Schule beitragen. Wenn ihr Kind dies erkennt und bereit ist, dann ist der Zeitpunkt, mit dem Kinderarzt oder auch einem eventuellen Schulpsychologen zu sprechen. Diese verweisen Sie dann nach einer kurzen Einschätzung der Situation an die jeweiligen Ansprechpartner bei Ihnen vor Ort.

Wie sollte man einer diagnostizierten Lernschwäche begegnen?

Für die Familien, denen eine derartige Diagnose ausgestellt wird, ist dies oftmals ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits ist es dann Gewissheit, dass das Kind ein Defizit hat, andererseits ist ebendiese Gewissheit aber auch beruhigend, da man fortan daran arbeiten kann und man genau weiß, womit man es zu tun hat.

Sollten Sie oder ihr Kind eine Lernschwäche attestiert bekommen, dann ist dies mit Sicherheit kein Grund um traurig zu sein, oder nach einem “Schuldigen” zu suchen.

Vielmehr sollten Sie sich freuen, dass man nun an den Defiziten arbeiten kann und in den meisten Fällen lassen sich diese mit viel Fleiß und Geduld auch sehr gut in den Griff bekommen.

Sind Lernschwächen “heilbar”?

Auch wenn Lernschwächen mitunter eine Krankheit darstellen, so ist die Formulierung “Heilung” in diesem Zusammenhang ein wenig irreführend. Auch mit einer bleibenden Lernschwäche kann man ein normales und gesundes Leben führen. Allgemein muss eine Lernschwäche gar nicht geheilt, sondern nur behandelt und in den Griff bekommen werden.

In den meisten Fällen kann mit einer Therapie bei Ergotherapeuten, Psychologen und anderen Experten eine erhebliche Verbesserung erzielt werden. Im weiteren Verlauf ist es dann meist ratsam, auf die Unterstützung eines Nachhilfelehrers zurückzugreifen.

So kann man vermeiden, dass bereits erzielte Fortschritte wieder vergessen werden oder sich neue Defizite bilden.

Wann ist eine Unterstützung sinnvoll?

Auf diese Frage kann man eine einfache und sehr deutliche Antwort geben: immer!

Dies mag ein wenig zu einfach und überspitzt formuliert sein, trifft im Kern der Sache aber durchaus zu. Denn Nachhilfe ist bei Weitem nicht nur für Schüler oder Studenten geeignet, die sich sehr schwertun oder gar eine Lernschwäche haben.

Mit Sicherheit sind diese beiden Gruppen zwar die Hauptzielgruppe, da hier die mit Abstand größten und leicht ersichtlichen Resultate erreicht werden können. Aber auch, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher an sich fleißig ist und gute Noten schreibt, kann die Unterstützung durch einen Nachhilfelehrer Sinn ergeben.

Auffallend oft haben vermeintlich gute Schüler nämlich mit einer besonders großen Aufregung zu kämpfen. Sie setzen sich selbst hohe Ziele und bekommen es dann in letzter Sekunde mit der Angst zu tun, dass die eigenen Ziele nicht erreicht werden können.

Hier kann die Hilfe einer privaten Lehrkraft in der Hinsicht helfen, dass auch die letzte offene Frage beantwortet wird und somit keine “Gefahren” mehr drohen können. Mit einem guten Gefühl im Rücken schaffen es die meisten Schüler dann auch, die gewünschten Ziele zu erreichen.

Ein fachlich qualifizierter Nachhilfeunterricht ist daher für beinahe jeden Schüler sinnvoll. Im Übrigen kann man als Schüler damit sogar noch ein wenig Zeit sparen. Eine Stunde mit einer privaten Lehrkraft ist nämlich mindestens so zielführend wie zwei oder drei Stunden eigenständiges Lernen.

Welche Arten der Unterstützung gibt es eigentlich?

In der heutigen Zeit ist es auch beim Thema Nachhilfe wie bei fast jedem anderen Thema so, dass man sich vor lauter Auswahl kaum entscheiden kann.

Unzählige Anbieter überfluten den Markt und bringen immer neue Konzepte daher. Neben Lernvideos und Zusammenfassungen gibt es Nachhilfeinstitute vor Ort, die die Schüler in Gruppen oder einzeln unterrichten, Online-Nachhilfe zum Beispiel von GoStudent oder aber auch Einzelnachhilfe direkt beim Schüler Zuhause.

Die Möglichkeiten sind vielseitig und man sollte sich vorab genau überlegen, was man möchte und sich dann entsprechende Angebote einholen.

Bei der persönlichen Nachhilfe, ob online oder im echten Leben, sollten Sie auf vertrauensvolle Anbieter achten, die ihre Lehrkräfte persönlich auswählen und nicht nur eine anonyme Datei führen.

Für wen eignet sich welche Unterstützung?

So unterschiedlich die Schüler sind, so sind es auch die Varianten der Nachhilfe. Es ist einfach zu verstehen, dass daher auch nicht jede Variante zu jedem Schüler passen kann. Allgemein sollten Sie sich vorab gut überlegen, wie groß die Defizite sind und welche Anforderungen Sie sonst noch an die Nachhilfe haben.

Wenn Sie in einer großen Stadt leben, kann ein Institut um die Ecke ideal für Sie sein. Auf dem Land sieht das Ganze hingegen schon ganz anders aus. Denn eine Anfahrt von 30 Minuten oder mehr für eine einzige Unterrichtsstunde ist vermutlich alles, aber mit Sicherheit nicht perfekt.

Auf dem Land sollte die Nachhilfe im besten Fall Zuhause stattfinden. Bei jüngeren Kindern idealerweise persönlich bei älteren Schüler/innen geht das Ganze meist auch online ohne Probleme. Den Umgang mit Tablet und Co. sind die Kids in aller Regel ja gewohnt.

Unterricht muss nicht teuer sein

Wie in jeder anderen Branche gibt es auch im Bereich der Nachhilfe einige Anbieter, die fair agieren und andere, die den Eigennutz über alles andere stellen. Eine gute Nachhilfe ist mit Sicherheit kein Schnäppchen, aber ein guter Lehrer verdient eben auch ein entsprechendes Honorar.

Am besten überstürzen Sie nichts, sondern suchen sich ganz in Ruhe das für Sie passende Angebot heraus. Vergleichen Sie dabei aber am Ende immer auch nur die Angebote miteinander, die auch eine ähnliche Leistung bieten. Eine Online-Klasse mit mehreren Teilnehmern sollte in Sachen Preis bitte nicht mit einer Einzelnachhilfe in Präsenz verglichen werden.

Wie erkennt man einen seriösen Anbieter?

Wer nichts zu verbergen hat, der kann und wird mit offenen Karten spielen. Dies soll heißen, dass ein Anbieter auf alle Fragen klar und verbindlich antworten sollte und sich nicht in schwammigen Ausreden üben darf.

Auch bei vermeintlich unangenehmeren Fragen rund um den Preis oder die Laufzeit des Vertrages muss eine Verbindlichkeit erkennbar sein.

Weiterhin sollten Sie keinen Vertrag über mehrere Jahre abschließen. Besonders nicht, wenn Sie den Anbieter zu Beginn noch nicht richtig einschätzen können. Aber auch später ist solch langen Laufzeiten mit Vorsicht zu begegnen. Denn wer weiß schon, wie das Leben in über einem Jahr aussieht?

Eine Laufzeit von drei bis sechs dagegen erscheint als überschaubar und einer ersten Nachhilfe angemessen. Eine spätere Verlängerung ist damit ja noch immer möglich. Lockangebote mit einem besonders niedrigen Preis oder Versprechungen, die zu gut klingen, um wahr zu sein, sind dies in der Regel am Ende leider auch nicht.

Eine qualitative Nachhilfe gibt es nun einmal nicht geschenkt. Jedoch gibt es vermutlich kein besseres Investment als die Zukunft der Kinder.

Checkliste für Erfolg in der Nachhilfe

Um am Ende auch den gewünschten Erfolg mit der Nachhilfe zu erhalten, sollten Sie während der gesamten Zeit einige Dinge beachten. Aber besonders wichtig sind die folgenden Punkte natürlich gleich zu Beginn.

  • Zunächst einmal sollten Sie immer ruhig und besonnen an eine solche Entscheidung herangehen. Überstürzen Sie nichts und vergleichen Sie zwischen den unterschiedlichen Anbietern.
  • Lassen Sie sich nicht von Lockangeboten in langjährige Verträge drängen.
  • Lassen Sie sich vor Beginn alle Punkte, die Ihnen besonders wichtig sind, schriftlich bestätigen.
  • Bestehen Sie auf die Möglichkeit, den Lehrer zu wechseln, falls er Ihnen oder Ihrem Kind nicht zusagt. Mit unsympathischen Menschen ist ein erfolgreiches Lernen ausgeschlossen.
  • Achten Sie auch auf eine korrekte Abrechnung der gehaltenen Stunden. Ist eine Einheit erheblich kürzer gewesen oder hat gar nicht stattgefunden, darf hierfür auch nichts berechnet werden.
    Bleiben Sie entspannt, dann kommt der Erfolg ganz von allein

Abschließend noch ein paar Worte für die Eltern, die es gerne ein wenig eilig haben. Die beste Nachhilfe kann dennoch keine Wunder bewirken. Eine Verbesserung um mehrere Noten wird daher nicht innerhalb weniger Tage erfolgen, sondern einige Monate in Anspruch nehmen. Vermitteln Sie dies auch immer ihrem Kind. Ansonsten verliert es schnell die Motivation. Und damit wäre niemandem geholfen.

1 Kommentar zu „Lernschwäche – So kann professionelle Unterstützung helfen“

  1. Melanie Samsel

    Vielen Dank für die Übersicht! Meine Tochter hat sehr starke Lernschwierigkeiten und wir warten nun auf weitere Ergebnisse dazu. Allerdings ist es schon gut zu wissen, dass sie auch mit einer bleibenden Lernschwäche ein normales Leben führen kann. Ich hoffe allerdings natürlich trotzdem, dass es nichts Dauerhaftes ist.

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